Wie mich LSA verändert hat

Ich habe vor Kurzem einen LSA-Artikel hochgeladen, seitdem aber einen weiteren „Trip“ durchgeführt, bei dem ich acht Samen verwendete und diese in Alkohol eingelegt verwendete. Schon der erste wirklich bewusst wahrgenommene Trip schärfte dauerhaft meine Wahrnehmung, mein Empathiegefühl und veränderte meine Prioritäten. Ich fühlte mich glücklicher und erfüllter, so ausgeglichen wie noch nie zuvor. Es war mir nicht mehr wichtig, von anderen anerkannt zu sein und mich mit Erfolgen zu profilieren, vielmehr erkannte ich die Schönheit in den Dingen, die schon existierten, in der Natur und in den Wolken. Das Gefühl, viel mehr verstanden zu haben als zuvor mischt sich seltsamerweise aber mit einer neuen Bescheidenheit, der Erkenntnis, dass ich das neue Verständnis und das neue Glück, sowohl in der Liebe als auch der Selbstliebe, nicht einer herausragenden Intelligenz oder einer Überlegenheit verdanke, sondern dem Einfluß einer Substanz.

Dies wertet die Erkenntnis und das neue Lebensgefühl aber nicht ab, im Gegenteil. Es war, als hätte ich mich in einem dunklen Raum gefunden und selbst Jahre nach diesem Gefühl gesucht, den Lichtschalter und damit den weiteren Weg aber immer verfehlt. Das LSA schien wie eine Kerze gewesen zu sein und ermöglichte es mir, diesen Lichtschalter selbst zu finden. Substanzen haben meiner Erfahrung an sich nicht die Kraft, dieses Glückgefühl ohne eigenes Zutun zu implementieren, man muss sich ihrer Auswirkungen, ihres „Werkzeugs“ bedienen, um das zu finden, was das eigene Leben blockiert und stört.

Dieser letzte Trip aber (und es wird auch auf längere Zeit hinweg vermutlich der letzte bleiben, ein mächtiges Werkzeug inflationär zu gebrauchen raubt auf Dauer vermutlich sowohl das Interesse daran als auch die Wirksamkeit) war noch weitaus intensiver als alles jemals zuvor erlebte. Nach dem Einsetzen der Wirkung kam wieder dieses wolkige Gefühl auf und ich begann zu malen. Mein Farbenverständnis schien intuitiver zu sein, die Formen schienen sich selbst zu ziehen und meine Hand kam mir wie ein Werkzeug vor, um dem LSA zu ermöglichen, seine Visionen zu verbildlichen. Es war unmöglich, die Arbeit zu beenden. Nebenher lief das Tool-Video „Vicarious“ und ich hatte plötzlich das Gefühl, es komplett verstanden zu haben. Die Interpretation musste natürlich sofort aufgeschrieben werden, nachdem mein zweites Bild für meine Freundin fertiggestellt war. Es dauerte eine weitere Dreiviertelstunde und danach sank ich zurück auf die Couch. Mein Gehirn schien fast zu platzen, mir wurde schlecht, ein Gewitter aus Lichtblitzen feuerte hinter meinen Augenlidern und es blieb keine andere Option als das Licht und die Musik auszumachen und mich auf der Couch hinzulegen. Der unangenehme Zustand verflog aber sehr schnell wieder. Ich machte wieder Musik an und hörte Tool, Lucid Planet, Puscifer, Meshuggah und praktisch alles mögliche, das eine psychedelische Note aufwieß. Jedes Lied schien unglaublich viel Sinn zu ergeben und eine pulsierende Energie zu beinhalten.

Da es sich um eine extrem hohe Dosis gehandelt hat, waren meine Überlegungen weniger geleitet von der gesellschaftlichen Logik als von einem tiefen Bedürfnis. Entgegen aller Safer-Use-Regeln verließ ich nachts um drei alleine das Haus und begann, kaum dem Dorf entkommen, zu der Musik zu tanzen, die über Kopfhörer lief. Jeder Schritt und jede Bewegung kam mir wie geplant vor, geschmeidig, weich, irgendwie überirdisch und kraftvoll. Meine Eltern besitzen einen größeren Garten voll von Kirschbäumen außerhalb des Dorfes und zu diesem tanzte ich ekstatisch. Die Wolken und Äste, alles verband sich zu geometrischen Formen, nichts wirkte noch zufällig, sondern geplant (soll nicht bedeuten, dass ich jetzt an intelligent design oder so glaube). Diese Wahrnehmung spiegelte sich auch in meinem Inneren, nichts an meinem Denken oder Handeln kam mir noch unterbewusst vor und ich erkannte, dass es damit zu tun hatte, dass meine inneren Verletzungen nach Erfüllung von Außen verlangt hatten.

Ich legte mich ins Gras. Wolken, Äste, Gräser, Musik, die Kälte an meiner Haut, das Gefühl von Erkenntnis und Einheit mit allem war zu einer Symphonie verschmolzen, die mit allen Sinnen wahrgenommen wurde. Gewalt und Hass kam mir so fremd und unnatürlich, eigentlich richtiggehend widerlich und krank vor.

Die Visionen vertieften sich und die geometrische Wahrnehmung wurde unglaublich eindrucksvoll. Es war ein vertieftes 3D-Sehen. Die Bäume standen hintereinander und es wurde mir so klar wie noch nie zuvor, dass meine Sicht räumlich konstruiert ist. Das Universum ist grenzenlos und je nach Definition kann man seinen Mittelpunkt überall setzen. Mir kam es so vor, als würde es sich um mich drehen (nicht im narzisstischen Sinne) und die Ferne wurde erst wirklich zur Ferne. Gegenstände hoben sich so scharf wie noch nie zuvor voneinander ab, doch diese Trennung war nur so scharf um dabei deren Verbindung zu verdeutlichen. Alles kam mir getrennt vor und gleichzeitig eins.

Als mir kalt wurde ging ich wieder nach Hause, konnte aber nicht einschlafen. Die Gedanken rasten, der mentale Zustand schien so komplett und gesund zu sein wie nie zuvor. Mir wurde auch klar, dass dieses Erlebnis mich auf immer verändern würde. Seit diesem Trip, dessen direkte Einwirkung natürlich schon verschwunden ist, kommt mir die Welt viel interessanter vor, mein Interesse an allem möglichen ist einfach aus dem Nichts wieder aufgeflammt. Hat mich eine Blume zuvor nicht interessiert, so bestaune ich nun ihre Schönheit und ihre geometrische Struktur. Der schon zuvor extrem reduzierte Narzissmus ist verschwunden und Selbstkritik geht mir leicht von der Zunge, als wäre es ein Eigenlob.

Um einem Missverständnis vorzubeugen, LSA ist nicht ungefählich, sondern sollte mit Vorsicht probiert werden, wie alle Substanzen. Sie ist legal und kann auch legal konsumiert werden. Aber beachtet auf jeden Fall Set und Setting. Wenn es jemand bereits probiert hat, würde ich mich freuen, ob er/sie Ähliches zu berichten hat.

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