Unser Schulsystem – Selig sind die geistig Armen

Man muss gar nicht mit Statistiken um sich werfen um logisch zu erklären, warum unser Schulsystem nichts bringt. Wie erwähnt, es reicht, die gute alte Logik zu bemühen und ein anderes Fazit wird kaum zustande kommen. Aber genug der Polemik.

Stellen wir uns eine Person vor, die alles Wissen in sich vereint. Logische Schlüsse aus diesem Wissen kann er aber nicht ziehen und Verknüpfungen zwischen den Teilbereichen nicht knüpfen. Eine zweite Person kann nun in ihrem ganzen Leben niemals so viel Wissen anhäufen wie die andere, aber dafür Schlüsse ziehen und alles zu einem großen Ganzen verknüpfen. Würden Sie diese zweite Person nun zwingen, so viel wie möglich auswendig zu lernen, oder würden Sie ihr beibringen, wie man logisch schlussfolgert, aus bereitgestellten Daten einen Zusammenhang konstruiert und über das Bekannte hinausdenkt? Ich bin mir sicher, Sie würden die zweite Möglichkeit wählen.

In unserem Schulsystem läuft es nun aber andersrum. Wer auswendig lernen kann kommt weit, wohingegen Menschen, denen die Disziplin fehlt, stumpf Vokabellisten auswendig zu lernen (zum Beispiel ADS/ADHS-Erkrankte), regelmäßig schlecht abschneiden. Über die Intelligenz oder auch nur die wirklich erworbenen Fähigkeiten sagt das NICHTS aus.

Das es bei Sprachen auch ums Auswendig-Lernen geht ist nur logisch. Problematisch ist es aber, dass diese Mentalität auf Fächer wie Physik, Mathematik oder Ethik angewandt wird. Der Grund, dass Mathematik und Physik vielen schwerfällt ist, dass Formeln und Axiome auswendig gelernt werden, ohne zu verstehen WARUM sie funktionieren. Wie sehr sich zum Beispiel die Schulmathematik von der „richtigen“ Mathematik unterscheidet ist mir bewusst geworden, als ich begann, mich selbst in meiner Freizeit damit zu befassen.

Die Mathematik als aufeinander aufbauendes Gebäude KANN nur als solches verstanden werden. Was für einen Sinn ergibt es, Ableitungen zu erklären, wenn den Schülern noch nicht einmal klar gemacht wurde, was eine Funktion an sich überhaupt ist? Diese werden brav die Formel auswendig lernen, in der Klassenarbeit perfekt ableiten aber nicht wissen, was sie überhaupt gemacht haben. Jedes neue Themengebiet wird vermittelt, als wäre es etwas komplett anderes, als hätten Analysis und Geometrie nichts miteinander zu tun. Die Fähigkeit der Schüler Verknüpfungen herzustellen wird systematisch abgetötet.

Gerade im Bezug auf Mathematik erlebt man in der Schule eine Abkehr von Theorie und Abstraktheit. Alles muss praxisdienlich sein und kapitalistisch verwertbar. Genau wie schon das G8 ein Geschenk an die Industrie war, ist es die Verbannung von praktisch (noch) nicht verwertbarem Wissen. Die Gesellschaft ist mittlerweile so kapitalistisch geprägt, dass sie sofortige Ergebnisse fordert und „Effizienz“, die aber nur darin besteht, möglichst wenig Zeit aufzuwenden. Das Resultat ist, dass Wissen nicht verinnerlicht wird, sondern sofort durch den neuen Lernblock, der aufgetischt wird, verdrängt. Die Effizienz ist also auf lange Sicht ineffizient, denn das, was unser Bewusstsein ausmacht, assoziatives Denken, wird wegrationalisiert.

Das Schulsystem darf nicht nach den Maßstäben von Zeitersparnis und Rationalisierung ausgerichtet werden, wenn es wirklich Bildung vermitteln möchte. Das Bulimie-Lernen nutzt niemandem etwas, macht Abschlüsse wertlos und erschwert später den Einstieg in das Studium oder den Beruf, denn dort werden dann genau diese Kompetenzen gefordert, die zuvor wegrationalisiert wurden.

Ein weiterer großer Fehler des Systems ist, dass jede Leistung unbedingt verglichen werden muss. Pisa-Studien und Noten können höchstens näherungsweise bei der Leistungseinschätzung in einigen wenigen Disziplinen hilfreich sein. Auch hier wird aber wieder nur gemessen, was auch ein Computer leisten könnte. Jemand, der in sämtlichen abgefragten Bereichen der Mathematik gute Noten bekommt ist nicht automatisch ein guter Mathematiker. Euler, Gauß, Riemann, Cauchy, Ramanujan und andere große Mathematiker waren vor allem darum außergewöhnliche Wissenschaftler, weil sie Verknüpfungen herstellten und kreativ dachten. All das gilt auch für die anderen Wissenschaften. Das Problem ist für das System aber, dass kreatives Denken nicht in eine Zahl zu pressen ist. Mit dem Notensystem schaffte man die Grundlage einer angeblich objektiven Bewertung, darauf folgt aber, dass das wirklich Relevante verbannt werden muss, um „objektiv“ sein zu können.

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Argumente gegen Legalisierung?

Ich bin durch einen Freund von dem ich sehr viel halte indirekt auf einen Artikel gestoßen, der mehrere Gegenargumente zur Legalisierung auflistet (den Artikel findet man hier). Recht überzeugen konnten mich die dort genannten Argumente allerdings nicht wirklich. Doch um fair zu bleiben, möchte ich sie hier noch einmal ausführlich diskutieren und einzig und alleine Belege und nachvollziehbare Logik sprechen lassen, ohne dabei provokant oder unsachlich zu werden.

Zuerst werden die möglichen Perspektiven zur Drogenpolitik unterschieden, in eine individuelle und eine gesellschaftliche.

aus der individuellen Perspektive gilt: Jeder Mensch muss selbst entscheiden, welche Drogen er konsumieren möchte. Kein außenstehender Mensch hat das Recht, diese Eigenverantwortung einzuschränken.

aus gesellschaftlicher Perspektive gilt: die Gesellschaft besteht aus einem recht engen Netzwerk. Wenn sich Personen absichtlich in Gefahr bringen und dies von der Gesellschaft „bezahlt“ werden muss, ist dies nicht akzeptabel. Jeder, dem schon einmal das Auto oder die Wohnung ausgeraubt wurde, oder der im Monat 1.000 DM an die Krankenkasse bezahlt (obwohl er immer kerngesund ist), wird dies spontan nachvollziehen können.

Es ist kein wirklich logischer Fehler, aber kritisieren möchte ich diese Anschauung dennoch. Denn „in Gefahr bringen“ ist relativ, wie schon in meinem vorigen Artikel angesprochen. Selbst wenn man mit diesem Argument Drogen wie Methamphetamin oder Alkohol verbieten könnte, so wäre es unlogisch, Reiten zu erlauben und MDMA zu verbieten (Siehe David Nutt, Equasy is more dangerous than Extasy). Die gesellschaftlichen Interessen sollten den elementaren Selbstbestimmungsrechten des Individuums auch niemals den Platz streitig machen, denn letztlich ist es das Individuum, dass das Funktionieren der Gesellschaft gewährleistet. Ein Individuum ist nicht gesellschaftsabhängig, andersrum gilt das schon.

Argument 1:
Die Zahl der Konsumenten würde steigen und damit auch die Zahl der Abhängigen.

Dieses Argument ist zumindest nach allen derzeitig verfügbaren Daten wirklich nur falsch. Zwar hat kein Land bisher alle Drogen LEGALISIERT, doch Portugal entkriminalisierte 2001 alle Drogen. Zuvor war Portugal der europäische Hardliner, vergleichbar mit den USA und hatte dadurch auch die meisten drogenbedingten AIDS-Todesfälle. Zudem war 1% der gesamten Bevölkerung heroinabhängig! (Siehe hier)

Nachdem man 2001 die Drogen entkriminalisierte, traten die Effekte ein, die im vorigen Link schon genauer erklärt wurden. Weniger Konsum, weniger Tote, weniger Süchtige, weniger HIV-Infektionen. Natürlich ging das mit anderen Veränderungen einher, z. B. einer besseren Aufklärung, doch die ließe sich ja gerade durch eine Legalisierung und damit weniger Polizeikosten/mehr Steuereinnahmen finanzieren.

Auch in den Niederlanden zeigen sich diese Effekte.

Argument 2:
Die kriminelle Szene würde weiter bestehen und möglicherweise stärker auf Einkommensquellen wie Kidnapping zurückgreifen.

Dieses Argument ist nicht ganz falsch, die allzu optimistische Ansicht, der Schwarzmarkt und die organisierte Kriminalität würden sich komplett auflösen, ist überzogen. Aber Kidnapping als Tagesgeschäft? Diese Vorstellung ist absurd, vor allem, da durch eine Legalisierung plötzlich eine große Menge von unnötiger Polizeiarbeit entfiele, die anderweitig solche Verbrechen effektiver verhindern und aufklären könnte. Durch Drogenhandel und den Handel mit Alkohol während der Prohibition ist die organisierte Kriminalität überhaupt erst groß geworden, die gesamten Kartelle in Mexiko und Südamerika existieren NUR deswegen. Klar, mit einer Legalisierung verschwinden diese Strukturen nicht, aber kein anderer Geschäftszweig ist ähnlich lukrativ wie der Handel mit verbotenen Substanzen. Wir haben es mit Gewinnspannen zu tun, die so hoch sind, dass es den Großdealern nichts ausmacht, wenn 10% ihrer Ware verloren geht!

Argument 3:
Die Kosten im Gesundheitssystem würden sich massiv erhöhen.

Da der Autor sich hier auf Argument 1 bezieht in dem behauptet wurde, der Konsum würde zunehmen, muss man hier nicht mehr weiter argumentieren, da die Basis falsch gelegt ist. Der Behauptung, dass bei mehr Menschen die konsumieren logischerweise auch mehr ein Problem damit bekämen ist aber auch davon unabhängig nicht richtig. Die Umstände eines Konsums unter legalen Bedingungen sind ganz andere und wie bei Alkohol und Tabak auch fällt problematischer Konsum dem Umfeld schneller auf. Aufklärung ist ohne Repressionen ebenso besser möglich.

Das mehr Menschen eine Therapie beginnen würden wenn Drogen legalisiert würden ist ein ziemlich wackliges Argument. Da der Konsum nicht unter Strafe steht gibt es auch unter repressiven Bedingungen für Konsumenten keinen Grund, nicht zu einer Therapie zu gehen, in solchen Fällen gibt es sogar meist Straffreiheit. Die größte Zahl der Abhängigen verteilt sich auf verschreibungspflichtige Medikamente, Alkohol und Tabak, die vergleichsweise wenigen Abhängigen von illegalen Substanzen werden kaum ins Gewicht fallen.

Argument 4:
Die Aufklärung würde nicht effektiver werden.

Als Beispiel müssen Tabak und Alkohol herhalten. Diese sind ja legal, darum müsste bei ihnen die Aufklärung besser funktionieren. Nun, bei Tabak tut es das auch. Die Zahl der Raucher ist rückläufig, denn hier wird auch aufgeklärt. Hinweise auf Verpackungen und Verkauf ab 18 Jahren, der zumindest einigermaßen gut funktioniert. Bei Alkohol dagegen haben wir eine Untergrenze von 16 Jahren und der Konsum darf in Fernsehen/Radio usw. grenzenlos beworben werden. Sogar viele der Aufklärungskampagnen behaupten, Alkohol gehöre auf Partys „schon irgendwie dazu“ (So erlebt bei einer „Aufklärung“ über Drogen UND Alkohol durch die Polizei. Selbst hartgesottene Legalisierungsgegner, die sich ein wenig informiert haben würden deren Äußerungen lachhaft finden). Hier wird kaum aufgeklärt, sondern eher traditionalisiert. Aufklärung funktioniert also, nur muss sie eben auch umgesetzt werden.

Argument 5:
Drogentourismus in Deutschland wäre die Folge und damit auch große Probleme.

Ja, nicht alle Menschen, die in die Niederlande zum Kiffen fahren sind freundliche Personen, die nur zum Eigenbedarf kaufen. Doch neben den Problemen profitieren viele eben auch von diesem Tourismus. Die dadurch importierte Kriminalität liegt weit unter der, die im eigenen Land „verloren geht“. Mit einfachen Regelungen, z. B. dem Vorzeigen eines Passes, der die Staatsbürgerschaft bestätigt, könnte man im schlimmsten Fall den Tourismus wieder eindämmen. Und ob man sich im eigenen oder im Ausland strafbar macht ist den (ausländischen) Kiffern vermutlich egal, die wenigsten würden so einen Aufwand also auf sich nehmen.

Argument 6:
Die Qualität der Substanzen muss nicht zwangsweise steigen.

Die genannten Beispiele überzeugen hier recht wenig. Ja, es gab Skandale wegen Rückständen in Nahrungsmitteln, Pestiziden, Antibiotika und vielem anderen. Aber diese Skandale wurden aufgedeckt, die Kontrollen verschärft und ein gewisses Maß an Kontrolle ist gegeben. Dass die Möglichkeit der Überprüfung nicht bei 100% sondern bei 80% liegt ist kein Argument, das Überprüfen sein zu lassen. Und bei schlechter Ware kann man bei einer Legalisierung den Verkäufer auf Schadensersatz verklagen und wird nicht noch weiter stigmatisiert und mit Problemen alleine gelassen. Die Qualität wird de facto steigen, sie wird nicht perfekt sein aber schon marginale Kontrollen verbessern sie im Vergleich zu gar keinen. Es ist wieder kein Argument gegen eine Legalisierung, sondern gegen zu viel Optimismus im Bezug auf diese.

Argument 7:
Eine Trennung der Märkte ist sinnlos.

Hier bezieht sich der Autor ausschließlich auf die Cannabis-Legalisierung. Und er hat Recht. Eine Legalisierung von Cannabis wird den Konsum „harter“ Drogen (was eine harte und eine weiche Droge sein soll konnte mir auch noch keiner definieren) nicht einschränken. Inwiefern das gegen eine Legalisierung spricht, wenn es weder Nach- noch Vorteile in diesem Bereich gibt, ist mir dabei schleierhaft. Eher hätte eine komplette Legalisierung Vorteile, weil der Dealer um die Ecke gar nichts mehr anbieten kann und der durchschnittliche Konsum sinkt.

Argument 8:
Die Politik würde durch eine Legalisierung nicht glaubwürdiger.

Auch hier geht’s nur um den Cannabis-Konsum. Ich erwähne das letzte Argument nur der Vollständigkeit halber, denn es ist irrelevant, ob die Politik glaubwürdiger wird oder nicht. Die Politik hat dafür zu sorgen, dass sie keinen unnötigen Schaden anrichtet und die Steuergelder sinnvoll investiert, ob es sie dabei glaubwürdiger macht oder nicht hat keine Bedeutung. Vor allem würde eine Legalisierung sie auch nicht unglaubwürdiger machen.

Fazit: Ich stimme dem Autor teilweise zwar zu, allerdings sprechen die Fakten meist nicht wirklich gegen eine Legalisierung. Einige Argumente ergeben zwar aus der Alltagslogik heraus Sinn, sind aber durch Beispiele in der Praxis vielfach widerlegt und die intuitive Logik versagt bei statistischen Aspekten ohnehin oft. Dennoch ist es gut, dass debattiert wird, je lebendiger eine Debatte, desto eher ist ein Fortschritt zu erwarten.

Der Fluch der Volksgesundheit

Wir leben in einer Gesellschaft, die das Streben nach dem Ideal der Schönheit, der Gesundheit und der Produktivität zum höchsten Gut erhoben hat. In einer Gesellschaft, die für die anderen „unproduktiv“ lebende Menschen nur Verachtung übrig hat. In einer Gesellschaft, in der man stolz darauf ist, sich ausbeuten zu lassen und sich nur dem anzupassen was die Mehrheit von einem verlangt. Wir opfern unsere Gesundheit dem Gesundheitswahn, unsere Freiheit dem aufgezwängten Wunsch nach Selbstständigkeit und unsere Bildung dem Wunsch nach akademischen Auszeichnungen.

Ich werde in anderen Texten auf das eingehen, was zusätzlich zum Gesundheitswahn genannt wurde und mich primär dem Thema der Gesundheit und dem Umgang damit in diesem Kollektiv widmen.

Mich stört schon lange die aggressive und ignorante Haltung, die gegenüber psychotropen Substanzen in nahezu jedem konservativen Hetzblatt (ausgenommen Alkohol, das ist schließlich ein „Genussmittel“, ein „Genussmittel“, dass eben gefährlicher ist als die bösen Drogen) propagiert und gepredigt wird. Auf diese Haltung möchte ich nicht weiter eingehen, dass das Drogenverbot falsch und schädlich ist haben diverse Artikel, Studien, Portugal usw. schon bewiesen. Nur ist diese Haltung nicht auf psychotrope Substanzen beschränkt, im Gegenteil, sie wird immer schlimmer!

Ich selbst bin Ex-Raucher und müsste darum, wenn es nach der Norm ginge arrogant auf die „dummen Raucher“ herabschauen, denen ja bloß die Disziplin fehlt, diesen zutiefst bösartigen Lebensstil hinter sich zu lassen. Ich hoffe, keiner hat geglaubt, dass dieser Satz gerade ernst gemeint war, doch schaut man sich an, wie mit Rauchern umgegangen wird, wird es sicher viele geben, die mir zugestimmt haben.

Gerade beim Rauchen ist es bemerkbar, wie Menschen, die eigentlich wenig Grund zur Arroganz haben auf Raucher herabschauen. „Wie dumm diese Menschen doch sind, die ruinieren sich ihre Gesundheit und ICH muss dann deren Kosten im Krankenhaus tragen.“ So viel ekelhafter Egoismus und so viel unbegründete Überheblichkeit in einem Satz, gepaart mit so wenig Ahnung von Suchtproblematiken ist typisch für die Vertreter dieser Richtung. Man gibt sich liberal und menschenfreundlich, spendet Almosen nach Afrika, möchte aber den Nachbarn an Lungenkrebs sterben lassen, da er selber Schuld sei, schließlich habe er einmal im Jahr an einer Zigarette gezogen.

Die Vertreter dieser Geistesrichtung, die schon lange die Köpfe der meisten erobert hat, merken meist nicht, dass ihre Ideologie an und für sich schon widersprüchlich ist. Man erhöht den Druck und den Zwang auf Individuen, sich der eigenen Gesundheit für die Gesellschaft zu widmen, aber spricht dann davon, dass man selbstverantwortlich sein soll. Sie sprechen sich für Drogenverbote aus, sagen aber, Drogenkonsumenten seien an möglichen Konsequenzen selbst Schuld. Im Umkehrschluss könnte man sagen, jeder Drogentote, der aufgrund von Streckmitteln starb müsste umgehend zu einer Anzeige wegen Totschlags bei den Gesundheitsfanatikern führen, die die repressive Politik wollen. Mir ist klar, dass das absurd ist, aber auf diesem argumentativen Level befinden wir uns derzeit. Mein Vorschlag ist nicht dümmer als der Vorschlag, Menschen zur Selbstverantwortung zu führen in dem man ihnen alles verbietet.

„Aber wer raucht/trinkt/whatever soll natürlich höhere Krankenkassenbeitrage zahlen!“ Was am Anfang wie ein guter Vorschlag klingt entpuppt sich schon bald als etwas, das in einem unübersichtlichen Bürokratie- und Überwachungsmonster mündet, welches die Kosten der Behandlung von Folgeschäden durch Übergewicht, Drogenkonsum oder was man eben sonst noch dämonisiert um ein Vielfaches übersteigen würde. Und wo zieht man die Grenze? Muss man sich nach jedem MCDonalds-Besuch für höhere Krankenkassenbeiträge registrieren? Muss man die Beiträge für Cannabis-Konsumenten ohne Veranlagungen zur Psychose senken, weil die gesundheitlichen Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen, wie bei vielen anderen Psychedelika auch? Nein, natürlich nicht, dass ginge schließlich jedem zu weit (zumindest hoffe ich das). Man kann jetzt einwenden, wie übertrieben diese Beispiele doch sind und dass keiner der Gesundheitsapostel so etwas jemals gefordert hat. Nur kann man bei einer Weltanschauung nicht postulieren, dass die logischen Konsequenzen nur bis zu einem gewissen Grad befolgt werden dürfen, denn dann ist das Weltbild inkonsistent und offenkundig ungeeignet für die Anwendung.

Diese kleine Ausführung legt nahe, was ohnehin jedem klar sein sollte … Das Weltbild des Gesundheitsfanatismus, der staatlich repressiv erzwungenen Volksgesundheit ist inkonsistent und nicht ansatzweise so rational wie es sich gibt. Viele nachweißlich schädlichen Verhaltensweisen werden nicht angegangen, da sie ja Tradition seien (und auch die größten Fanatiker nicht auf ihre eigenen Süchte und Räusche verzichten wollen) und eine Ausnahme nötig sei. Oder es wird eine angebliche Notwendigkeit postuliert, dass ein Stoff/eine Verhaltensweise „normal“/“unverzichtbar“ sei. In Wirklichkeit wird nur verleugnet, dass der Lebenswandel der größten Fürsprecher oftmals nicht gesünder ist als der des Normalverbrauchers.

Der Zweck ist auch hier wieder nur die Schaffung eines gesellschaftlichen Ideals. Durch permanente (Selbst-)Überwachung werden wir zu Gesundheitszombies gemacht. Gesundheit ist hier nur leider kein Selbstzweck, schließlich ist es nicht verwerflich, wenn man sich aus Gründen der Risikominimierung von psychotropen Substanzen, fettigem Essen usw. fernhält. Es ist zum Zwecke einer Gesellschaft, die die Lebensfreude des Individuums opfert zur Kostenminimierung, die den absoluten Egoismus und die Mitleidslosigkeit predigt und einen unmündigen Menschen schafft, der sich darin sonnt, angeblich selbstbestimmt zu sein, obwohl er unfrei ist.

Unterschätzte Treibhausgase

Im Rahmen der globalen Erwärmung hört man fast ausschließlich nur von CO2. Diese Fixierung macht die gut belegte Theorie des menschengemachten Klimawandels für Verschwörungstheorien angreifbar, die den Menschen aus seiner Verantwortung gegenüber der Natur und der Umwelt befreien, wie ich in meinem Artikel Die Klimalüge der Klimaleugner auch erwähnt habe.

Zuerst beginnen will ich mit Methan. Das Methan (CH4) als Treibhausgas wirkt und bis zu 35mal „effektiver“ als CO2 ist, wird schon in diesem Spiegelartikel aus dem Jahre 2009 erwähnt unter Bezugnahme auf eine Studie der Columbia University erwähnt. Methanaußstoß wird in großem Maße durch die Landwirtschaft verursacht, das Umweltbundesamt brachte vor wenigen Tagen einen Bericht heraus über die „vergessenen Treibhausgase,“ nämlich Methan und auch Lachgas (N2O), die allein von der deutschen Landwirtschaft ein Äquivalent von 67 Millionen TONNEN CO2 ausstießen.

Da der größte (menschengemachte) Anteil am Methanausstoß auf die Landwirtschaft zurück zu führen ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass Methan (und auch Lachgas, das häufig in Dünger zu finden ist, bzw. durch Reaktionen zwischen Stickstoff und Sauerstoff entsteht) kaum im Weltbild der meisten Aktivisten auftauchen. CO2 ist das Treibhausgas, welches vor allem auf moderne Technologie und die „Großindustrie“ zurückgeht und passt besser in das Feindbild, Moderne gegen Natur. An diesem Punkt wird wieder einmal gut belegt, dass der gewöhnliche Landwirt nicht der naturverbundene Landschaftspfleger und Naturfreund ist, sondern massiv in Ökosysteme eingreift und mit schädlichen Stoffen den eigenen Gewinn maximiert.

Dass CO2 so schädlich ist und unter seinen Konkurrenten heraussticht, 2015 und 2016 in einer Rekordkonzentration in der Atmosphäre vorlag, liegt daran, dass die früheren CO2-Neutralisierer immer weiter zerstört werden (große Wälder, Vergiftung der Meere …). Die Zerstörung großer Waldflächen für Landwirtschaft, vor allem die Viehhaltung minimiert damit einerseits die Fähigkeit des Planeten, CO2-Emissionen ausgleichen zu können und erhöht den Anteil an anthropogenem Methan, das schon jetzt zu 20% zum Klimawandel beiträgt!

Einen noch effektiveren Treibhauseffekt weißt neben dem Methan das Lachgas auf. Beliebt ist es nicht nur als Narkosemittel oder kurz wirksames Dissoziativum bei Konsumenten, sondern eben auch in der Landwirtschaft, als Dünger oder in der Viehhaltung. N20 hat eine Wirksamkeit, die der 298-fachen Wirkung von CO2 entspricht und verbleibt in der Atmosphäre für 114 Jahre, bis es effektiv abgebaut wurde. Lachgas greift daneben auch die Ozonschicht an, wie schon 2009 berichtet wurde.

Der Anteil von Lachgas am anthropogenen Klimawandel beträgt in etwa 5 – 6%, zusammen mit Methan machen nur diese beiden Stoffe schon einen Viertel des menschlichen Anteils am Klimawandel aus. Einzelne Kampagnen klären zwar über deren Gefährlichkeit aus, doch die öffentliche Fixierung auf CO2 bleibt dennoch erhalten.

Neben Lachgas und Methan gibt es allerdings noch Flourkohlenwasserstoffe, Flourchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die neben ihrem Treibhauseffekt äußerst aggressiv auf die Ozonschicht einwirken, welche zwar seit 1995 nur noch eingeschränkt verwendet werden dürfen, aber wegen ihres Potentials von bis zum 14.800fachen des CO2 und hoher Haltbarkeit noch ca. 10% zum gegenwärtigen Klimawandel beitragen (!!!). Deren Konzentration in der Atmosphäre ist allerdings seit 1999 leicht rückläufig, vor allem wegen der großen Einschränkung ihrer Verwendungsmöglichkeiten (da hier bereits gehandelt wurde, kann es aber schlecht zu den „vernachlässigten“ Klimafaktoren gezählt werden).

Die Fixierung auf CO2 birgt viele Gefahren. Zum einen macht sie die (richtige) Theorie des menschengemachten Klimawandels leicht angreifbar, da der CO2-Ausstoß eben nicht die einzige Ursache ist und dieses monokausale Weltbild von den meisten widerlegt werden kann, die mit dieser Zielsetzung beginnen, etwas zu recherchieren. Zum anderen schadet es der Umwelt, wenn man nur die politisch genehmen Faktoren bekämpft, alle anderen aber ignoriert, weil man es sich dann mit der Landwirtschaft versauen könnte.

Die Klimalüge der Klimaleugner

Ich bewege mich selbst in eher libertär orientierten Kreisen und habe darum auch oft Erfahrungen gemacht mit sogenannten Skeptikern, die den derzeitigen Klimawandel als nicht menschengemacht ablehnen. Der Markt und der Mensch sollte frei von Regulierungen bleiben, weswegen viele den Klimawandel für eine staatliche Lüge halten, der als weiterer Grund für sinnlose Vorschriften dienen soll. Das wäre zwar durchaus ein möglicher Grund für eine Erfindung des Klimawandels, beweist aber gar nicht, dass er überhaupt erfunden wurde. Um dem auf den Grund zu gehen möchte ich mich mit den Hauptargumenten der Klimaskeptiker auseinandersetzen.

Zuerst muss man aber unterscheiden. Wie auch beim Kreationismus gibt es nicht nur eine Gruppe, sondern viele verschiedene Motivationen und Ansätze. Die einen sehen lediglich die Faktenlage zu einem menschengemachten Klimawandel skeptisch, die anderen aber leugnen die menschliche Beteiligung und Verantwortung komplett und sind auch meist in einem verschwörungstheoretischen Netz verfangen, dass aus Weltbildimmunisierung und narzisstischem Selbstverständnis besteht, wie es für Verschwörungsglauben typisch ist. Vor allem mit den Argumenten Letzterer möchte ich mich hier auseinandersetzen.

Hierzu habe ich einen sehr ausführlichen klimaskeptischen Artikel aus dem Internet verwendet, der die meisten Argumente dieser Szene gut zusammenfasst und mir damit auch eine gute Grundlage zur Widerlegung bietet. (Mit dieser Einstellung sollte man natürlich nie an die Sache rangehen. Es gilt auch hier wie immer, objektiv zu bleiben. Die Formulierung habe ich nachträglich eingebaut, das soll hier nur Erwähnung finden um dem Vorwurf meiner eigenen Ideologisiertheit zuvor zu kommen.)

Der Artikel beginnt erst einmal damit, zu sagen, dass es bei der Klimalüge nur um Selbstbereicherung der Eliten geht und zudem wird ein Strohmannargument exekutiert. Meines Wissens hat kein Mensch, wie im Artikel behauptet, dass Schmelzen der Polkappen als Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung angegeben. Vielmehr ist es eine Folge des Klimawandels und damit wirklich ein Beleg für eine faktische Erwärmung, aber an sich natürlich nicht dafür, dass sie durch Menschen verursacht wurde. Allerdings konnte ich auch keinen Artikel finden, der das behauptet.

Zum ersten, der angebliche „Beweis,“ dass Menschen mit dem Klimawandel Geschäfte machen, ist kein Beweis. Viele Unternehmen müssen schließlich auch Vorkehrungen treffen und damit mehr Geld aufwenden, z. B. ist die gesamte Automobilindustrie betroffen, die bekanntermaßen eine sehr starke Lobby besitzt. Man kann also kaum davon ausgehen, dass die Interessen/die Lobby der wenigen Unternehmen, die von einer „Klimalüge“ profitieren würden, mehr ins Gewicht fallen als diejenigen, die mehr Ausgaben haben.

Weiter gehts, zum einen behauptet der Autor, die CO2-Messungen am Mauna Loa, einem aktiven Vulkan, seien wohl kaum aussagekräftig, was die Konzentration von Kohlenstoffdioxid angehe. Gehen wir spaßeshalber davon aus, dass die Wahl der genauen Platzierung der Messstation das nicht berücksichtigt hat und einen Bereich wählte, der von den Emissionen direkt betroffen ist … selbst dann zeigt die ansteigende CO2-Kurve, bei einem seit Jahren gleichmäßig aktiven Vulkan dennoch, dass das CO2 auch in der umgebenden Atmosphäre eine höhere Konzentration erreicht und dies passiert seit Jahren. Außerdem besteht MLO nicht nur aus einer Messstation, sondern aus fünf verschiedenen, die mehrere Kilometer auseinanderliegen und deren Ergebnisse in einem Durchschnittswert berücksichtigt werden. Insofern kann man diesen Einwand getrost vergessen.

Amüsanterweise widerspricht der Einwand, dass die Messungen sowieso nichts aussagen in Gänze der restlichen Argumentation des Autors, die aussagt, dass es zu einer Temperatursenkung käme, trotz des hohen CO2-Gehalts der Luft. Wenn die Messungen sowieso erlogen sind, dann ist seine Theorie damit selbst hinfällig. Denn zuerst sagt er, das CO2 würde nicht zur Klimaerwärmung führen und dann, dass das CO2 der Vulkane dafür verantwortlich sei. (de facto entsprechen die vulkanischen Emissionen weniger als einem Prozent der menschlichen)

Das Missverständnis vieler ist, dass der menschliche Anteil am Klimawandel gering sei, weil der Mensch lediglich 3% der CO2-Emissionen zu verantworten hat … doch ein Baum, der bei seinem Verfaulungsprozess dieses freisetzt hat es zum Wachsen benötigt, produziert also nichts „zusätzlich,“ wohingegen menschliche Emissionen nicht ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung der Meere usw. Ein Brunnen, der eigenes Wasser hochpumpt und dieses ablaufen lässt, läuft nicht über, gießt man aber regelmäßig nur ein kleines Glas Wasser hinein, so läuft er doch über, auch wenn der eigene Anteil verschwindend gering ist.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch würde auch kein zusätzliches CO2 produzieren, er bedient sich ja der Naturstoffe. Allerdings greift er ganz massiv in die Teile des Ökosystems ein, die das CO2 binden. Abholzungen des Regenwaldes und Vergiftung der Meere sind Fakten, die auch Klimaleugner nicht bestreiten werden. es kommt also nicht nur darauf an, wie viel CO2 der Mensch produziert, sondern auch darauf, wie er die Ressourcen zur Neutralisierung vernichtet.

Ich hätte gerne etwas zur beschriebenen Graphik verfasst, aber hab eine vergleichbare auch mit deren Quellen nicht finden können. Falls jemand diese kennt oder eine spezifische Quelle nennen kann/eine bestimmte Frage hat, kann ich gerne nochmal nachrecherchieren und den Artikel erweitern.

Allerdings konnte ich hier eine gute Zusammenfassung finden, die den Zusammenhang zwischen CO2 und Klima nahelegt. Die Konzentration in der Atmosphäre ist auch nicht, wie oft behauptet, der einzige Faktor einer Klimaerwärmung. Denn auch die Intensität der Sonneneinstrahlung ändert sich, die geologischen Gegebenheiten sowieso, denn der Mensch ist mittlerweile als geologischer Faktor anzusehen. Wenn zu Zeiten der Dinosaurier die Region der heutigen Niederlande überflutet wurde, dann interessierte das keinen, eine Klimaveränderung heutzutage hätte allerdings katastrophalere Folgen.

Der Autor widerspricht sich wieder, als er weiter behauptet, dass Polareis würde stabil sein oder sogar „wachsen.“ Wieso dann zuvor die Rechtfertigung, der Mensch habe kaum Einfluß auf die CO2-Konzentration, wenn steigende Werte keinen Einfluß auf das Klima haben? Aber dies nur am Rande. Ich selbst habe bei meiner Recherche, auch zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nur Quellen gefunden, die einen steigenden Meeresspiegel belegen (woher, wenn nicht durch Abschmelzung der Pole, soll eine solche Menge Wasser kommen?), wie zum Beispiel hier, wobei auch hingewießen wird auf Schwankungen im Meeresspiegel. Das heißt, dass in einem Jahr das Eis tatsächlich stabiler wird oder sogar zunimmt, auf Dauer, über einen langen Zeitraum hinweg aber in der Tendenz abnimmt. Damit ist der Vergleich von lediglich zwei Jahren, wie er im hier besprochenen Artikel vorgenommen wird, wenig aussagekräftig. Zusätzlich als geeignet erschienen mir noch zwei Artikel der „Lügenpresse“ zur Widerlegung, einerseits von der deutschen Welle und andererseits vom bayrischen Rundfunk.

Die beiden Bilder der Radarstation DYE3 sagen wieder relativ wenig aus. Zum einen ist lediglich bei einem angegeben, wann genau es aufgenommen wurde, zum anderen sind es Momentaufnahmen, die momentane Wetterlage und ähnliches komplett außer Acht lassen. Der Klimawandel ist kein linear verlaufendes Ereignis, extreme Schwankungen sind sogar eher ein Beleg für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Verhältnis. Die Tendenz zu einer Erwärmung ist gegeben, das heißt nicht, dass es keine Kaltwetterperioden gibt.

Das nächste Argument ist in meinen Augen mehr als fadenscheinig:

Früher waren die Gletscher hellweiss und haben die Strahlung besser reflektiert. Guckt euch an wie schwarz die heute sind.
Das Resulat der Studie passte aber den Auftraggebern überhaupt nicht und wurde nicht veröffentlicht, weil sie als Antwort das CO2 als Schuldigen hören wollten. Sie verschwand in der Schublade. Man hätte ja was tun müssen und sich mit einer starken Lobby angelegt. Ausserdem wird die Verschmutzung grossteils aus den Nachbarländern rein geweht.

Dass die Gletscher wegen abgelagerten Rußpartikeln die Einstrahlung der Sonne weniger stark reflektieren und diese dadurch schneller Abschmelzen ist durchaus vorstellbar, klingt auch ziemlich logisch. Allerdings ist der Fakt, dass auch andere Faktoren für die massive Zerstörung der Gletscher verantwortlich sind kein Gegenbeleg für eine Klimaerwärmung durch CO2. Es ist, als würde man behaupten, in Spanien sei es wärmer als in Deutschland wegen der häufigeren Waldbrände.

Einer der wichtigsten Argumente der Klimahysteriker ist, durch die Klimaerwärmung befindet sich mehr Energie in der Atmosphäre und im Meer, deshalb wird es weltweit mehr Stürme und zerstörerische Hurrikane geben, welche Milliarden an Schäden verursachen werden.

Mit dieser Behauptung greift der Autor nicht nur die Vertreter der (von den meisten Wissenschaftlern vertretenen) Theorie des menschengemachten Klimawandels an, sondern auch jene, die nur sagen, dass es eine Klimaerwärmung an sich gibt. Nun sind aber nicht nur die Stürme, sondern an und für sich Wetterextreme angenommene Belege für die Klimaerwärmung und Schäden durch Extremwetterlagen haben seit 1980 zugenommen. Auch hier gilt wieder, eine nicht-lineare Zunahme ist nicht bewertbar anhand so kurzer Intervalle. Auch Modellrechnungen legen nahe, dass nicht die Anzahl der Stürme steigt (sie sinkt möglicherweise sogar leicht), sondern vor allem die Heftigkeit der Stürme zunimmt. Man sollte die „Klimahysteriker“ richtig zitieren, bevor man sich über sie lustig macht, allerdings soll die aufgesetzte Arroganz des Autors hier nicht erwidert werden.

Im nächsten Argument geht es wieder darum, dass eine einzelne Statistik aus einem Teilgebiet mit einem Vergleich eines Intervalls von etwa dreißig Jahren natürlich sämtliche anderen Statistiken widerlegt. Zugegebenermaßen ist mir hier schon fast die Lust vergangen, diese Studie noch anzuschauen, aber Objektivität ist wichtig und darum soll dieser Aussage wieder eine Chance gegeben werden. Es ist eine Statistik der Temperaturen im Great Barrier Reef Marine Park, die sogar eine leichte Abkühlung der Wassertemperaturen zeigen soll. Nun könnte man im Gegenzug fragen, wieso die australische Regierung zugunsten des Tourismus Passagen aus einem UN-Bericht streichen lies, der von massiver Korallenbleiche dort berichtete, wegen der Klimaerwärmung. Scheinbar wird die „Propaganda zur Klimaerwärmung“ doch nicht so exzessiv betrieben, wenn Staaten aktiv die Aufklärung darüber verhindern. Die verwendete Statistik ist also faktisch gefälscht und von der australischen Regierung schöngeredet, um Einbußen im Bereich der Touristik zu verhindern.

Weiter geht es damit, dass behauptet wird, zwischen CO2 und Temperatur gäbe es keinen Zusammenhang. Der „Beweis“ ist, dass der CO2-Gehalt stark schwankte, die Temperatur aber relativ konstant blieb. Die Statistik berücksichtigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde, aber nicht den Aufbau der Atmossphäre, zudem gab es Zeiten auf der Erde mit um die 50 °C, die hier aber seltsamerweise nicht dargestellt werden (auch wenn sie nichts mit dem CO2-Gehalt zu tun hatten), was die Graphik fragwürdig erscheinen lässt. Auch tauchen die Eiszeiten nicht wirklich auf.

Natürlich muss man klar sagen, CO2 ist nicht der einzige Schadstoff, schon gar nicht der zerstörerischste, der von den modernen Industrienationen in die Atmossphäre geschickt wird. Moleküle wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe u. A. greifen das Ozon an und entfalten destruktive Wirkung. Wenn man den Fehler macht, wie auch viele, die den menschenbeförderten Klimawandel als richtig akzeptieren, und alles nur auf den CO2-Ausstoß reduziert, dann wird man den ganzen menschlichen Einfluß nur schwer nachvollziehen können. Die Behauptung des Autors, für eine Verbindung zwischen CO2 und dem Klima gäbe es keinen Beleg, ist grundsätzlich falsch, doch er weißt auch auf etwas hin, das vielen leider nicht so klar ist, wie es sein sollte. CO2 ist NICHT der einzige Faktor in der Entstehung des Klimas, es ist ein unglaublich komplexes System.

Uns sollte dabei allen klar sein, in hochkomplexen Systemen können kleine Änderungen große Konsequenzen mit sich bringen. Die Gegner der Anschauung eines menschengemachten oder zumindest beförderten Klimawandels brauchen sich also nicht zu früh freuen. Das wir lediglich 3% des CO2’s „verursachen“ heißt keineswegs, dass unser Anteil am Klimawandel auch nur 3% beträgt.

Auch wenn in diesem Artikel einiges stand, dem ich auch zustimmen konnte, so ruiniert der  Autor alles mit diesem „Fazit.“

Fazit: Wir sehen, unseren Planeten geht es gut, alles ist normal, das Klima und alle damit verbundenen Parameter verlaufen stabil, keine alarmierender Trend in Sicht. Das heisst nicht, wir können die Sau raus lassen, sondern es heisst was uns die Alarmisten erzählen ist falsch und gelogen.

Die Argumente der Vertreter der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung sind somit widerlegt. Erstens findet schon seit 10 Jahren keine Erwärmung statt, das CO2 hat deshalb gar nichts mit dem Klima zu tun, und die gerne immer wieder als Beispiel gebrachten Behauptungen über das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher in Grönland stimmen nicht mit dem was wirklich passiert überein.
Es wird uns durch Horrorbilder in den Filmen und TV-Berichten ein Katastrophenszenario vorgespielt, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Alles eine Manipulation zur Meinungssteuerung um uns Angst zu machen, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, uns schuldig fühlen, deshalb bereit sind für die Sünde zu büßen und zu zahlen.

Bei dem derzeitigen Artensterben, der sehr wohl vorhandenen Klimaerwärmung, dem Absterben von Korallenriffen, das in der vom Autor verwendeten Studie herausgestrichen wurde und Vergiftung der Natur durch Stoffe, die weitaus toxischer sind als das CO2 und die von den Menschen produziert werden ist dieses Fazit ein absoluter Witz. Der angeblich kritische Geist hat sich noch viel mehr auf das CO2 fixiert als die „Klimahysteriker,“ denen er ja ach so überlegen ist. Man könnte nun in gleicher unterstellender Art fragen, ob er nicht vielleicht von Konzernen bezahlt wird, um implizit andere toxische Stoffe auszuklammern und zu verschweigen, aber hier sollten zumindest alle wissen, dass das albern ist. Ja, glaubt nicht alles automatisch eins zu eins, wie es euch vorgegeben wird, vollkommen richtig. Doch wieso erwartet der Autor das von seinen Lesern?

Auch erklärt hier nichts, wieso der Mensch für seinen angeblich so geringen Anteil nicht dennoch Verantwortung übernehmen soll? Wenn wir die einzigen „Tiere“ sind, die ihr Handeln so reflektieren können, weswegen sollten wir diese Gabe ignorieren? Mit dem kindischen Hinweis, der Vulkan explodiert auch einfach so, also warum nicht mit 200 km/h über die Autobahn brettern?

Klimaskeptiker werden sich sicher angegriffen fühlen, doch das hier ist kein Angriff. Es ist ein Appell an ihre eigenen Werte, nämlich die des Hinterfragens von Daten und angeblichen Tatsachen. Das Hinterfragen ist ein Wert des Bewusstseins, Bewusstsein ist Verantwortung und Verantwortung bedeutet auch, dass man für das eigene Handeln gerade steht und es positiver gestaltet. Selbst wenn der menschliche Anteil gering sein soll, so ist das kein Grund, ihn noch auszubauen.

Legal Highs 6 (LSA)

Heute soll es um die natürliche Substanz Lysergsäureamid, eine Vorstufe des LSD’s, gehen. Der Trip soll dem LSD sehr ähnlich sein, nur weniger optisch, wohingegen der Mind Trip sogar stärker ausfallen kann (ich berichte hier natürlich nur von den Erfahrungen anderer, schließlich ist LSD eine illegale Droge und sollte aus Respekt vor unserer wohltätigen Regierung und der Polizei, dem Freund und Helfer, nicht konsumiert werden).

LSA selbst ist in Deutschland legal erhältlich als Bestandteil von frei verkäuflichen Pflanzen (Morning Glory, Hawaiianische Babyholzrose o. Ä. Weiterführende Literatur) und induziert eine sehr intensive „spirituelle“ Erfahrung. Wie auch bei anderen Tryptaminen wie Psilocin, DMT oder LSD können die Erfahrungen zu Erkenntnissen führen, die den Konsumenten langfristig und oft positiv verändern. Zu einem solchen Fall kam es bei meinem letzten LSA-Konsum in Form der hawaiianischen Holzrosen und vor allem von diesem Trip will ich berichten. Näheres zu LSA (auch Ergin genannt) erfahrt ihr hier.

Meine eigene Konsumerfahrung ist vielfältig, während mein erster Trip ausschließlich aus Übelkeit und seltsamen Sinnesempfindungen bestand, die schwer zu beschreiben sind, war der Letzte eine Erfahrung, die für mich seelisch und psychisch extrem heilsam war. Der Unterschied lag vor allem darin, dass ich beim Letzteren statt einer Dosis von 8 Samen der hawaiianischen Holzrose nur 6 nahm (bei potenten Samen immer noch eine hohe Dosis, fangt am besten mit 2 an!!!) und 5 Stunden lang davor nichts aß. Auch ist es wichtig, die flaumige Hülle um die Samen zu entfernen, diese selbst zu zerkleinern und 24 Stunden in Wasser/Alkohol einzulegen. Ergin ist wasserlöslich, die Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Samen den Magen schneller passieren und minimieren dadurch die Übelkeit.

Da diese Tricks bei meinem ersten Konsum nicht bedacht wurden, werde ich ihn zur Beschreibung der Wirkung der hawaiianischen Holzrose auch nicht zu Rate ziehen. Er ist vielmehr ein Beispiel für die Unfähigkeit, die bekannten Safer Use-Regeln auch umzusetzen, da man es selbst ja „eh immer besser weiß.“

Ich konsumiert die sechs Samen abends und legte mich dann hin, über Kopfhörer lief das Album „Lucid Planet“ von der gleichnamigen Band. Erste Effekte traten nach etwas über einer halben Stunde auf, der Körper fühlte sich irgendwie „wolkig“ an und alles wirkte leichter. Die Musik erschien mir tiefsinniger, an der Decke waren Muster erkennbar, die schnell hin und her jagten. Was aber besonders beeindruckend war, war der Mind Trip, der sehr spirituelle und schöne Gedanken einbrachte, mich allerdings auch sehr schonungslos, gleichzeitig aber freundlich mit mir selbst konfrontierte. Mir wurde klar, wie ungesund mein ausufernder Konsum von Coffein, Downern und Tabak war, wie all das mich angriff und mir selbst im Weg stand. Ich fühlte mich sehr glücklich und erfüllt und hatte auf einmal auch die Gabe, den Menschen die ich hasste und die mich verletzt hatten, zu vergeben. Diese Gedanken traten in etwa eine Stunde nach dem Wirkungseintritt auf und dauerten an, bis ich nach einer weiteren einschlief.

Der interessanteste Teil begann aber erst mit dem Aufwachen am nächsten Tag. Ich lief draußen herum und sah in jeder Blume ein Kunstwerk der Natur, fühlte mich innerlich so ausgeglichen wie noch nie zuvor. Die Farben waren intensiv, doch nicht stechend scharf, sondern eher mild überzeichnet. Geräusche von überall schienen sich zu einem großen Musikstück zu ergänzen und das Gefühl einer All-Einheit dominierte meinen Verstand. Jede Pflanze und jedes Geräusch schien mir dabei aber Einsichten in mich selbst zu ermöglichen und erlaubte mir zu verstehen, was ich in meinem täglichen Leben falsch mache. Seit diesem Trip sind nun schon mehrere Tage vergangen und diese Einsichten halten auch nach dessen Abklingen an. Mein nicht unerheblicher Narzissmus und die selbstzerstörerischen Tendenzen treten nicht mehr auf seitdem und meine Fähigkeit zu Empathie und dem Eingestehen eigener Fehler ist wie potenziert.

Hier sehe ich auch das wertvolle therapeutische Potential psychoaktiver Tryptamine. Man bekommt einen gänzlich anderen Zugang zu sich selbst, wenn dieser genutzt wird, was in meinem Fall schon im Voraus geplant war, kann dieser verwendet werden um das an sich zu verstehen, was zuvor verborgen blieb.

Sozialdarwinismus und Evolution

Viele religiöse Kritiker der Evolutionstheorie erheben den Anspruch darauf, selbst moralisch überlegen zu sein und sagen, aus der natürlichen Selektion als Kern der Evolution müsse man folgern, dass der Mensch ausschließlich egoistisch handeln dürfe, da er sonst inkonsequent handeln würde. Dass diese These falsch ist, soll hier anhand mehrerer Punkte logisch dargelegt werden.

  1. Wenn wir die Resultate einer Gesellschaft betrachten würden, die auf ausschließlichem Egoismus basiert (nicht zu verwechseln mit dem libertären Modell von Vertragsfreiheiten), dann würde man sehen, dass es ausschließlich zu kontraproduktivem Verhalten führen kann. Die menschlichen Gehirnleistung hat vieles ermöglicht, als einen Seiteneffekt auch, dass sich alle Menschen gegenseitig derartig effektiv blockieren könnten, dass sie sich ausrotten würden. In freier Wildbahn mit wenigen Exemplaren ist das Verhalten des Egoismus absolut sinnvoll, unser Verstand hat aber begriffen, dass in einer hochkomplexen Gesellschaft, wie sie z. B. auch bei Ameisen vorhanden ist, die Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissen auch für die Einzelnen führt.
  2. Altruismus könnte man auch als eine Form der Partnerwerbung betrachten. Durch eine solche Form der Eigenwerbung zeigt man auch seinen Besitz, wer zum Beispiel Geld spendet kann ja nicht komplett mittellos sein.
  3. Das zweite Argument lässt sich auch verallgemeinernd auf die gesamte Gesellschaft ausweiten. Wer spendet oder eigene Stiftungen eröffnet zeigt damit seinen Besitz, sichert sich Loyalitäten, Bewunderung und einen sicheren Status. Bei größeren Unternehmen dient es auch der Absatzwerbung und einem verbesserten Image, was potentielle Kunden auch überzeugt, mit ihrem Kauf etwas Gutes zu tun.
  4. Kein wirkliches Argument, weswegen Altruismus der Evolution nicht widerspricht ist das Folgende, allerdings erklärt es, warum die Moral der Gläubigen ebensowenig eine wirklich feste moralische Basis hat. Denn ein Gott, der die Grundregeln der Moral determiniert, ist allmächtig, nach der Definition der meisten Gläubigen zumindest. Allmacht impliziert auch die Möglichkeit zu Reflexion seines eigenen Wortes und auch die Möglichkeit, eigene Entscheidungen rückgängig zu machen, es sich also praktisch „anders zu überlegen.“ Spricht man ihm diese ab indem man sich auf sein Versprechen stützt, die eigene Meinung nicht zu ändern, dann beraubt man ihn auch seiner Allmacht. Was allgegenwärtig ist muss nicht allmächtig sein, aber was allmächtig ist muss auch allgegenwärtig sein, womit Gott mit dem Verlust seiner Allmacht auch nicht mehr das große Ganze darstellen würde, dass zum Aufstellen einer Moral ohne Lücken unerlässlich ist.