Die Klimalüge der Klimaleugner

Ich bewege mich selbst in eher libertär orientierten Kreisen und habe darum auch oft Erfahrungen gemacht mit sogenannten Skeptikern, die den derzeitigen Klimawandel als nicht menschengemacht ablehnen. Der Markt und der Mensch sollte frei von Regulierungen bleiben, weswegen viele den Klimawandel für eine staatliche Lüge halten, der als weiterer Grund für sinnlose Vorschriften dienen soll. Das wäre zwar durchaus ein möglicher Grund für eine Erfindung des Klimawandels, beweist aber gar nicht, dass er überhaupt erfunden wurde. Um dem auf den Grund zu gehen möchte ich mich mit den Hauptargumenten der Klimaskeptiker auseinandersetzen.

Zuerst muss man aber unterscheiden. Wie auch beim Kreationismus gibt es nicht nur eine Gruppe, sondern viele verschiedene Motivationen und Ansätze. Die einen sehen lediglich die Faktenlage zu einem menschengemachten Klimawandel skeptisch, die anderen aber leugnen die menschliche Beteiligung und Verantwortung komplett und sind auch meist in einem verschwörungstheoretischen Netz verfangen, dass aus Weltbildimmunisierung und narzisstischem Selbstverständnis besteht, wie es für Verschwörungsglauben typisch ist. Vor allem mit den Argumenten Letzterer möchte ich mich hier auseinandersetzen.

Hierzu habe ich einen sehr ausführlichen klimaskeptischen Artikel aus dem Internet verwendet, der die meisten Argumente dieser Szene gut zusammenfasst und mir damit auch eine gute Grundlage zur Widerlegung bietet. (Mit dieser Einstellung sollte man natürlich nie an die Sache rangehen. Es gilt auch hier wie immer, objektiv zu bleiben. Die Formulierung habe ich nachträglich eingebaut, das soll hier nur Erwähnung finden um dem Vorwurf meiner eigenen Ideologisiertheit zuvor zu kommen.)

Der Artikel beginnt erst einmal damit, zu sagen, dass es bei der Klimalüge nur um Selbstbereicherung der Eliten geht und zudem wird ein Strohmannargument exekutiert. Meines Wissens hat kein Mensch, wie im Artikel behauptet, dass Schmelzen der Polkappen als Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung angegeben. Vielmehr ist es eine Folge des Klimawandels und damit wirklich ein Beleg für eine faktische Erwärmung, aber an sich natürlich nicht dafür, dass sie durch Menschen verursacht wurde. Allerdings konnte ich auch keinen Artikel finden, der das behauptet.

Zum ersten, der angebliche „Beweis,“ dass Menschen mit dem Klimawandel Geschäfte machen, ist kein Beweis. Viele Unternehmen müssen schließlich auch Vorkehrungen treffen und damit mehr Geld aufwenden, z. B. ist die gesamte Automobilindustrie betroffen, die bekanntermaßen eine sehr starke Lobby besitzt. Man kann also kaum davon ausgehen, dass die Interessen/die Lobby der wenigen Unternehmen, die von einer „Klimalüge“ profitieren würden, mehr ins Gewicht fallen als diejenigen, die mehr Ausgaben haben.

Weiter gehts, zum einen behauptet der Autor, die CO2-Messungen am Mauna Loa, einem aktiven Vulkan, seien wohl kaum aussagekräftig, was die Konzentration von Kohlenstoffdioxid angehe. Gehen wir spaßeshalber davon aus, dass die Wahl der genauen Platzierung der Messstation das nicht berücksichtigt hat und einen Bereich wählte, der von den Emissionen direkt betroffen ist … selbst dann zeigt die ansteigende CO2-Kurve, bei einem seit Jahren gleichmäßig aktiven Vulkan dennoch, dass das CO2 auch in der umgebenden Atmosphäre eine höhere Konzentration erreicht und dies passiert seit Jahren. Außerdem besteht MLO nicht nur aus einer Messstation, sondern aus fünf verschiedenen, die mehrere Kilometer auseinanderliegen und deren Ergebnisse in einem Durchschnittswert berücksichtigt werden. Insofern kann man diesen Einwand getrost vergessen.

Amüsanterweise widerspricht der Einwand, dass die Messungen sowieso nichts aussagen in Gänze der restlichen Argumentation des Autors, die aussagt, dass es zu einer Temperatursenkung käme, trotz des hohen CO2-Gehalts der Luft. Wenn die Messungen sowieso erlogen sind, dann ist seine Theorie damit selbst hinfällig. Denn zuerst sagt er, das CO2 würde nicht zur Klimaerwärmung führen und dann, dass das CO2 der Vulkane dafür verantwortlich sei. (de facto entsprechen die vulkanischen Emissionen weniger als einem Prozent der menschlichen)

Das Missverständnis vieler ist, dass der menschliche Anteil am Klimawandel gering sei, weil der Mensch lediglich 3% der CO2-Emissionen zu verantworten hat … doch ein Baum, der bei seinem Verfaulungsprozess dieses freisetzt hat es zum Wachsen benötigt, produziert also nichts „zusätzlich,“ wohingegen menschliche Emissionen nicht ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung der Meere usw. Ein Brunnen, der eigenes Wasser hochpumpt und dieses ablaufen lässt, läuft nicht über, gießt man aber regelmäßig nur ein kleines Glas Wasser hinein, so läuft er doch über, auch wenn der eigene Anteil verschwindend gering ist.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch würde auch kein zusätzliches CO2 produzieren, er bedient sich ja der Naturstoffe. Allerdings greift er ganz massiv in die Teile des Ökosystems ein, die das CO2 binden. Abholzungen des Regenwaldes und Vergiftung der Meere sind Fakten, die auch Klimaleugner nicht bestreiten werden. es kommt also nicht nur darauf an, wie viel CO2 der Mensch produziert, sondern auch darauf, wie er die Ressourcen zur Neutralisierung vernichtet.

Ich hätte gerne etwas zur beschriebenen Graphik verfasst, aber hab eine vergleichbare auch mit deren Quellen nicht finden können. Falls jemand diese kennt oder eine spezifische Quelle nennen kann/eine bestimmte Frage hat, kann ich gerne nochmal nachrecherchieren und den Artikel erweitern.

Allerdings konnte ich hier eine gute Zusammenfassung finden, die den Zusammenhang zwischen CO2 und Klima nahelegt. Die Konzentration in der Atmosphäre ist auch nicht, wie oft behauptet, der einzige Faktor einer Klimaerwärmung. Denn auch die Intensität der Sonneneinstrahlung ändert sich, die geologischen Gegebenheiten sowieso, denn der Mensch ist mittlerweile als geologischer Faktor anzusehen. Wenn zu Zeiten der Dinosaurier die Region der heutigen Niederlande überflutet wurde, dann interessierte das keinen, eine Klimaveränderung heutzutage hätte allerdings katastrophalere Folgen.

Der Autor widerspricht sich wieder, als er weiter behauptet, dass Polareis würde stabil sein oder sogar „wachsen.“ Wieso dann zuvor die Rechtfertigung, der Mensch habe kaum Einfluß auf die CO2-Konzentration, wenn steigende Werte keinen Einfluß auf das Klima haben? Aber dies nur am Rande. Ich selbst habe bei meiner Recherche, auch zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nur Quellen gefunden, die einen steigenden Meeresspiegel belegen (woher, wenn nicht durch Abschmelzung der Pole, soll eine solche Menge Wasser kommen?), wie zum Beispiel hier, wobei auch hingewießen wird auf Schwankungen im Meeresspiegel. Das heißt, dass in einem Jahr das Eis tatsächlich stabiler wird oder sogar zunimmt, auf Dauer, über einen langen Zeitraum hinweg aber in der Tendenz abnimmt. Damit ist der Vergleich von lediglich zwei Jahren, wie er im hier besprochenen Artikel vorgenommen wird, wenig aussagekräftig. Zusätzlich als geeignet erschienen mir noch zwei Artikel der „Lügenpresse“ zur Widerlegung, einerseits von der deutschen Welle und andererseits vom bayrischen Rundfunk.

Die beiden Bilder der Radarstation DYE3 sagen wieder relativ wenig aus. Zum einen ist lediglich bei einem angegeben, wann genau es aufgenommen wurde, zum anderen sind es Momentaufnahmen, die momentane Wetterlage und ähnliches komplett außer Acht lassen. Der Klimawandel ist kein linear verlaufendes Ereignis, extreme Schwankungen sind sogar eher ein Beleg für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Verhältnis. Die Tendenz zu einer Erwärmung ist gegeben, das heißt nicht, dass es keine Kaltwetterperioden gibt.

Das nächste Argument ist in meinen Augen mehr als fadenscheinig:

Früher waren die Gletscher hellweiss und haben die Strahlung besser reflektiert. Guckt euch an wie schwarz die heute sind.
Das Resulat der Studie passte aber den Auftraggebern überhaupt nicht und wurde nicht veröffentlicht, weil sie als Antwort das CO2 als Schuldigen hören wollten. Sie verschwand in der Schublade. Man hätte ja was tun müssen und sich mit einer starken Lobby angelegt. Ausserdem wird die Verschmutzung grossteils aus den Nachbarländern rein geweht.

Dass die Gletscher wegen abgelagerten Rußpartikeln die Einstrahlung der Sonne weniger stark reflektieren und diese dadurch schneller Abschmelzen ist durchaus vorstellbar, klingt auch ziemlich logisch. Allerdings ist der Fakt, dass auch andere Faktoren für die massive Zerstörung der Gletscher verantwortlich sind kein Gegenbeleg für eine Klimaerwärmung durch CO2. Es ist, als würde man behaupten, in Spanien sei es wärmer als in Deutschland wegen der häufigeren Waldbrände.

Einer der wichtigsten Argumente der Klimahysteriker ist, durch die Klimaerwärmung befindet sich mehr Energie in der Atmosphäre und im Meer, deshalb wird es weltweit mehr Stürme und zerstörerische Hurrikane geben, welche Milliarden an Schäden verursachen werden.

Mit dieser Behauptung greift der Autor nicht nur die Vertreter der (von den meisten Wissenschaftlern vertretenen) Theorie des menschengemachten Klimawandels an, sondern auch jene, die nur sagen, dass es eine Klimaerwärmung an sich gibt. Nun sind aber nicht nur die Stürme, sondern an und für sich Wetterextreme angenommene Belege für die Klimaerwärmung und Schäden durch Extremwetterlagen haben seit 1980 zugenommen. Auch hier gilt wieder, eine nicht-lineare Zunahme ist nicht bewertbar anhand so kurzer Intervalle. Auch Modellrechnungen legen nahe, dass nicht die Anzahl der Stürme steigt (sie sinkt möglicherweise sogar leicht), sondern vor allem die Heftigkeit der Stürme zunimmt. Man sollte die „Klimahysteriker“ richtig zitieren, bevor man sich über sie lustig macht, allerdings soll die aufgesetzte Arroganz des Autors hier nicht erwidert werden.

Im nächsten Argument geht es wieder darum, dass eine einzelne Statistik aus einem Teilgebiet mit einem Vergleich eines Intervalls von etwa dreißig Jahren natürlich sämtliche anderen Statistiken widerlegt. Zugegebenermaßen ist mir hier schon fast die Lust vergangen, diese Studie noch anzuschauen, aber Objektivität ist wichtig und darum soll dieser Aussage wieder eine Chance gegeben werden. Es ist eine Statistik der Temperaturen im Great Barrier Reef Marine Park, die sogar eine leichte Abkühlung der Wassertemperaturen zeigen soll. Nun könnte man im Gegenzug fragen, wieso die australische Regierung zugunsten des Tourismus Passagen aus einem UN-Bericht streichen lies, der von massiver Korallenbleiche dort berichtete, wegen der Klimaerwärmung. Scheinbar wird die „Propaganda zur Klimaerwärmung“ doch nicht so exzessiv betrieben, wenn Staaten aktiv die Aufklärung darüber verhindern. Die verwendete Statistik ist also faktisch gefälscht und von der australischen Regierung schöngeredet, um Einbußen im Bereich der Touristik zu verhindern.

Weiter geht es damit, dass behauptet wird, zwischen CO2 und Temperatur gäbe es keinen Zusammenhang. Der „Beweis“ ist, dass der CO2-Gehalt stark schwankte, die Temperatur aber relativ konstant blieb. Die Statistik berücksichtigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde, aber nicht den Aufbau der Atmossphäre, zudem gab es Zeiten auf der Erde mit um die 50 °C, die hier aber seltsamerweise nicht dargestellt werden (auch wenn sie nichts mit dem CO2-Gehalt zu tun hatten), was die Graphik fragwürdig erscheinen lässt. Auch tauchen die Eiszeiten nicht wirklich auf.

Natürlich muss man klar sagen, CO2 ist nicht der einzige Schadstoff, schon gar nicht der zerstörerischste, der von den modernen Industrienationen in die Atmossphäre geschickt wird. Moleküle wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe u. A. greifen das Ozon an und entfalten destruktive Wirkung. Wenn man den Fehler macht, wie auch viele, die den menschenbeförderten Klimawandel als richtig akzeptieren, und alles nur auf den CO2-Ausstoß reduziert, dann wird man den ganzen menschlichen Einfluß nur schwer nachvollziehen können. Die Behauptung des Autors, für eine Verbindung zwischen CO2 und dem Klima gäbe es keinen Beleg, ist grundsätzlich falsch, doch er weißt auch auf etwas hin, das vielen leider nicht so klar ist, wie es sein sollte. CO2 ist NICHT der einzige Faktor in der Entstehung des Klimas, es ist ein unglaublich komplexes System.

Uns sollte dabei allen klar sein, in hochkomplexen Systemen können kleine Änderungen große Konsequenzen mit sich bringen. Die Gegner der Anschauung eines menschengemachten oder zumindest beförderten Klimawandels brauchen sich also nicht zu früh freuen. Das wir lediglich 3% des CO2’s „verursachen“ heißt keineswegs, dass unser Anteil am Klimawandel auch nur 3% beträgt.

Auch wenn in diesem Artikel einiges stand, dem ich auch zustimmen konnte, so ruiniert der  Autor alles mit diesem „Fazit.“

Fazit: Wir sehen, unseren Planeten geht es gut, alles ist normal, das Klima und alle damit verbundenen Parameter verlaufen stabil, keine alarmierender Trend in Sicht. Das heisst nicht, wir können die Sau raus lassen, sondern es heisst was uns die Alarmisten erzählen ist falsch und gelogen.

Die Argumente der Vertreter der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung sind somit widerlegt. Erstens findet schon seit 10 Jahren keine Erwärmung statt, das CO2 hat deshalb gar nichts mit dem Klima zu tun, und die gerne immer wieder als Beispiel gebrachten Behauptungen über das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher in Grönland stimmen nicht mit dem was wirklich passiert überein.
Es wird uns durch Horrorbilder in den Filmen und TV-Berichten ein Katastrophenszenario vorgespielt, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Alles eine Manipulation zur Meinungssteuerung um uns Angst zu machen, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, uns schuldig fühlen, deshalb bereit sind für die Sünde zu büßen und zu zahlen.

Bei dem derzeitigen Artensterben, der sehr wohl vorhandenen Klimaerwärmung, dem Absterben von Korallenriffen, das in der vom Autor verwendeten Studie herausgestrichen wurde und Vergiftung der Natur durch Stoffe, die weitaus toxischer sind als das CO2 und die von den Menschen produziert werden ist dieses Fazit ein absoluter Witz. Der angeblich kritische Geist hat sich noch viel mehr auf das CO2 fixiert als die „Klimahysteriker,“ denen er ja ach so überlegen ist. Man könnte nun in gleicher unterstellender Art fragen, ob er nicht vielleicht von Konzernen bezahlt wird, um implizit andere toxische Stoffe auszuklammern und zu verschweigen, aber hier sollten zumindest alle wissen, dass das albern ist. Ja, glaubt nicht alles automatisch eins zu eins, wie es euch vorgegeben wird, vollkommen richtig. Doch wieso erwartet der Autor das von seinen Lesern?

Auch erklärt hier nichts, wieso der Mensch für seinen angeblich so geringen Anteil nicht dennoch Verantwortung übernehmen soll? Wenn wir die einzigen „Tiere“ sind, die ihr Handeln so reflektieren können, weswegen sollten wir diese Gabe ignorieren? Mit dem kindischen Hinweis, der Vulkan explodiert auch einfach so, also warum nicht mit 200 km/h über die Autobahn brettern?

Klimaskeptiker werden sich sicher angegriffen fühlen, doch das hier ist kein Angriff. Es ist ein Appell an ihre eigenen Werte, nämlich die des Hinterfragens von Daten und angeblichen Tatsachen. Das Hinterfragen ist ein Wert des Bewusstseins, Bewusstsein ist Verantwortung und Verantwortung bedeutet auch, dass man für das eigene Handeln gerade steht und es positiver gestaltet. Selbst wenn der menschliche Anteil gering sein soll, so ist das kein Grund, ihn noch auszubauen.

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