Der Fluch der Volksgesundheit

Wir leben in einer Gesellschaft, die das Streben nach dem Ideal der Schönheit, der Gesundheit und der Produktivität zum höchsten Gut erhoben hat. In einer Gesellschaft, die für die anderen „unproduktiv“ lebende Menschen nur Verachtung übrig hat. In einer Gesellschaft, in der man stolz darauf ist, sich ausbeuten zu lassen und sich nur dem anzupassen was die Mehrheit von einem verlangt. Wir opfern unsere Gesundheit dem Gesundheitswahn, unsere Freiheit dem aufgezwängten Wunsch nach Selbstständigkeit und unsere Bildung dem Wunsch nach akademischen Auszeichnungen.

Ich werde in anderen Texten auf das eingehen, was zusätzlich zum Gesundheitswahn genannt wurde und mich primär dem Thema der Gesundheit und dem Umgang damit in diesem Kollektiv widmen.

Mich stört schon lange die aggressive und ignorante Haltung, die gegenüber psychotropen Substanzen in nahezu jedem konservativen Hetzblatt (ausgenommen Alkohol, das ist schließlich ein „Genussmittel“, ein „Genussmittel“, dass eben gefährlicher ist als die bösen Drogen) propagiert und gepredigt wird. Auf diese Haltung möchte ich nicht weiter eingehen, dass das Drogenverbot falsch und schädlich ist haben diverse Artikel, Studien, Portugal usw. schon bewiesen. Nur ist diese Haltung nicht auf psychotrope Substanzen beschränkt, im Gegenteil, sie wird immer schlimmer!

Ich selbst bin Ex-Raucher und müsste darum, wenn es nach der Norm ginge arrogant auf die „dummen Raucher“ herabschauen, denen ja bloß die Disziplin fehlt, diesen zutiefst bösartigen Lebensstil hinter sich zu lassen. Ich hoffe, keiner hat geglaubt, dass dieser Satz gerade ernst gemeint war, doch schaut man sich an, wie mit Rauchern umgegangen wird, wird es sicher viele geben, die mir zugestimmt haben.

Gerade beim Rauchen ist es bemerkbar, wie Menschen, die eigentlich wenig Grund zur Arroganz haben auf Raucher herabschauen. „Wie dumm diese Menschen doch sind, die ruinieren sich ihre Gesundheit und ICH muss dann deren Kosten im Krankenhaus tragen.“ So viel ekelhafter Egoismus und so viel unbegründete Überheblichkeit in einem Satz, gepaart mit so wenig Ahnung von Suchtproblematiken ist typisch für die Vertreter dieser Richtung. Man gibt sich liberal und menschenfreundlich, spendet Almosen nach Afrika, möchte aber den Nachbarn an Lungenkrebs sterben lassen, da er selber Schuld sei, schließlich habe er einmal im Jahr an einer Zigarette gezogen.

Die Vertreter dieser Geistesrichtung, die schon lange die Köpfe der meisten erobert hat, merken meist nicht, dass ihre Ideologie an und für sich schon widersprüchlich ist. Man erhöht den Druck und den Zwang auf Individuen, sich der eigenen Gesundheit für die Gesellschaft zu widmen, aber spricht dann davon, dass man selbstverantwortlich sein soll. Sie sprechen sich für Drogenverbote aus, sagen aber, Drogenkonsumenten seien an möglichen Konsequenzen selbst Schuld. Im Umkehrschluss könnte man sagen, jeder Drogentote, der aufgrund von Streckmitteln starb müsste umgehend zu einer Anzeige wegen Totschlags bei den Gesundheitsfanatikern führen, die die repressive Politik wollen. Mir ist klar, dass das absurd ist, aber auf diesem argumentativen Level befinden wir uns derzeit. Mein Vorschlag ist nicht dümmer als der Vorschlag, Menschen zur Selbstverantwortung zu führen in dem man ihnen alles verbietet.

„Aber wer raucht/trinkt/whatever soll natürlich höhere Krankenkassenbeitrage zahlen!“ Was am Anfang wie ein guter Vorschlag klingt entpuppt sich schon bald als etwas, das in einem unübersichtlichen Bürokratie- und Überwachungsmonster mündet, welches die Kosten der Behandlung von Folgeschäden durch Übergewicht, Drogenkonsum oder was man eben sonst noch dämonisiert um ein Vielfaches übersteigen würde. Und wo zieht man die Grenze? Muss man sich nach jedem MCDonalds-Besuch für höhere Krankenkassenbeiträge registrieren? Muss man die Beiträge für Cannabis-Konsumenten ohne Veranlagungen zur Psychose senken, weil die gesundheitlichen Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen, wie bei vielen anderen Psychedelika auch? Nein, natürlich nicht, dass ginge schließlich jedem zu weit (zumindest hoffe ich das). Man kann jetzt einwenden, wie übertrieben diese Beispiele doch sind und dass keiner der Gesundheitsapostel so etwas jemals gefordert hat. Nur kann man bei einer Weltanschauung nicht postulieren, dass die logischen Konsequenzen nur bis zu einem gewissen Grad befolgt werden dürfen, denn dann ist das Weltbild inkonsistent und offenkundig ungeeignet für die Anwendung.

Diese kleine Ausführung legt nahe, was ohnehin jedem klar sein sollte … Das Weltbild des Gesundheitsfanatismus, der staatlich repressiv erzwungenen Volksgesundheit ist inkonsistent und nicht ansatzweise so rational wie es sich gibt. Viele nachweißlich schädlichen Verhaltensweisen werden nicht angegangen, da sie ja Tradition seien (und auch die größten Fanatiker nicht auf ihre eigenen Süchte und Räusche verzichten wollen) und eine Ausnahme nötig sei. Oder es wird eine angebliche Notwendigkeit postuliert, dass ein Stoff/eine Verhaltensweise „normal“/“unverzichtbar“ sei. In Wirklichkeit wird nur verleugnet, dass der Lebenswandel der größten Fürsprecher oftmals nicht gesünder ist als der des Normalverbrauchers.

Der Zweck ist auch hier wieder nur die Schaffung eines gesellschaftlichen Ideals. Durch permanente (Selbst-)Überwachung werden wir zu Gesundheitszombies gemacht. Gesundheit ist hier nur leider kein Selbstzweck, schließlich ist es nicht verwerflich, wenn man sich aus Gründen der Risikominimierung von psychotropen Substanzen, fettigem Essen usw. fernhält. Es ist zum Zwecke einer Gesellschaft, die die Lebensfreude des Individuums opfert zur Kostenminimierung, die den absoluten Egoismus und die Mitleidslosigkeit predigt und einen unmündigen Menschen schafft, der sich darin sonnt, angeblich selbstbestimmt zu sein, obwohl er unfrei ist.

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Die Klimalüge der Klimaleugner

Ich bewege mich selbst in eher libertär orientierten Kreisen und habe darum auch oft Erfahrungen gemacht mit sogenannten Skeptikern, die den derzeitigen Klimawandel als nicht menschengemacht ablehnen. Der Markt und der Mensch sollte frei von Regulierungen bleiben, weswegen viele den Klimawandel für eine staatliche Lüge halten, der als weiterer Grund für sinnlose Vorschriften dienen soll. Das wäre zwar durchaus ein möglicher Grund für eine Erfindung des Klimawandels, beweist aber gar nicht, dass er überhaupt erfunden wurde. Um dem auf den Grund zu gehen möchte ich mich mit den Hauptargumenten der Klimaskeptiker auseinandersetzen.

Zuerst muss man aber unterscheiden. Wie auch beim Kreationismus gibt es nicht nur eine Gruppe, sondern viele verschiedene Motivationen und Ansätze. Die einen sehen lediglich die Faktenlage zu einem menschengemachten Klimawandel skeptisch, die anderen aber leugnen die menschliche Beteiligung und Verantwortung komplett und sind auch meist in einem verschwörungstheoretischen Netz verfangen, dass aus Weltbildimmunisierung und narzisstischem Selbstverständnis besteht, wie es für Verschwörungsglauben typisch ist. Vor allem mit den Argumenten Letzterer möchte ich mich hier auseinandersetzen.

Hierzu habe ich einen sehr ausführlichen klimaskeptischen Artikel aus dem Internet verwendet, der die meisten Argumente dieser Szene gut zusammenfasst und mir damit auch eine gute Grundlage zur Widerlegung bietet. (Mit dieser Einstellung sollte man natürlich nie an die Sache rangehen. Es gilt auch hier wie immer, objektiv zu bleiben. Die Formulierung habe ich nachträglich eingebaut, das soll hier nur Erwähnung finden um dem Vorwurf meiner eigenen Ideologisiertheit zuvor zu kommen.)

Der Artikel beginnt erst einmal damit, zu sagen, dass es bei der Klimalüge nur um Selbstbereicherung der Eliten geht und zudem wird ein Strohmannargument exekutiert. Meines Wissens hat kein Mensch, wie im Artikel behauptet, dass Schmelzen der Polkappen als Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung angegeben. Vielmehr ist es eine Folge des Klimawandels und damit wirklich ein Beleg für eine faktische Erwärmung, aber an sich natürlich nicht dafür, dass sie durch Menschen verursacht wurde. Allerdings konnte ich auch keinen Artikel finden, der das behauptet.

Zum ersten, der angebliche „Beweis,“ dass Menschen mit dem Klimawandel Geschäfte machen, ist kein Beweis. Viele Unternehmen müssen schließlich auch Vorkehrungen treffen und damit mehr Geld aufwenden, z. B. ist die gesamte Automobilindustrie betroffen, die bekanntermaßen eine sehr starke Lobby besitzt. Man kann also kaum davon ausgehen, dass die Interessen/die Lobby der wenigen Unternehmen, die von einer „Klimalüge“ profitieren würden, mehr ins Gewicht fallen als diejenigen, die mehr Ausgaben haben.

Weiter gehts, zum einen behauptet der Autor, die CO2-Messungen am Mauna Loa, einem aktiven Vulkan, seien wohl kaum aussagekräftig, was die Konzentration von Kohlenstoffdioxid angehe. Gehen wir spaßeshalber davon aus, dass die Wahl der genauen Platzierung der Messstation das nicht berücksichtigt hat und einen Bereich wählte, der von den Emissionen direkt betroffen ist … selbst dann zeigt die ansteigende CO2-Kurve, bei einem seit Jahren gleichmäßig aktiven Vulkan dennoch, dass das CO2 auch in der umgebenden Atmosphäre eine höhere Konzentration erreicht und dies passiert seit Jahren. Außerdem besteht MLO nicht nur aus einer Messstation, sondern aus fünf verschiedenen, die mehrere Kilometer auseinanderliegen und deren Ergebnisse in einem Durchschnittswert berücksichtigt werden. Insofern kann man diesen Einwand getrost vergessen.

Amüsanterweise widerspricht der Einwand, dass die Messungen sowieso nichts aussagen in Gänze der restlichen Argumentation des Autors, die aussagt, dass es zu einer Temperatursenkung käme, trotz des hohen CO2-Gehalts der Luft. Wenn die Messungen sowieso erlogen sind, dann ist seine Theorie damit selbst hinfällig. Denn zuerst sagt er, das CO2 würde nicht zur Klimaerwärmung führen und dann, dass das CO2 der Vulkane dafür verantwortlich sei. (de facto entsprechen die vulkanischen Emissionen weniger als einem Prozent der menschlichen)

Das Missverständnis vieler ist, dass der menschliche Anteil am Klimawandel gering sei, weil der Mensch lediglich 3% der CO2-Emissionen zu verantworten hat … doch ein Baum, der bei seinem Verfaulungsprozess dieses freisetzt hat es zum Wachsen benötigt, produziert also nichts „zusätzlich,“ wohingegen menschliche Emissionen nicht ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung der Meere usw. Ein Brunnen, der eigenes Wasser hochpumpt und dieses ablaufen lässt, läuft nicht über, gießt man aber regelmäßig nur ein kleines Glas Wasser hinein, so läuft er doch über, auch wenn der eigene Anteil verschwindend gering ist.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch würde auch kein zusätzliches CO2 produzieren, er bedient sich ja der Naturstoffe. Allerdings greift er ganz massiv in die Teile des Ökosystems ein, die das CO2 binden. Abholzungen des Regenwaldes und Vergiftung der Meere sind Fakten, die auch Klimaleugner nicht bestreiten werden. es kommt also nicht nur darauf an, wie viel CO2 der Mensch produziert, sondern auch darauf, wie er die Ressourcen zur Neutralisierung vernichtet.

Ich hätte gerne etwas zur beschriebenen Graphik verfasst, aber hab eine vergleichbare auch mit deren Quellen nicht finden können. Falls jemand diese kennt oder eine spezifische Quelle nennen kann/eine bestimmte Frage hat, kann ich gerne nochmal nachrecherchieren und den Artikel erweitern.

Allerdings konnte ich hier eine gute Zusammenfassung finden, die den Zusammenhang zwischen CO2 und Klima nahelegt. Die Konzentration in der Atmosphäre ist auch nicht, wie oft behauptet, der einzige Faktor einer Klimaerwärmung. Denn auch die Intensität der Sonneneinstrahlung ändert sich, die geologischen Gegebenheiten sowieso, denn der Mensch ist mittlerweile als geologischer Faktor anzusehen. Wenn zu Zeiten der Dinosaurier die Region der heutigen Niederlande überflutet wurde, dann interessierte das keinen, eine Klimaveränderung heutzutage hätte allerdings katastrophalere Folgen.

Der Autor widerspricht sich wieder, als er weiter behauptet, dass Polareis würde stabil sein oder sogar „wachsen.“ Wieso dann zuvor die Rechtfertigung, der Mensch habe kaum Einfluß auf die CO2-Konzentration, wenn steigende Werte keinen Einfluß auf das Klima haben? Aber dies nur am Rande. Ich selbst habe bei meiner Recherche, auch zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nur Quellen gefunden, die einen steigenden Meeresspiegel belegen (woher, wenn nicht durch Abschmelzung der Pole, soll eine solche Menge Wasser kommen?), wie zum Beispiel hier, wobei auch hingewießen wird auf Schwankungen im Meeresspiegel. Das heißt, dass in einem Jahr das Eis tatsächlich stabiler wird oder sogar zunimmt, auf Dauer, über einen langen Zeitraum hinweg aber in der Tendenz abnimmt. Damit ist der Vergleich von lediglich zwei Jahren, wie er im hier besprochenen Artikel vorgenommen wird, wenig aussagekräftig. Zusätzlich als geeignet erschienen mir noch zwei Artikel der „Lügenpresse“ zur Widerlegung, einerseits von der deutschen Welle und andererseits vom bayrischen Rundfunk.

Die beiden Bilder der Radarstation DYE3 sagen wieder relativ wenig aus. Zum einen ist lediglich bei einem angegeben, wann genau es aufgenommen wurde, zum anderen sind es Momentaufnahmen, die momentane Wetterlage und ähnliches komplett außer Acht lassen. Der Klimawandel ist kein linear verlaufendes Ereignis, extreme Schwankungen sind sogar eher ein Beleg für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Verhältnis. Die Tendenz zu einer Erwärmung ist gegeben, das heißt nicht, dass es keine Kaltwetterperioden gibt.

Das nächste Argument ist in meinen Augen mehr als fadenscheinig:

Früher waren die Gletscher hellweiss und haben die Strahlung besser reflektiert. Guckt euch an wie schwarz die heute sind.
Das Resulat der Studie passte aber den Auftraggebern überhaupt nicht und wurde nicht veröffentlicht, weil sie als Antwort das CO2 als Schuldigen hören wollten. Sie verschwand in der Schublade. Man hätte ja was tun müssen und sich mit einer starken Lobby angelegt. Ausserdem wird die Verschmutzung grossteils aus den Nachbarländern rein geweht.

Dass die Gletscher wegen abgelagerten Rußpartikeln die Einstrahlung der Sonne weniger stark reflektieren und diese dadurch schneller Abschmelzen ist durchaus vorstellbar, klingt auch ziemlich logisch. Allerdings ist der Fakt, dass auch andere Faktoren für die massive Zerstörung der Gletscher verantwortlich sind kein Gegenbeleg für eine Klimaerwärmung durch CO2. Es ist, als würde man behaupten, in Spanien sei es wärmer als in Deutschland wegen der häufigeren Waldbrände.

Einer der wichtigsten Argumente der Klimahysteriker ist, durch die Klimaerwärmung befindet sich mehr Energie in der Atmosphäre und im Meer, deshalb wird es weltweit mehr Stürme und zerstörerische Hurrikane geben, welche Milliarden an Schäden verursachen werden.

Mit dieser Behauptung greift der Autor nicht nur die Vertreter der (von den meisten Wissenschaftlern vertretenen) Theorie des menschengemachten Klimawandels an, sondern auch jene, die nur sagen, dass es eine Klimaerwärmung an sich gibt. Nun sind aber nicht nur die Stürme, sondern an und für sich Wetterextreme angenommene Belege für die Klimaerwärmung und Schäden durch Extremwetterlagen haben seit 1980 zugenommen. Auch hier gilt wieder, eine nicht-lineare Zunahme ist nicht bewertbar anhand so kurzer Intervalle. Auch Modellrechnungen legen nahe, dass nicht die Anzahl der Stürme steigt (sie sinkt möglicherweise sogar leicht), sondern vor allem die Heftigkeit der Stürme zunimmt. Man sollte die „Klimahysteriker“ richtig zitieren, bevor man sich über sie lustig macht, allerdings soll die aufgesetzte Arroganz des Autors hier nicht erwidert werden.

Im nächsten Argument geht es wieder darum, dass eine einzelne Statistik aus einem Teilgebiet mit einem Vergleich eines Intervalls von etwa dreißig Jahren natürlich sämtliche anderen Statistiken widerlegt. Zugegebenermaßen ist mir hier schon fast die Lust vergangen, diese Studie noch anzuschauen, aber Objektivität ist wichtig und darum soll dieser Aussage wieder eine Chance gegeben werden. Es ist eine Statistik der Temperaturen im Great Barrier Reef Marine Park, die sogar eine leichte Abkühlung der Wassertemperaturen zeigen soll. Nun könnte man im Gegenzug fragen, wieso die australische Regierung zugunsten des Tourismus Passagen aus einem UN-Bericht streichen lies, der von massiver Korallenbleiche dort berichtete, wegen der Klimaerwärmung. Scheinbar wird die „Propaganda zur Klimaerwärmung“ doch nicht so exzessiv betrieben, wenn Staaten aktiv die Aufklärung darüber verhindern. Die verwendete Statistik ist also faktisch gefälscht und von der australischen Regierung schöngeredet, um Einbußen im Bereich der Touristik zu verhindern.

Weiter geht es damit, dass behauptet wird, zwischen CO2 und Temperatur gäbe es keinen Zusammenhang. Der „Beweis“ ist, dass der CO2-Gehalt stark schwankte, die Temperatur aber relativ konstant blieb. Die Statistik berücksichtigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde, aber nicht den Aufbau der Atmossphäre, zudem gab es Zeiten auf der Erde mit um die 50 °C, die hier aber seltsamerweise nicht dargestellt werden (auch wenn sie nichts mit dem CO2-Gehalt zu tun hatten), was die Graphik fragwürdig erscheinen lässt. Auch tauchen die Eiszeiten nicht wirklich auf.

Natürlich muss man klar sagen, CO2 ist nicht der einzige Schadstoff, schon gar nicht der zerstörerischste, der von den modernen Industrienationen in die Atmossphäre geschickt wird. Moleküle wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe u. A. greifen das Ozon an und entfalten destruktive Wirkung. Wenn man den Fehler macht, wie auch viele, die den menschenbeförderten Klimawandel als richtig akzeptieren, und alles nur auf den CO2-Ausstoß reduziert, dann wird man den ganzen menschlichen Einfluß nur schwer nachvollziehen können. Die Behauptung des Autors, für eine Verbindung zwischen CO2 und dem Klima gäbe es keinen Beleg, ist grundsätzlich falsch, doch er weißt auch auf etwas hin, das vielen leider nicht so klar ist, wie es sein sollte. CO2 ist NICHT der einzige Faktor in der Entstehung des Klimas, es ist ein unglaublich komplexes System.

Uns sollte dabei allen klar sein, in hochkomplexen Systemen können kleine Änderungen große Konsequenzen mit sich bringen. Die Gegner der Anschauung eines menschengemachten oder zumindest beförderten Klimawandels brauchen sich also nicht zu früh freuen. Das wir lediglich 3% des CO2’s „verursachen“ heißt keineswegs, dass unser Anteil am Klimawandel auch nur 3% beträgt.

Auch wenn in diesem Artikel einiges stand, dem ich auch zustimmen konnte, so ruiniert der  Autor alles mit diesem „Fazit.“

Fazit: Wir sehen, unseren Planeten geht es gut, alles ist normal, das Klima und alle damit verbundenen Parameter verlaufen stabil, keine alarmierender Trend in Sicht. Das heisst nicht, wir können die Sau raus lassen, sondern es heisst was uns die Alarmisten erzählen ist falsch und gelogen.

Die Argumente der Vertreter der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung sind somit widerlegt. Erstens findet schon seit 10 Jahren keine Erwärmung statt, das CO2 hat deshalb gar nichts mit dem Klima zu tun, und die gerne immer wieder als Beispiel gebrachten Behauptungen über das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher in Grönland stimmen nicht mit dem was wirklich passiert überein.
Es wird uns durch Horrorbilder in den Filmen und TV-Berichten ein Katastrophenszenario vorgespielt, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Alles eine Manipulation zur Meinungssteuerung um uns Angst zu machen, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, uns schuldig fühlen, deshalb bereit sind für die Sünde zu büßen und zu zahlen.

Bei dem derzeitigen Artensterben, der sehr wohl vorhandenen Klimaerwärmung, dem Absterben von Korallenriffen, das in der vom Autor verwendeten Studie herausgestrichen wurde und Vergiftung der Natur durch Stoffe, die weitaus toxischer sind als das CO2 und die von den Menschen produziert werden ist dieses Fazit ein absoluter Witz. Der angeblich kritische Geist hat sich noch viel mehr auf das CO2 fixiert als die „Klimahysteriker,“ denen er ja ach so überlegen ist. Man könnte nun in gleicher unterstellender Art fragen, ob er nicht vielleicht von Konzernen bezahlt wird, um implizit andere toxische Stoffe auszuklammern und zu verschweigen, aber hier sollten zumindest alle wissen, dass das albern ist. Ja, glaubt nicht alles automatisch eins zu eins, wie es euch vorgegeben wird, vollkommen richtig. Doch wieso erwartet der Autor das von seinen Lesern?

Auch erklärt hier nichts, wieso der Mensch für seinen angeblich so geringen Anteil nicht dennoch Verantwortung übernehmen soll? Wenn wir die einzigen „Tiere“ sind, die ihr Handeln so reflektieren können, weswegen sollten wir diese Gabe ignorieren? Mit dem kindischen Hinweis, der Vulkan explodiert auch einfach so, also warum nicht mit 200 km/h über die Autobahn brettern?

Klimaskeptiker werden sich sicher angegriffen fühlen, doch das hier ist kein Angriff. Es ist ein Appell an ihre eigenen Werte, nämlich die des Hinterfragens von Daten und angeblichen Tatsachen. Das Hinterfragen ist ein Wert des Bewusstseins, Bewusstsein ist Verantwortung und Verantwortung bedeutet auch, dass man für das eigene Handeln gerade steht und es positiver gestaltet. Selbst wenn der menschliche Anteil gering sein soll, so ist das kein Grund, ihn noch auszubauen.

Weltbilder und „Pizza“

Wie man sich denken kann geht es hier nicht wirklich um Pizza an sich, sondern um den neuen Track der von mir heißgeliebten Antilopen Gang.(Antilopen Gang – „Pizza“) Viele reagierten darauf als sei es ein reiner Spaßtrack ohne wirklichen Inhalt. Meiner Meinung nach setzt er sich aber durchaus ernsthaft mir verkürzten Weltbildern auseinander, wofür auch diverse Anspielungen im Video sprechen. Das Symbol der „heiligen Pizza“ ähnelt extrem dem der Church of Scientology, Koljah tritt am Anfang als Jonathan Frakes auf und der Pizza wird praktisch die Allmacht zugesprochen. Auch die Heilungsszene mit den „italienischen Oblaten“ deutet auf Sekten hin.

Was hier spaßeshalber mit Pizzen gemacht wird ist typisch für Menschen die die ganze Welt auf eine Kausalität reduzieren wollen. Ob Freimaurer, Illuminaten, das Weltjudentum, sie alle unterscheiden sich nennenswert von dem Thema des Tracks, sie besitzen nämlich jeden Einfluß und können die Welt retten oder zerstören, je nach Lust und Laune. Wer der Antilopen Gang Kommerzialisierung vorwirft versteht nicht, dass sie als mittlerweile bekannte Band auch andere Bilder verwenden müssen, zumindest ist es schlau das zu tun. Denn diese versteckte Bedeutung zeigt, dass mehr in ihrem neuen Album steckt als der partymäßige Klang erwarten lässt. Schon auf ihrem vorher veröffentlichten Track „Das trojanische Pferd“ spielen sie deutlich auf Verschwörungstheorien an, indem sie sich selbst als Metapher verwenden. Statt freimaurerischer Infiltrierung des Staates steht hier die Machtübernahme der Hörnergang.

All das scheint darauf hinzudeuten dass sich der Fokus des neuen Albums weniger auf die plumpen rechten Schreier sondern die pseudoaufgeklärten Neurechten richtet und gegen diese schießt. Gerade Koljah hat sich bereits oft diesem Thema gewidmet, so zum Beispiel in seinem Part des Tracks „Beate Zschäpe hört U2,“ in dem er allerdings sehr viel deutlichere Worte findet … das löste eine Welle des Internet-hates aus, dem man dieses mal dadurch entging, dass die Botschaft sehr viel verschlüsselter verpackt wurde. Nichtsdestotrotz zeigt auch „Pizza“ sehr deutlich, wie lächerlich es ist, Problemlösungsstrategien und Kausalitäten so simpel zu gestalten.

Nicht nur gegen die Verschwörungstheoretiker schießt der Track, sondern auch gegen jene, die nur ein Mittel kennen, um die „Welt zu retten.“ Diejenigen, die bei jedem Schlagloch, das nicht gestopft wurde, gleich rufen, dass die Flüchtlinge und deren Kosten Schuld daran sind, merken gar nicht, wie albern ihre monokausale Weltsicht ist. „Pizza“ ist sicherlich eine interessante Art, sich mit diesem Realitätssinn humorvoll auseinander zu setzen. Sehr schön und überraschend ist es, dass sich trotz des „Ankommens im Mainstream“ keine Tendenz zu weniger Biss und Scharfsinnigkeit abzeichnet. Darum ein großes Lob an die Antilopen.

Fußball-Nationalismus

Seit die EM angefangen hat, gab es wohl keinen Tag, an dem man nicht mit dem Thema Fußball konfrontiert wurde. Was für Fußball-Hasser (wie mich) zuerst einfach nur nervig ist, wird mit der Zeit auch zu einer aggressiven nationalistischen Grundhaltung der Fans. So wird erwartet, dass man sich mit „seinem“ Land identifiziert und ein Interesse daran besteht, dieses als Sieger zu sehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nicht gerade wenige Fans sogar wütend und aggressiv werden, wenn man als Landsmann dennoch für die „gegnerische“ Mannschaft ist oder kein Interesse daran zeigt.

Das Feiern ist dabei nichts anderes als ein Moment der großen nationalen Einheit, in der sogar nur Sympathien für andere Gruppen oder das Desinteresse am Kollektiv schon als Verrat an der Gemeinschaft gedeutet wird. Dieses Gefühl überflügelt sogar die Ansprüche der kapitalistischen Logik und Unternehmer, Lehrer, Arbeitskollegen, sie alle akzeptieren Müdigkeit und fehlende Leistungsbereitschaft, da man ja am Vortag durch das Einschalten und Mitfiebern nur seinen großen Dienst an der Nation tat. Dem Individuum vor dem Fernseher ist nicht einmal wirklich klar, dass er für das Spiel keinen Beitrag leistet, seine Freude irrelevanter nicht sein könnte und seine Trauer höchstens den Effekt hat, dass sie einigen Fußball-Hassern den Tag versüßt. Trotzdem gilt es als Bekenntnis der Nation und wird wie ein Grundbedürfnis behandelt, es stellt sogar ein solches dar. Durch das Gemeinschaftsgefühl und die allseitige Anerkennung des Zujubelns als eine Leistung werden diejenigen in der Gesellschaft, die eigentlich nichts leisten und damit dem sozialen Anspruch nicht genügen, zu nützlichen Mitgliedern des Kollektivs, sie verlieren damit ihre eigene Identität und werden zu denen, die auf dem Platz etwas leisten.

Durch die Adaption von Leistungen der Sportler durch die Zuschauer wird die ganze Nation (in deren Augen auch nur diejenigen dazugehören, die sich freiwillig das Spektakel antun) zu der einen Gruppe auf dem Platz. Die Aggression gegen andere kommt daher, dass es tatsächlich als eigener Kampf wahrgenommen wird. Denn wenn sich das Individuum vor dem Bildschirm auflöst und Teil der Mannschaft wird, so befindet es sich auch im direkten Wettstreit. Gleichzeitig aber wird der rein sportliche Siegeswille aber noch um die nationalistische Komponente erweitert, man verteidigt nicht die eigene, sondern die Ehre des Kollektivs, ist dabei aber befreit von individueller Ethik. Aus diesem Mix resultiert Aggression und Größenwahn. Fußball-Fans, die einen Sieg „ihrer“ Mannschaft gesehen haben (beigetragen haben sie ja nichts und vermutlich könnte auch keiner in der Realität einigermaßen mithalten), zeigen einen Chauvinismus, der sich für gewöhnlich auf eigene Leistung gründet, die Art der Arroganz eines Akademikers gegenüber einem Arbeitslosen mit Hauptschulabschluss. Natürlich trifft das nicht auf alle zu, es soll tatsächlich Menschen geben, die Fußball unterhaltend finden (den Unterton muss man nicht ernstnehmen) und die nach einem Sieg keinen Anlass sehen, die „Verlierer“ weiter zu demütigen, nur leider sind sie die Minderheit. Die Mehrheit stellt die kollektivistisch-nationalistische Gruppe, die die EM als Dienst am Vaterland betrachtet.

Die falschen Freunde Israels

Die neue Rechte, die sich als patriotisch und ethnopluralistisch versteht (ein Euphemismus für „Rassenhygiene“), bekennt sich in nicht unerheblichen Teilen als pro-israelisch, besonders die stark antimuslimisch und rassistisch ausgerichteten Aktivisten. Ihre angebliche Freundschaft zu Juden ist aber mehr Produkt der Selbstvergewisserung, kein „Nazi“ sein zu wollen, als wirkliche Kritik des Antisemitismus. Eine kurze Beschreibung des Auftritts eines Israeli bei Pegida auf der rechtspopulistischen Seite PI-News zeigt dabei vor allem die Bestrebung, sich von der eigenen Geschichte reinwaschen zu wollen. [1] Um ihr eigenes Selbstbild zu stärken, zitieren sie folgenden Teil aus der Rede von Dr. Rotem Avituv:

„Ich bin Jude, meine Familie lebte 700 Jahre in Deutschland und ich sage euch, ich sehe hier keine Nazis. Die Nazis sind die Linken. Hier sehe ich nur Patrioten, die dieses Land lieben und es schützen wollen vor dem Islam, der Deutschland übernehmen will, eure Traditionen, euren Glauben, … aber wir werden das nicht zulassen. Wir sind Deutsche, wir sind stolz auf unser Erbe, wir haben ein schönes Land.“ Und er sagt: „Wir vergeben euch.““

Bei sehr rechtslastigen Bewegungen fällt auf, dass sie sich schon als Nazi diskriminiert fühlen, bevor irgendjemand etwas sagen konnte. Die Parallele zum NS ist vermutlich schon darum unangenehm, weil sie das makellose Deutschlandbild der Patrioten beschmutzt. Sie wollen den NS nicht als Teil der deutschen Geschichte. Nicht weil sie ihn schlimm fanden, eher, weil er nicht erfolgreich war. Um sich distanzieren zu können wird die Solidarität mit den früheren Feinden vor sich als Monstranz hergetragen, die jüdischen Israelis werden dadurch zum Objekt der Befreiung von Schuld.

Natürlich lösen sich Ressentiments nicht in Luft auf. Sie zeigen sich nur in neuer Form, wie dem Antiamerikanismus, besonders aber einem irrationalen Ressentiment gegen die Politik, die für sie durchweg von Korruption und hinterlistigen Verschwörungen beherrscht ist. Die Auflistung der Eigenschaften der Politiker ähnelt dabei dem klassischen Antisemitismus, Gier, Unehrlichkeit, Hinterlist. Sie paktieren mit dem Großkapital, um dem „deutschen Volk“ zu schaden und es zu schwächen. Ebenso werden auch die Medien regelmäßig als Schuldige benannt, die die Katastrophen und Krisen der Gegenwart verschleiern und mit den Eliten zusammenarbeiten.

Während sich vor allem die extreme Rechte sehr stark gegen Israel und die USA richtet, müssen diese Elemente beim bürgerlichen Rechtspopulismus nicht mehr gegeben sein. Dieser wahrt sein bürgerlich-demokratisches Profil und neigt wegen seiner demokratischen Gesinnung automatisch zur Verneinung des Individuums. [2] Also werden auch die Juden zu einem Kollektiv. Eine Gruppe von Menschen, die auch als Kollektiv angegriffen wird, muss in deren Augen auch eine einheitliche Meinung zur richtigen Lösung und Antwort auf diese Angriffe haben.

Die freundschaftlichen Bande zu den Juden und Israel bekommen aber sehr schnell Risse, wenn bspw. der Zentralrat der Juden Entscheidungen trifft, die nicht dem Weltbild rechtspopulistischer oder rechtsradikaler Fanatiker entsprechen, oder diesem sogar klar widersprechen. Wer sich von den verbalen Entgleisungen der „besorgten Bürger“ eine kleine Geschmacksprobe antun möchte, der kann unter diesem ausgezeichnet recherchierten und beneidenswert neutral formulierten kleinen Text die Kommentare durchlesen. [3] (Zur Erinnerung, das sind die Menschen, die von der „Lügenpresse“ objektivere Berichte fordern)

Dort schreibt auch eine Person, die mit einem beneidenswerten fehlenden Wissen gesegnet ist und sich dabei amüsanterweise „Kulturhistoriker“ nennt:

„Was machen die juden, wenn es eines tages/bald kein
deutsches Volk
mehr gibt?“ (Ohne Korrekturen übernommen)

Wieder offenbart sich das Selbstbild der radikalen Rechten. Sie halten sich für den Stern am Himmel der Zivilisation und gehen davon aus, dass die Europäer kultiviert sind. Das deutsche Volk sei das Einzige, dass die Juden schützen könne, ohne Deutschland wären sie hilflos (wie uns die Geschichte lehrt). Das Judentum und Israel sind für sie nicht mehr als Projektionsfläche, mit deren Hilfe sie die Nationalsozialisten aus dem Rechtsradikalen ausschließen, um sich für deren Taten nicht mehr rechtfertigen zu müssen.

 

[1] http://www.pi-news.net/2015/01/httpwww-pi-news-netp445629/

[2] Demokratie und Nationalismus

[3] http://www.pi-news.net/2015/06/zentralrat-der-juden-ehrt-gruenen-paederastenfreund-volker-beck/

Wie widerlegt man Weltbildimmunisierung?

Um das eigene Weltbild argumentativ zu immunisieren werden von Verschwörungstheoretikern (und auch anderen Ideologen) einige Taktiken verwendet, die auf Laien oftmals überzeugend wirken:

  1. Der Diskussionsgegner wird als unkritisch diffamiert. Unterstellt man dem Gegenüber, er wäre unkritisch und würde blind der „kontrollierten Presse“ glauben, so macht man dessen Argumente gleich mit unglaubwürdig. Jeder Verweis auf Quellen, die eigentlich den Verschwörungstheoretiker und seine Verschwörungstheorien widerlegen würden, wird damit im Voraus gekontert und „widerlegt,“ ohne die Aussage wirklich hinterfragen zu müssen. Hilfreich ist es, dieses „Argument“ mit Nachfragen zu seinen Quellen zu entkräften und den Gegenüber in die Ecke zu drängen, wenn er aufzeigen muss, dass seine Eigenen den Kriterien selbst nicht entsprechen. Dieser Gegen-Konter ist zwar zuerst einmal Whataboutism und könnte so angegriffen werden, man kann darüber aber klar machen, dass die Aussage über „kontrollierte Medien“ selbst aus Medien stammt, die ihre eigene Kontrolliertheit nicht widerlegen können.
  2. Der Gegenüber ist bezahlter Troll. Vor allem im Internet erfreut sich dieser Angriff hoher Beliebtheit. Wiederum muss der Verschwörungstheoretiker nichts beweisen, man selbst ist aber in der Situation, nicht mehr argumentieren zu können, da dieser Verweis jede logische Grundüberlegung ohne Basis zur Seite schieben kann. Darauf ist meistens der Konter der so Angegriffenen eine Ironisierung der Behauptung und gespielter Ärger darüber, dass die Tarife für bezahlte Trolle gesenkt wurden oder Ähnliches (was zugegebenermaßen bei Leuten Spaß macht, die man ohnehin nicht mehr überzeugen kann). In einer ernsthaften Diskussion, bei der es häufig auch eher darauf ankommt, Zuschauer oder Mitlesende auf die eigene Seite zu ziehen, ist es aber hilfreicher, das behauptete kritische Denken des Gegenübers anzugreifen und ihm im Gegenzug aufzuzeigen, dass er sein Weltbild aktiv immunisiert. Also eine direkte und konfrontative Dekonstruktion seiner Argumentationsmuster. Es mag unfair klingen, aber der Effekt ist für Zuhörende meist der Gegenteilige, da der Verschwörungstheoretiker selbst als unkritisch entlarvt wurde, wird ihm nicht mehr geglaubt. Es gilt aber auch hier, wenn der Verschwörungstheoretiker Argumente nennt, dürfen diese nicht in gleicher Manier beiseite gewischt werden. Kritisches Denken bedeutet nicht, immer die offizielle Version blind zu glauben, sondern auch die Gegentheorien einer ernsthaften Prüfung zu unterziehen. Meisten stellen sie sich auch wirklich als falsch heraus.
  3. Schwarz-Weiß-Denken. Durch ein bloßes „Wir“ und „die Anderen,“ kann der Verschwörungstheoretiker leicht aus der Absurdität einiger Behauptungen der Regierung, die nachweislich falsch sind, eine allgemeine Richtigkeit seiner Verschwörungstheorien schließen. Kontern lässt sich dieses Denkmuster aber auch recht leicht. Man nimmt blödsinnige und offenkundig peinliche Verschwörungstheorien und schließt darauf ironisch auf die allgemeine Falschheit aller Verschwörungstheorien. Der Gegner wird es natürlich so widerlegen wollen, dass er diese als unsinnig bezeichnet und darauf hinweist, dass das Theorien waren, die er nie vertreten hat. Und anhand dieser unfreiwilligen Widerlegungen seiner eigenen Herleitung zeigt man mit dieser, am Besten im weitestgehend gleichen Wortlaut, dass seine eigene ebenso Unfug ist.
  4. Gedankenkontrolle. Viele Verschwörungstheoretiker nehmen eine Gedankenkontrolle durch Regierungen und Eliten an. Das Argument, das sie daraus zimmern, ähnelt dem des Ersten, der Diffamierung als Schlafschaf. Doch kann dieses noch weitaus eleganter gekontert werden. Und zwar, indem man den Gegner in solche Höhen lobt, dass jedem Zuschauer / -Hörer die Lächerlichkeit dieser Immunisierung klar wird. Durch ein Lob dafür, dass der Gegner scheinbar eine hohe geistige Überlegenheit besitzt, da er es schafft, trotz aktiver Kontrolle doch nicht kontrolliert zu sein und Gedanken haben zu können, die mit dieser gar nicht möglich sein dürften, er also ein wahrlich überlegenes Genie sein müsse, wird den meisten noch-nicht-Verblendeten klar, dass eine angebliche Gedankenkontrolle, die ihre eigene Kritik zulässt, vollkommen unlogisch ist.
  5. Die Opferrolle. Durch die Behauptung, sie würden verfolgt, stigmatisiert und ausgegrenzt, immunisieren sich viele „Truther“ gegen Kritik. Dabei wird unbewusst darauf spekuliert, dass fortan jede Kritik an ihnen als Bestätigung dieser These durch die Zuhörer wahrgenommen wird. Besonders unangenehm sind Vergleiche mit der Verfolgung der Juden im dritten Reich, die man aber schon alleine durch eine Aufzählung der Ungerechtigkeiten, Gewalttaten und Diskriminierungen gegen Juden in der NS-Zeit widerlegen kann. Einfacher ist es aber, die Opferrolle an sich zu widerlegen, bzw. sich selbst in diese hineinzubegeben. Füllt man ihren Begriff einfach mit dem eigenen und wiederholt, dass man als Linker / Libertärer / Konservativer o. Ä. verfolgt würde, und zählt dann die Kritik der großen Medien an der eigenen Position auf, so bleibt dem Verschwörungstheoretiker nicht mehr viel Kontermöglichkeit. Entweder, er widerlegt deine Darstellung und nimmt sich selbst die Grundlage für seine eigene Rolle. Darauf müsste er sich in der Diskussion neu positionieren, was die Basis für weitere Immunisierung nimmt, oder direkt auf das Sachliche ausweichen. Oder aber, er widerlegt deine Darstellung nicht und versucht mit einem Manöver auszuweichen, wobei man abwägen muss, in welchem Teil des Gespräches man grundlegender auseinandernehmen kann.

Antipopulistischer Populismus

Nicht erst seit gestern versuchen viele (Staats-)Linke, den aggressiven und menschenverachtenden Rassismus von AfD und Pegida mit einer Feindbildverschiebung zu bekämpfen. Ebenso zeigt sich ihr Hang zu Bevormundung und antiindividualistischem Gedankengut. Wunderbar konnte man das an einigen typisch linkspopulistischen „Aktion“ sehen. [1] [2] [3] [4] [5] [6] Auf dem Plakat steht:

„Macht kaputt, was euch kaputt macht. Fackel die Bank ab, nicht das Flüchtlingsheim.“ – Dies Irae, Künstler(*in) –

Erster Aufkleber: „Deutschland, du mieses Stück Scheiße.“

Antwort von „Barbara.““Ohne deinen scheiß Aufkleber wäre Deutschland ein kleines Stück weniger mies.“ – Barbara, Künstler(*in) –

„Weil sie uns nur auf der Tasche liegen, haut endlich ab! Gemeint sind selbstverständlich die schlimmen Flüchtlinge, die Steuerflüchtlinge.“ – Dies Irae –

„Weil ihre Tricks immer dreister werden! Grenzen schließen für Steuerflüchtlinge.“

– Dies Irae –

„Welche Sanktionen hat Europa eigentlich gegen die USA verhängt, als die in den Irak einmarschiert sind? Und wegen den Drohnen und NSA und so …“

– Barbara, Reaktion auf die Krimkrise –

„Chrystal Meth und Kokain, Crack, Speed und auch Heroin, Machen dich rasant kaputt, Lebenstrümmer, alles Schutt. Alles dreht sich nur ums Eine, hast du Drogen oder keine, Seele, Hirn und Herz verbogen, Finger weg von harten Drogen.“ – Barbara, des Öfteren auch Propagandist(-in) von Cannabis- und Alkoholkonsum* –

*Alkohol und Tabak zählen zu den gefährlichsten Drogen. Wer gesund bleiben möchte, wäre mit Chrystal, Shore, Codein und Kokain viel besser bedient,  da diese Substanzen aber verboten sind und das Achten deutscher Gesetze stets oberste Priorität bleiben sollte, werden natürlich weder die Leser*innen noch ich diesem abstrusen Gedanken folgen.

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-05/drogenbericht-dhs-drogen-konsum-deutschland

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/drogen-studie-alkohol-gefaehrlicher-als-heroin-und-crack-1.1018201

Diese Aussagen sind zwar thematisch verschieden, lassen aber eine Verknüpfung zu und zeigen kompakt das Weltbild etatistischer Linker auf. Ein starker Staat, der die moralische Konformität einzelner Individuen garantieren soll, die Gesundheit des Volkes und der dem Ausland zeigt, wie richtige Politik zu gehen hat. Zusätzlich ein antiamerikanischer und antikapitalistischer Populismus, in dem lächerlichen Vergleich von „Steuerflüchtlingen“ wird auch deutlich, dass der Dienst am Staat ein höheres Gut als das individuelle Wohl ist. Zusätzlich zum Antiindividualismus passt auch sehr gut der Relativismus. Wer keine Individuen kennt, kennt auch keine Vorgeschichte des Einzelnen und kann nur den Status Quo bewerten. Was zuerst fair und neutral wirkt, entpuppt sich als Verharmlosung und Gleichmacherei. Die Rolle der USA im Irak-Krieg kann natürlich mit der russischen Rolle bei der Krim-Annexion verglichen werden, wenn man genügend Parameter wegkürzt und ignoriert. Diese Form der Argumentation wird stets auf das größte allgemeine Abstraktum hinauslaufen und auf einen moralischen Nihilismus, der auch das Selbst in sich auflöst.

Nun nimmt gerade der antirassistische Populismus scheußliche Ausmaße an. Die Ermordung von Bankern wird angemahnt, oder zumindest deren Verfolgung. Es ist auch wieder eine kollektiv geäußertes Ressentiment, sie alle wären Ausbeuter, kaltherzige Egoisten, die am liebsten arme Menschen ausnehmen. Das Finanzkapital ist schuld an der Flüchtlingskrise (anders ist dieses neue Feindbild nicht zu erklären) und muss damit selbst beseitigt werden, damit endlich keine Flüchtlinge mehr kommen. Nationalistisches Gedankengut unter anderen Vorzeichen also. Die Flüchtlinge nehmen wir schon auf, aber tun alles, damit bloß keine mehr kommen. Das Kalkül ist wieder eine geschlossene Gesellschaft, die das Internationale verdammt, mit einem starken Staat und einer Gemeinschaft der Gleichen.

 

[1] Facebook-Eintrag 1

[2] Facebook-Eintrag 2

[3] Facebook-Eintrag 3

[4] Facebook-Eintrag 4

[5] Facebook-Eintrag 5

[6] Facebook-Eintrag 6