Unterschätzte Treibhausgase

Im Rahmen der globalen Erwärmung hört man fast ausschließlich nur von CO2. Diese Fixierung macht die gut belegte Theorie des menschengemachten Klimawandels für Verschwörungstheorien angreifbar, die den Menschen aus seiner Verantwortung gegenüber der Natur und der Umwelt befreien, wie ich in meinem Artikel Die Klimalüge der Klimaleugner auch erwähnt habe.

Zuerst beginnen will ich mit Methan. Das Methan (CH4) als Treibhausgas wirkt und bis zu 35mal „effektiver“ als CO2 ist, wird schon in diesem Spiegelartikel aus dem Jahre 2009 erwähnt unter Bezugnahme auf eine Studie der Columbia University erwähnt. Methanaußstoß wird in großem Maße durch die Landwirtschaft verursacht, das Umweltbundesamt brachte vor wenigen Tagen einen Bericht heraus über die „vergessenen Treibhausgase,“ nämlich Methan und auch Lachgas (N2O), die allein von der deutschen Landwirtschaft ein Äquivalent von 67 Millionen TONNEN CO2 ausstießen.

Da der größte (menschengemachte) Anteil am Methanausstoß auf die Landwirtschaft zurück zu führen ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass Methan (und auch Lachgas, das häufig in Dünger zu finden ist, bzw. durch Reaktionen zwischen Stickstoff und Sauerstoff entsteht) kaum im Weltbild der meisten Aktivisten auftauchen. CO2 ist das Treibhausgas, welches vor allem auf moderne Technologie und die „Großindustrie“ zurückgeht und passt besser in das Feindbild, Moderne gegen Natur. An diesem Punkt wird wieder einmal gut belegt, dass der gewöhnliche Landwirt nicht der naturverbundene Landschaftspfleger und Naturfreund ist, sondern massiv in Ökosysteme eingreift und mit schädlichen Stoffen den eigenen Gewinn maximiert.

Dass CO2 so schädlich ist und unter seinen Konkurrenten heraussticht, 2015 und 2016 in einer Rekordkonzentration in der Atmosphäre vorlag, liegt daran, dass die früheren CO2-Neutralisierer immer weiter zerstört werden (große Wälder, Vergiftung der Meere …). Die Zerstörung großer Waldflächen für Landwirtschaft, vor allem die Viehhaltung minimiert damit einerseits die Fähigkeit des Planeten, CO2-Emissionen ausgleichen zu können und erhöht den Anteil an anthropogenem Methan, das schon jetzt zu 20% zum Klimawandel beiträgt!

Einen noch effektiveren Treibhauseffekt weißt neben dem Methan das Lachgas auf. Beliebt ist es nicht nur als Narkosemittel oder kurz wirksames Dissoziativum bei Konsumenten, sondern eben auch in der Landwirtschaft, als Dünger oder in der Viehhaltung. N20 hat eine Wirksamkeit, die der 298-fachen Wirkung von CO2 entspricht und verbleibt in der Atmosphäre für 114 Jahre, bis es effektiv abgebaut wurde. Lachgas greift daneben auch die Ozonschicht an, wie schon 2009 berichtet wurde.

Der Anteil von Lachgas am anthropogenen Klimawandel beträgt in etwa 5 – 6%, zusammen mit Methan machen nur diese beiden Stoffe schon einen Viertel des menschlichen Anteils am Klimawandel aus. Einzelne Kampagnen klären zwar über deren Gefährlichkeit aus, doch die öffentliche Fixierung auf CO2 bleibt dennoch erhalten.

Neben Lachgas und Methan gibt es allerdings noch Flourkohlenwasserstoffe, Flourchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die neben ihrem Treibhauseffekt äußerst aggressiv auf die Ozonschicht einwirken, welche zwar seit 1995 nur noch eingeschränkt verwendet werden dürfen, aber wegen ihres Potentials von bis zum 14.800fachen des CO2 und hoher Haltbarkeit noch ca. 10% zum gegenwärtigen Klimawandel beitragen (!!!). Deren Konzentration in der Atmosphäre ist allerdings seit 1999 leicht rückläufig, vor allem wegen der großen Einschränkung ihrer Verwendungsmöglichkeiten (da hier bereits gehandelt wurde, kann es aber schlecht zu den „vernachlässigten“ Klimafaktoren gezählt werden).

Die Fixierung auf CO2 birgt viele Gefahren. Zum einen macht sie die (richtige) Theorie des menschengemachten Klimawandels leicht angreifbar, da der CO2-Ausstoß eben nicht die einzige Ursache ist und dieses monokausale Weltbild von den meisten widerlegt werden kann, die mit dieser Zielsetzung beginnen, etwas zu recherchieren. Zum anderen schadet es der Umwelt, wenn man nur die politisch genehmen Faktoren bekämpft, alle anderen aber ignoriert, weil man es sich dann mit der Landwirtschaft versauen könnte.

Die Klimalüge der Klimaleugner

Ich bewege mich selbst in eher libertär orientierten Kreisen und habe darum auch oft Erfahrungen gemacht mit sogenannten Skeptikern, die den derzeitigen Klimawandel als nicht menschengemacht ablehnen. Der Markt und der Mensch sollte frei von Regulierungen bleiben, weswegen viele den Klimawandel für eine staatliche Lüge halten, der als weiterer Grund für sinnlose Vorschriften dienen soll. Das wäre zwar durchaus ein möglicher Grund für eine Erfindung des Klimawandels, beweist aber gar nicht, dass er überhaupt erfunden wurde. Um dem auf den Grund zu gehen möchte ich mich mit den Hauptargumenten der Klimaskeptiker auseinandersetzen.

Zuerst muss man aber unterscheiden. Wie auch beim Kreationismus gibt es nicht nur eine Gruppe, sondern viele verschiedene Motivationen und Ansätze. Die einen sehen lediglich die Faktenlage zu einem menschengemachten Klimawandel skeptisch, die anderen aber leugnen die menschliche Beteiligung und Verantwortung komplett und sind auch meist in einem verschwörungstheoretischen Netz verfangen, dass aus Weltbildimmunisierung und narzisstischem Selbstverständnis besteht, wie es für Verschwörungsglauben typisch ist. Vor allem mit den Argumenten Letzterer möchte ich mich hier auseinandersetzen.

Hierzu habe ich einen sehr ausführlichen klimaskeptischen Artikel aus dem Internet verwendet, der die meisten Argumente dieser Szene gut zusammenfasst und mir damit auch eine gute Grundlage zur Widerlegung bietet. (Mit dieser Einstellung sollte man natürlich nie an die Sache rangehen. Es gilt auch hier wie immer, objektiv zu bleiben. Die Formulierung habe ich nachträglich eingebaut, das soll hier nur Erwähnung finden um dem Vorwurf meiner eigenen Ideologisiertheit zuvor zu kommen.)

Der Artikel beginnt erst einmal damit, zu sagen, dass es bei der Klimalüge nur um Selbstbereicherung der Eliten geht und zudem wird ein Strohmannargument exekutiert. Meines Wissens hat kein Mensch, wie im Artikel behauptet, dass Schmelzen der Polkappen als Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung angegeben. Vielmehr ist es eine Folge des Klimawandels und damit wirklich ein Beleg für eine faktische Erwärmung, aber an sich natürlich nicht dafür, dass sie durch Menschen verursacht wurde. Allerdings konnte ich auch keinen Artikel finden, der das behauptet.

Zum ersten, der angebliche „Beweis,“ dass Menschen mit dem Klimawandel Geschäfte machen, ist kein Beweis. Viele Unternehmen müssen schließlich auch Vorkehrungen treffen und damit mehr Geld aufwenden, z. B. ist die gesamte Automobilindustrie betroffen, die bekanntermaßen eine sehr starke Lobby besitzt. Man kann also kaum davon ausgehen, dass die Interessen/die Lobby der wenigen Unternehmen, die von einer „Klimalüge“ profitieren würden, mehr ins Gewicht fallen als diejenigen, die mehr Ausgaben haben.

Weiter gehts, zum einen behauptet der Autor, die CO2-Messungen am Mauna Loa, einem aktiven Vulkan, seien wohl kaum aussagekräftig, was die Konzentration von Kohlenstoffdioxid angehe. Gehen wir spaßeshalber davon aus, dass die Wahl der genauen Platzierung der Messstation das nicht berücksichtigt hat und einen Bereich wählte, der von den Emissionen direkt betroffen ist … selbst dann zeigt die ansteigende CO2-Kurve, bei einem seit Jahren gleichmäßig aktiven Vulkan dennoch, dass das CO2 auch in der umgebenden Atmosphäre eine höhere Konzentration erreicht und dies passiert seit Jahren. Außerdem besteht MLO nicht nur aus einer Messstation, sondern aus fünf verschiedenen, die mehrere Kilometer auseinanderliegen und deren Ergebnisse in einem Durchschnittswert berücksichtigt werden. Insofern kann man diesen Einwand getrost vergessen.

Amüsanterweise widerspricht der Einwand, dass die Messungen sowieso nichts aussagen in Gänze der restlichen Argumentation des Autors, die aussagt, dass es zu einer Temperatursenkung käme, trotz des hohen CO2-Gehalts der Luft. Wenn die Messungen sowieso erlogen sind, dann ist seine Theorie damit selbst hinfällig. Denn zuerst sagt er, das CO2 würde nicht zur Klimaerwärmung führen und dann, dass das CO2 der Vulkane dafür verantwortlich sei. (de facto entsprechen die vulkanischen Emissionen weniger als einem Prozent der menschlichen)

Das Missverständnis vieler ist, dass der menschliche Anteil am Klimawandel gering sei, weil der Mensch lediglich 3% der CO2-Emissionen zu verantworten hat … doch ein Baum, der bei seinem Verfaulungsprozess dieses freisetzt hat es zum Wachsen benötigt, produziert also nichts „zusätzlich,“ wohingegen menschliche Emissionen nicht ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung der Meere usw. Ein Brunnen, der eigenes Wasser hochpumpt und dieses ablaufen lässt, läuft nicht über, gießt man aber regelmäßig nur ein kleines Glas Wasser hinein, so läuft er doch über, auch wenn der eigene Anteil verschwindend gering ist.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch würde auch kein zusätzliches CO2 produzieren, er bedient sich ja der Naturstoffe. Allerdings greift er ganz massiv in die Teile des Ökosystems ein, die das CO2 binden. Abholzungen des Regenwaldes und Vergiftung der Meere sind Fakten, die auch Klimaleugner nicht bestreiten werden. es kommt also nicht nur darauf an, wie viel CO2 der Mensch produziert, sondern auch darauf, wie er die Ressourcen zur Neutralisierung vernichtet.

Ich hätte gerne etwas zur beschriebenen Graphik verfasst, aber hab eine vergleichbare auch mit deren Quellen nicht finden können. Falls jemand diese kennt oder eine spezifische Quelle nennen kann/eine bestimmte Frage hat, kann ich gerne nochmal nachrecherchieren und den Artikel erweitern.

Allerdings konnte ich hier eine gute Zusammenfassung finden, die den Zusammenhang zwischen CO2 und Klima nahelegt. Die Konzentration in der Atmosphäre ist auch nicht, wie oft behauptet, der einzige Faktor einer Klimaerwärmung. Denn auch die Intensität der Sonneneinstrahlung ändert sich, die geologischen Gegebenheiten sowieso, denn der Mensch ist mittlerweile als geologischer Faktor anzusehen. Wenn zu Zeiten der Dinosaurier die Region der heutigen Niederlande überflutet wurde, dann interessierte das keinen, eine Klimaveränderung heutzutage hätte allerdings katastrophalere Folgen.

Der Autor widerspricht sich wieder, als er weiter behauptet, dass Polareis würde stabil sein oder sogar „wachsen.“ Wieso dann zuvor die Rechtfertigung, der Mensch habe kaum Einfluß auf die CO2-Konzentration, wenn steigende Werte keinen Einfluß auf das Klima haben? Aber dies nur am Rande. Ich selbst habe bei meiner Recherche, auch zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nur Quellen gefunden, die einen steigenden Meeresspiegel belegen (woher, wenn nicht durch Abschmelzung der Pole, soll eine solche Menge Wasser kommen?), wie zum Beispiel hier, wobei auch hingewießen wird auf Schwankungen im Meeresspiegel. Das heißt, dass in einem Jahr das Eis tatsächlich stabiler wird oder sogar zunimmt, auf Dauer, über einen langen Zeitraum hinweg aber in der Tendenz abnimmt. Damit ist der Vergleich von lediglich zwei Jahren, wie er im hier besprochenen Artikel vorgenommen wird, wenig aussagekräftig. Zusätzlich als geeignet erschienen mir noch zwei Artikel der „Lügenpresse“ zur Widerlegung, einerseits von der deutschen Welle und andererseits vom bayrischen Rundfunk.

Die beiden Bilder der Radarstation DYE3 sagen wieder relativ wenig aus. Zum einen ist lediglich bei einem angegeben, wann genau es aufgenommen wurde, zum anderen sind es Momentaufnahmen, die momentane Wetterlage und ähnliches komplett außer Acht lassen. Der Klimawandel ist kein linear verlaufendes Ereignis, extreme Schwankungen sind sogar eher ein Beleg für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Verhältnis. Die Tendenz zu einer Erwärmung ist gegeben, das heißt nicht, dass es keine Kaltwetterperioden gibt.

Das nächste Argument ist in meinen Augen mehr als fadenscheinig:

Früher waren die Gletscher hellweiss und haben die Strahlung besser reflektiert. Guckt euch an wie schwarz die heute sind.
Das Resulat der Studie passte aber den Auftraggebern überhaupt nicht und wurde nicht veröffentlicht, weil sie als Antwort das CO2 als Schuldigen hören wollten. Sie verschwand in der Schublade. Man hätte ja was tun müssen und sich mit einer starken Lobby angelegt. Ausserdem wird die Verschmutzung grossteils aus den Nachbarländern rein geweht.

Dass die Gletscher wegen abgelagerten Rußpartikeln die Einstrahlung der Sonne weniger stark reflektieren und diese dadurch schneller Abschmelzen ist durchaus vorstellbar, klingt auch ziemlich logisch. Allerdings ist der Fakt, dass auch andere Faktoren für die massive Zerstörung der Gletscher verantwortlich sind kein Gegenbeleg für eine Klimaerwärmung durch CO2. Es ist, als würde man behaupten, in Spanien sei es wärmer als in Deutschland wegen der häufigeren Waldbrände.

Einer der wichtigsten Argumente der Klimahysteriker ist, durch die Klimaerwärmung befindet sich mehr Energie in der Atmosphäre und im Meer, deshalb wird es weltweit mehr Stürme und zerstörerische Hurrikane geben, welche Milliarden an Schäden verursachen werden.

Mit dieser Behauptung greift der Autor nicht nur die Vertreter der (von den meisten Wissenschaftlern vertretenen) Theorie des menschengemachten Klimawandels an, sondern auch jene, die nur sagen, dass es eine Klimaerwärmung an sich gibt. Nun sind aber nicht nur die Stürme, sondern an und für sich Wetterextreme angenommene Belege für die Klimaerwärmung und Schäden durch Extremwetterlagen haben seit 1980 zugenommen. Auch hier gilt wieder, eine nicht-lineare Zunahme ist nicht bewertbar anhand so kurzer Intervalle. Auch Modellrechnungen legen nahe, dass nicht die Anzahl der Stürme steigt (sie sinkt möglicherweise sogar leicht), sondern vor allem die Heftigkeit der Stürme zunimmt. Man sollte die „Klimahysteriker“ richtig zitieren, bevor man sich über sie lustig macht, allerdings soll die aufgesetzte Arroganz des Autors hier nicht erwidert werden.

Im nächsten Argument geht es wieder darum, dass eine einzelne Statistik aus einem Teilgebiet mit einem Vergleich eines Intervalls von etwa dreißig Jahren natürlich sämtliche anderen Statistiken widerlegt. Zugegebenermaßen ist mir hier schon fast die Lust vergangen, diese Studie noch anzuschauen, aber Objektivität ist wichtig und darum soll dieser Aussage wieder eine Chance gegeben werden. Es ist eine Statistik der Temperaturen im Great Barrier Reef Marine Park, die sogar eine leichte Abkühlung der Wassertemperaturen zeigen soll. Nun könnte man im Gegenzug fragen, wieso die australische Regierung zugunsten des Tourismus Passagen aus einem UN-Bericht streichen lies, der von massiver Korallenbleiche dort berichtete, wegen der Klimaerwärmung. Scheinbar wird die „Propaganda zur Klimaerwärmung“ doch nicht so exzessiv betrieben, wenn Staaten aktiv die Aufklärung darüber verhindern. Die verwendete Statistik ist also faktisch gefälscht und von der australischen Regierung schöngeredet, um Einbußen im Bereich der Touristik zu verhindern.

Weiter geht es damit, dass behauptet wird, zwischen CO2 und Temperatur gäbe es keinen Zusammenhang. Der „Beweis“ ist, dass der CO2-Gehalt stark schwankte, die Temperatur aber relativ konstant blieb. Die Statistik berücksichtigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde, aber nicht den Aufbau der Atmossphäre, zudem gab es Zeiten auf der Erde mit um die 50 °C, die hier aber seltsamerweise nicht dargestellt werden (auch wenn sie nichts mit dem CO2-Gehalt zu tun hatten), was die Graphik fragwürdig erscheinen lässt. Auch tauchen die Eiszeiten nicht wirklich auf.

Natürlich muss man klar sagen, CO2 ist nicht der einzige Schadstoff, schon gar nicht der zerstörerischste, der von den modernen Industrienationen in die Atmossphäre geschickt wird. Moleküle wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe u. A. greifen das Ozon an und entfalten destruktive Wirkung. Wenn man den Fehler macht, wie auch viele, die den menschenbeförderten Klimawandel als richtig akzeptieren, und alles nur auf den CO2-Ausstoß reduziert, dann wird man den ganzen menschlichen Einfluß nur schwer nachvollziehen können. Die Behauptung des Autors, für eine Verbindung zwischen CO2 und dem Klima gäbe es keinen Beleg, ist grundsätzlich falsch, doch er weißt auch auf etwas hin, das vielen leider nicht so klar ist, wie es sein sollte. CO2 ist NICHT der einzige Faktor in der Entstehung des Klimas, es ist ein unglaublich komplexes System.

Uns sollte dabei allen klar sein, in hochkomplexen Systemen können kleine Änderungen große Konsequenzen mit sich bringen. Die Gegner der Anschauung eines menschengemachten oder zumindest beförderten Klimawandels brauchen sich also nicht zu früh freuen. Das wir lediglich 3% des CO2’s „verursachen“ heißt keineswegs, dass unser Anteil am Klimawandel auch nur 3% beträgt.

Auch wenn in diesem Artikel einiges stand, dem ich auch zustimmen konnte, so ruiniert der  Autor alles mit diesem „Fazit.“

Fazit: Wir sehen, unseren Planeten geht es gut, alles ist normal, das Klima und alle damit verbundenen Parameter verlaufen stabil, keine alarmierender Trend in Sicht. Das heisst nicht, wir können die Sau raus lassen, sondern es heisst was uns die Alarmisten erzählen ist falsch und gelogen.

Die Argumente der Vertreter der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung sind somit widerlegt. Erstens findet schon seit 10 Jahren keine Erwärmung statt, das CO2 hat deshalb gar nichts mit dem Klima zu tun, und die gerne immer wieder als Beispiel gebrachten Behauptungen über das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher in Grönland stimmen nicht mit dem was wirklich passiert überein.
Es wird uns durch Horrorbilder in den Filmen und TV-Berichten ein Katastrophenszenario vorgespielt, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Alles eine Manipulation zur Meinungssteuerung um uns Angst zu machen, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, uns schuldig fühlen, deshalb bereit sind für die Sünde zu büßen und zu zahlen.

Bei dem derzeitigen Artensterben, der sehr wohl vorhandenen Klimaerwärmung, dem Absterben von Korallenriffen, das in der vom Autor verwendeten Studie herausgestrichen wurde und Vergiftung der Natur durch Stoffe, die weitaus toxischer sind als das CO2 und die von den Menschen produziert werden ist dieses Fazit ein absoluter Witz. Der angeblich kritische Geist hat sich noch viel mehr auf das CO2 fixiert als die „Klimahysteriker,“ denen er ja ach so überlegen ist. Man könnte nun in gleicher unterstellender Art fragen, ob er nicht vielleicht von Konzernen bezahlt wird, um implizit andere toxische Stoffe auszuklammern und zu verschweigen, aber hier sollten zumindest alle wissen, dass das albern ist. Ja, glaubt nicht alles automatisch eins zu eins, wie es euch vorgegeben wird, vollkommen richtig. Doch wieso erwartet der Autor das von seinen Lesern?

Auch erklärt hier nichts, wieso der Mensch für seinen angeblich so geringen Anteil nicht dennoch Verantwortung übernehmen soll? Wenn wir die einzigen „Tiere“ sind, die ihr Handeln so reflektieren können, weswegen sollten wir diese Gabe ignorieren? Mit dem kindischen Hinweis, der Vulkan explodiert auch einfach so, also warum nicht mit 200 km/h über die Autobahn brettern?

Klimaskeptiker werden sich sicher angegriffen fühlen, doch das hier ist kein Angriff. Es ist ein Appell an ihre eigenen Werte, nämlich die des Hinterfragens von Daten und angeblichen Tatsachen. Das Hinterfragen ist ein Wert des Bewusstseins, Bewusstsein ist Verantwortung und Verantwortung bedeutet auch, dass man für das eigene Handeln gerade steht und es positiver gestaltet. Selbst wenn der menschliche Anteil gering sein soll, so ist das kein Grund, ihn noch auszubauen.

Open Mind – Der Staat bekämpft den Safer Use!

Der Youtuber Open Mind lud heute (am 19.04.2017) ein Video hoch, in dem er erklärte, dass er vom Zollamt eine Vorladung vor Gericht bekam. Auch wenn bislang noch nichts weiteres bekannt ist, zeigt das wieder, dass der deutsche Staat extrem repressiv vorgeht und auch psychische Traumata verursachen kann. Durch das Video wird vielen, die eine solche Situation wohl noch nie erlebt haben, aufgezeigt, wie krass die psychische Belastung ist, die durch Strafverfolgung verursacht wird. Man muss es sich vor Augen halten, dass Menschen verfolgt, kriminalisiert, zerstört, traumatisiert und ausgegrenzt werden, weil sie Substanzen zu sich nehmen, die um ein Vielfaches gesellschaftsverträglicher sind als zum Beispiel Alkohol. Nicht nur das, selbst wenn sie viel schädlicher als Alkohol wären, so schadet man sich als Konsument ausschließlich SELBST (wenn man Safer Use berücksichtigt schadet man sich eigentlich gar nicht/nur in Ausnahmefällen)!

Dass es den Youtuber Open Mind trifft straft aber auch die Unionspolitiker Lügen, die behaupten, ihr oberstes Ziel wäre Aufklärung und Sensibilisierung, dass Jugendliche nicht zu Drogen greifen und die Hilfe und Vorbeugung bei Sucht und Ähnlichem, denn genau dafür steht sein Kanal. Er betreibt Aufklärung im Umgang mit gebräuchlichen Substanzen, rät von gefährlichen Stoffen wie den RC’s ab und hat bei einem jüngeren Publikum einen viel besseren Zugang als zum Beispiel die Politiker der Union (oder insgesamt alle Politiker).

Der Youtube-Kanal von Open Mind ist mit seiner Reichweite einer der größten Aufklärungskanäle im deutschsprachigen Raum. Er schafft es mit seinen Videos mehr der Menschen zu erreichen, die eigentlich erreicht werden sollen. Wenn die Polizei mal wieder ihre Antidrogenlitanei an Schulen herunterspult, die von jedem Freizeitkiffer auseinander genommen werden kann, dann erreicht sie eben nicht diejenigen, die dem Thema zugeneigt sind (diese sind meist ohnehin schon (zu Recht) polizeikritisch eingestellt) oder die Konsumenten selbst (diese wissen ja, dass die Fixierung auf negative Seiten nichts anderes ist als modernes Märchenerzählen, schließlich haben sie selbst erlebt, dass sie sich nach dem ersten Zug am Joint nicht gleich auf dem Strich verkaufen mussten um an neue Drogen zu kommen).

Wenn mit dem Kanal ein wichtiges Aufklärungsmedium wegfallen sollte oder die Politik vor lauter Angst vor der Aufklärung nun beginnt, Exempel zu statuieren und härter durchzugreifen, um die Legalisierung aller Drogen noch aufzuhalten, dann wird das ein großer Rückschlag für den bewussten und verantwortungsvollen Konsum mit Substanzen. Die Regierung, der Gesetzgeber, muss sich der Frage stellen: Will er eine unaufgeklärte, verdummte Bevölkerung, die blind Traditionen nachrennt, oder will er mündige, selbstverantwortliche Bürger, wie er immer behauptet?

Sozialdarwinismus und Evolution

Viele religiöse Kritiker der Evolutionstheorie erheben den Anspruch darauf, selbst moralisch überlegen zu sein und sagen, aus der natürlichen Selektion als Kern der Evolution müsse man folgern, dass der Mensch ausschließlich egoistisch handeln dürfe, da er sonst inkonsequent handeln würde. Dass diese These falsch ist, soll hier anhand mehrerer Punkte logisch dargelegt werden.

  1. Wenn wir die Resultate einer Gesellschaft betrachten würden, die auf ausschließlichem Egoismus basiert (nicht zu verwechseln mit dem libertären Modell von Vertragsfreiheiten), dann würde man sehen, dass es ausschließlich zu kontraproduktivem Verhalten führen kann. Die menschlichen Gehirnleistung hat vieles ermöglicht, als einen Seiteneffekt auch, dass sich alle Menschen gegenseitig derartig effektiv blockieren könnten, dass sie sich ausrotten würden. In freier Wildbahn mit wenigen Exemplaren ist das Verhalten des Egoismus absolut sinnvoll, unser Verstand hat aber begriffen, dass in einer hochkomplexen Gesellschaft, wie sie z. B. auch bei Ameisen vorhanden ist, die Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissen auch für die Einzelnen führt.
  2. Altruismus könnte man auch als eine Form der Partnerwerbung betrachten. Durch eine solche Form der Eigenwerbung zeigt man auch seinen Besitz, wer zum Beispiel Geld spendet kann ja nicht komplett mittellos sein.
  3. Das zweite Argument lässt sich auch verallgemeinernd auf die gesamte Gesellschaft ausweiten. Wer spendet oder eigene Stiftungen eröffnet zeigt damit seinen Besitz, sichert sich Loyalitäten, Bewunderung und einen sicheren Status. Bei größeren Unternehmen dient es auch der Absatzwerbung und einem verbesserten Image, was potentielle Kunden auch überzeugt, mit ihrem Kauf etwas Gutes zu tun.
  4. Kein wirkliches Argument, weswegen Altruismus der Evolution nicht widerspricht ist das Folgende, allerdings erklärt es, warum die Moral der Gläubigen ebensowenig eine wirklich feste moralische Basis hat. Denn ein Gott, der die Grundregeln der Moral determiniert, ist allmächtig, nach der Definition der meisten Gläubigen zumindest. Allmacht impliziert auch die Möglichkeit zu Reflexion seines eigenen Wortes und auch die Möglichkeit, eigene Entscheidungen rückgängig zu machen, es sich also praktisch „anders zu überlegen.“ Spricht man ihm diese ab indem man sich auf sein Versprechen stützt, die eigene Meinung nicht zu ändern, dann beraubt man ihn auch seiner Allmacht. Was allgegenwärtig ist muss nicht allmächtig sein, aber was allmächtig ist muss auch allgegenwärtig sein, womit Gott mit dem Verlust seiner Allmacht auch nicht mehr das große Ganze darstellen würde, dass zum Aufstellen einer Moral ohne Lücken unerlässlich ist.

Legal Highs 5 (Methylphenidat-Präparate)

Ich erhalte das Medikament Medikinet als Mittel gegen mein ADS, bin also vollkommen legal im Besitz eines Wirkstoffes, der eigentlich unter das BtmG fällt. Auch wenn es mir widerstrebt und oft als schlechte Recherchearbeit abgetan wird, möchte ich den Wikipedia-Artikel zu dieser Substanz verlinken. Methylphenidat ist ein Amphetamin-Analogon und hat neben einer ähnlichen chemischen Struktur auch eine ähnliche Wirkung. Es ist folglich ein Upper, wie bereits erwähnt wirkt es wie „Speed“ und führt zu erhöhter Wachheit, Euphorie, einem erhöhten Selbstbewusstsein und verbesserter Konzentrationsfähigkeit (natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, viele dürften auch das Gefühl kennen, zu viel Speed konsumiert zu haben und in Folge keinen geraden Satz mehr raus zu bekommen). Eines Tages entschied ich mich dazu, das Medikament Medikinet überzudosieren und habe mittlerweile einiges an Erfahrung sammeln können. Da Präparate mit Methylphenidat einen schlechten Ruf genießen und seltsamerweise von der breiten Masse als Sedativum klassifiziert werden, will ich diesen Ruf etwas gerade rücken.

Zum einen, ganz abseits von den überdosierten Einnahmen des Präparates, hat mir Methylphenidat entscheidend geholfen. In der Schule, in der Organisation des Privaten und auch meiner Motivation zur Aneignung von Wissen. Nebenwirkungen kamen lediglich auf, als ich begann, mit dem Rauchen aufzuhören, es war praktisch unmöglich eine Zigarette abzulehnen wenn das Medikinet eingenommen wurde. Nun ist der akute Nikotinentzug vorbei und es ist sogar so, dass mich die morgendliche Kapsel freut. Die Effekte sind selbst in dieser niedrigen Dosis von 30 mg nicht zu leugnen, zwar nicht direkt spürbar, aber sichtbar an den Ergebnissen meiner Arbeit, egal in welchem Bereich. Auch eine Steigerung des Selbstwertgefühls, des Optimismuses, der Empathie und der Fähigkeit zum Empfinden von Freude ist für mich schon wahrnehmbar.

Daraus könnte man schließen, dass höhere Dosen Methylphenidat lediglich eine Verstärkung der bisherigen Wirkungen bewirken. Ganz trifft es das aber nicht, darum habe ich einen „Tripbericht“ aus meinen verschiedenen Notizen zu verschiedenen Dosen zusammengestellt, der zur jeweiligen Dosis die Auswirkungen beschreibt.

Begonnen haben die Experimente mit Überdosen mit einer, in meinen Augen, krassen Überdosis. 200 mg waren es, ich hatte gelesen, dass dies die Mindestdosis für eine spürbare Wirkung sei, auch wenn es mir schon davor viel zu viel vorkam (einige Menschen reagieren scheinbar sehr empfindlich auf MPh, 60 mg sind bei mir das, was andere bei 200 mg verspüren). Die Kapseln waren geöffnet und der Inhalt weiter zerkleinert und daraufhin nasal eingenommen worden. Die Wirkung setzte auch schon nach wenigen Minuten ein. Eine extreme Euphorie ergriff mich, die Musik in meinem Zimmer schien vor Energie zu pulsieren. Der konzentrationsfördernde Aspekt war nicht mehr vorhanden und mein eigentliches Vorhaben, nämlich genauestens aufzuschreiben wie die Wirkung verlief, war auch nicht so umsetzbar, wie ich es mir vorgestellt hatte. Stattdessen lief in meinem Gehirn ein Feuerwerk ab, in meinem Kopf war ein angenehmes Druckgefühl, das sich auch leicht elektrisiert anfühlte. Die Augen waren (typisch für Amphetamine/o. Ä. bei mir) geweitet, der Mund trocken und vor allem schwitzte ich auch sehr stark. Die aufputschende Wirkung hielt gut eine Stunde an. Trotz der etwas unangenehmeren Nebeneffekte war ich von einer extremen Euphorie und Bewegungslust ergriffen und fühlte mich wohl. Der Körper wirkte elektrisiert und auch mehr zu mir gehörig als sonst. Danach folgte leider ein Down für den Rest des Tages. Ich fühlte mich deprimiert, körperlich erledigt, müde und unkonzentriert, ein Zustand, der leider sehr viel länger anhielt als der des „Trips.“

Mittlerweile habe ich die bei mir am zufriedenstellendste Dosis gefunden. Zwischen 60 mg und 90 mg lässt sich ein Down verhindern, vor allem wenn man noch während der akuten Wirkung beginnt, Mate-Tee oder grünen/schwarzen Tee zu trinken. Im Gegensatz zu Kaffee und Energy-Drinks ist das dortige Koffein gebunden und wird langsamer freigesetzt. Während das MPh aufhört zu wirken beginnt der Tee mild zu wirken und fängt das Down gewissermaßen ab. Allerdings putscht er nicht wieder so stark auf, dass man danach nicht schlafen könnte, sondern lediglich so weit, dass der Körper noch zufriedenstellend arbeitet und die Regeneration auf die Schlafzeit „verschleppt“ werden kann.

Die genannte Dosis erzielt (in meinem Fall) einen Fokus, eine Euphorie, die nicht ganz weltentfremdet wirkt (wie z. B. bei Cannabis), sondern als normal und zu sich gehörig. Der Bewegungsdrang ist auch hier wieder gesteigert und das Empfinden von Musik ebenso. Bei diesen eher niedrigen Dosen kann man die Nebenwirkungen, nicht nur das Down, sondern auch den trockenen Mund (durch viel Trinken, am besten eben von den genannten Tee-Sorten), die geweiteten Augen und das Schwitzen minimieren und kontrollieren. Sie ist hervorragend zum Lernen oder zum Ausüben kognitiv oder physisch anstrengender Aufgaben und auch als das kleine fröhliche Licht an Tagen, die eher suboptimal verlaufen sind. Die Suchtgefahr ist eher gering, allerdings besteht ein solches Potential durchaus und sollte immer berücksichtigt werden.

Safer Use – es gibt keine risikofreie Nüchternheit

Der Titel ist zweifellos äußerst provokant gewählt. Doch ist es ein faktisch richtiger und überlegenswerter Einwand gegen die Propaganda der Gegner des Substanzkonsums. Tatsächlich hat jede Droge ihr Risiko, die einen mehr, die anderen weniger. Allerdings hat auch Nicht-Konsum seine Risiken. In der Welt beschreibt beispielsweise ein Artikel, dass regelmäßiger Koffeinkonsum das Alzheimer-Risiko senkt. Cannabis, besonders der Inhaltsstoff CBD (siehe http://amzn.to/2nh0l2w) oder auch als Gesamtes (siehe http://amzn.to/2mBewCl) wirkt krebsvorbeugend, blutdrucksenkend, antibiotisch usw. von den extremen Vorteilen des reinen CBD’s wollen wir dabei gar nicht erst anfangen (wen es doch interessiert, der sei noch einmal auf den vorigen Link zum CBD verwiesen oder auf das Video von Open Mind zu diesem Thema.) MDMA und LSD werden von vielen Psychiatern und Neurologen schon als mögliche Allheilmittel der Psychiatrie in Erwägung gezogen (Allheilmittel ist natürlich etwas übertrieben, zur Anwendung von MDMA in der Psychiatrie empfehle ich allerdings folgenden Vortrag zur medizinischen Anwendung von MDMA).

Diese Liste lässt sich noch ewig weiterführen, mit der Bekämpfung von Sucht mit Ibogain (http://amzn.to/2nh5kQG) das mögliche Potential (noch nicht ausreichen belegt, aber sehr wahrscheinlich) von Psilocybin-Pilzen bei Menstruationsbeschwerden, Clusterkopfschmerzen und psychischen Erkrankungen, sowie die traditionelle medizinsche Anwendung nahezu jeder psychoaktiven Substanz (definitiv die Lektüre wert! http://amzn.to/2nSWEmW).

Nun ist aber den meisten bekannt, dass Drogen und Medikamente eigentlich identisch sind von ihren Möglichkeiten her und allein die Tatsache dass Erstere verboten und Zweitere erlaubt sind unterscheidet diese Gruppen. Dennoch ist die Floskel auch unter drogenmündigen Menschen allgegenwärtig, es gäbe keinen risikofreien Konsum. Falsch ist das auch nicht, aber falsch ist die Annahme, dass das Nüchtern-Sein automatisch gesünder und risikofreier sei. Wäre dem so, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben, denn der Konsum unserer Vorfahren kann mit Fug und Recht als ausufernd und exzessiv beschrieben werden.

Ich selbst bin es Leid, Menschen, die nichts konsumieren und das nach außen tragen mit einem Selbstverständnis, dadurch irgendwie disziplinierter zu sein, als vernünftiger und stärker zu verklären. Solche Menschen sind nicht stark. Sie sind meist uninformiert, weil sie 1. die Definition von Drogen meist nicht kennen und nicht wissen, dass auch der abendliche Fencheltee, das Baldriandragee und der Kaffee am Morgen dazu gehören, 2. nicht wissen, dass Drogen und Medikamente weitestgehend das Gleiche sind und 3. nicht wissen, dass viele Substanzen bei der Prävention von Krankheiten extrem hilfreich sind. Wir konsumieren täglich Drogen. Und nebenbei, gerade diejenigen, die so vehement gegen diese effektiven Hilfsmittel wettern schwören oft auf grünen Tee, zumindest meiner Erfahrung nach.

Die Menschheit hat von Beginn an begonnen, Pflanzen, Pilze und auch Tiere zu Rauschzwecken zu konsumieren. Substanzen ermöglichen Grenzerfahrungen und Perspektivwechsel, visionäres Verstehen der Gegenwart und sind damit die effektivste Triebfeder des Fortschritts. LSD und andere Psychedelika werden so auch oft verwendet, um intellektuelle Fragen unkonventionell zu lösen, wie in diesem Artikel berichtet wird. Leichte Upper wie Kaffee, die Kolanuss, der Teestrauch oder Mate erhöhen die Konzentration, Leistungsfähigkeit und beugen vielen demenzähnlichen Erkrankungen vor, da die später betroffenen Gehirnareale so mehr gefordert werden und dadurch vom Körper auch gestärkt. CBD wirkt neuroprotektiv, hat also sogar einen schützenden Effekt auf unser Gehirn. Die Menschen leben seit ihrer Entstehung in einer symbiontischen Beziehung zu psychoaktiven und anders wirksamen Substanzen, eine Beziehung, die auch nicht einfach aufgehoben werden kann. Wären diese Stoffe so körperfremd und unnatürlich (dies gilt AUCH für synthetische Drogen, natürlich heißt NICHT besser), dann würden sie gar keine Wirkung auslösen.

Wer komplett nüchtern sein will und auf jegliches Hilfsmittel verzichtet, der verzichtet auf Dinge, an die sich unser Körper im Laufe der Evolution anpasste. Ein Gehirn, dass z.B. über Jahrtausende dem Einfluß von Koffein ausgesetzt war (in nahezu jedem Kulturkreis) wird sich dessen Wirkung angepasst haben, vor allem auch, da die meisten Substanzen (im Gegensatz zum legalen Gift Alkohol) nicht von vorneherein aggressive Nervengifte sind. Es ist wie eine Symbiose … der Mensch braucht die Drogen. Die Drogen aber den Menschen nicht. Wir sollten nicht das bekämpfen, was den Menschen überhaupt zivilisiert machte.

Der Tumor des Verschwörungsglaubens

Wer sich von der Überschrift getriggert gefühlt hat, hat damit auch durchaus recht. Er bedient abstrahiert gesehen eine antisemitische Vorstellung, die gewisse Teile der Gesellschaft als krankhaft und ausselektierenswert betrachtet. Versteht man es dagegen eher bezogen auf das Wachstum, so wird auch klar, weswegen der moderne Verschwörungsglaube tatsächlich einem Tumor gleichkommt, er verbreitet sich aggressiv und schnell und lässt vom ursprünglichen „Gewebe“ nichts übrig. Denn bei Verschwörungstheorien handelt es sich genauso wie beim religiösen Fanatismus nicht um eine Meinung, sondern ein abgeschlossenes und pathologisches Weltbild (hiermit ist natürlich nicht jeder Esoteriker usw. gemeint, sondern wirkliche verbohrte Härtefälle). Einem Menschen mit Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen würde keiner eine wirkliche Meinung unterstellen, denn dieser ist de facto nicht in der Lage, seine Weltsicht zu überdenken, er hat sie auch nie angezweifelt.

Man tut diesen Menschen keinen Gefallen, wenn man sie unter dem Deckmäntelchen der Demokratie einfach Spinner sein lässt die man hin und wieder argumentativ abfertigen kann um der Welt zu demonstrieren wie gebildet und intellektuell man ist. Religiöser Wahn z. B. ist eine anerkannte Erkrankung und Richard Dawkins nannte eines seiner lehrreichen und interessanten Bücher nicht umsonst „The god delusion“ ( http://amzn.to/2mt4q6F ). In diesem Buch legt er das in sich selbst abgeschlossene und unwiderlegbare Weltbild religiöser Fundamentalisten dar und damit nicht nur die Grundlagen des Glaubens, sondern auch das Weltbild der Verschwörungstheoretiker. Ob es nun Freimaurer, Satanisten, Juden, Reptiloiden usw. sind, im Zentrum steht immer diese eine Macht, die alles kontrolliert. Also den ersten wichtigen Punkt des monotheistischen Glaubens, eine Konzentration aller Macht und allen Einflußes auf eine einzelne Kausalität.

Während Dawkins aus der fundamentalistisch-religiösen Sicht auf die Welt ihre Form der Immunisierung herausarbeitet, „die Wege des Herrn sind unergründlich“ und „Gott gehorcht keiner irdischen Logik“, so findet man diese in anderer Form auch wieder in Verschwörungstheorien. Hier verschleiern die Verantwortlichen durch grenzenlose Macht über die Medien und teilweise sogar Manipulation und Gedankenkontrolle (Das Gefühl nicht Herr der eigenen Gedanken zu sein ist oftmals Symptom einer paranoiden Schizophrenie) ihre Untaten und belügen die dumme Masse. Wieder sind die Ähnlichkeiten zwischen den Gedankensystemen bestechend und oftmals überschneiden sie sich auch. Vor allem im amerikanischen Raum besteht zwischen Evangelikalen und Verschwörungsgläubigen eine große Schnittmenge, beispielhaft könnte man Ron Paul und Alex Jones nennen, die einen großen Einfluß auf die dortige „Truther“-Bewegung haben.

Weswegen zog ich nun aber die Analogie zu einem Tumor? Die „Truther“-Bewegung und fanatische religiöse (monotheistische) Bewegungen haben eines gemeinsam: Ihren Anspruch, die alleinige Wahrheit zu vertreten und andere Ansichten zu verdrängen. Die verschwörungsgläubigen Weltbilder beruhen meist auf einer angenommenen Verschwörung gegen die breite Masse, die dem Untergang geweiht ist, falls sie nicht umkehrt, die Wahrheit erkennt und gegen „das Böse“ rebelliert. Jede entgegengesetzte Meinung wird darum nicht akzeptiert und KANN auch nicht akzeptiert werden, denn sie führt nach dieser Logik dazu, dass Millionen ins Verderben gestürzt werden. So gilt es auch im religiösen Weltbild. Der Tumor verdrängt gesundes Gewebe und setzt auf Ausbreitung ohne Rücksicht auf Verluste (die Analogie unterstellt einem reelen Tumor natürlich keinen bösen Willen), so auch der Verschwörungsglauben. Breitet er sich nicht aus, sondern trifft stattdessen auf Skeptiker, merkt der „Gläubige,“ dass er nicht als Retter gefeiert sondern als Spinner verlacht wird, so wird das Ganze gefährlich. Denn der Wahn, wirklich etwas Gutes zu tun und gegen reeles Unrecht vorzugehen macht sämtliche gesellschaftlichen Vorstellungen von moralischem und ethischem Miteinander zunichte. Die Vereinsamung radikalisiert, das Unverständnis verbittert … verschwörungstheoretische Überzeugungen können tatsächlich eine bloße Meinung sein, doch sie kippt leicht ins Pathologische. Eine Haltung, die sich jeder Diskussion enthält und allen „einfach ihre Meinung lässt“ kann in solchen Fällen dazu führen, dass ganze Leben zerstört werden.