Sozialdarwinismus und Evolution

Viele religiöse Kritiker der Evolutionstheorie erheben den Anspruch darauf, selbst moralisch überlegen zu sein und sagen, aus der natürlichen Selektion als Kern der Evolution müsse man folgern, dass der Mensch ausschließlich egoistisch handeln dürfe, da er sonst inkonsequent handeln würde. Dass diese These falsch ist, soll hier anhand mehrerer Punkte logisch dargelegt werden.

  1. Wenn wir die Resultate einer Gesellschaft betrachten würden, die auf ausschließlichem Egoismus basiert (nicht zu verwechseln mit dem libertären Modell von Vertragsfreiheiten), dann würde man sehen, dass es ausschließlich zu kontraproduktivem Verhalten führen kann. Die menschlichen Gehirnleistung hat vieles ermöglicht, als einen Seiteneffekt auch, dass sich alle Menschen gegenseitig derartig effektiv blockieren könnten, dass sie sich ausrotten würden. In freier Wildbahn mit wenigen Exemplaren ist das Verhalten des Egoismus absolut sinnvoll, unser Verstand hat aber begriffen, dass in einer hochkomplexen Gesellschaft, wie sie z. B. auch bei Ameisen vorhanden ist, die Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissen auch für die Einzelnen führt.
  2. Altruismus könnte man auch als eine Form der Partnerwerbung betrachten. Durch eine solche Form der Eigenwerbung zeigt man auch seinen Besitz, wer zum Beispiel Geld spendet kann ja nicht komplett mittellos sein.
  3. Das zweite Argument lässt sich auch verallgemeinernd auf die gesamte Gesellschaft ausweiten. Wer spendet oder eigene Stiftungen eröffnet zeigt damit seinen Besitz, sichert sich Loyalitäten, Bewunderung und einen sicheren Status. Bei größeren Unternehmen dient es auch der Absatzwerbung und einem verbesserten Image, was potentielle Kunden auch überzeugt, mit ihrem Kauf etwas Gutes zu tun.
  4. Kein wirkliches Argument, weswegen Altruismus der Evolution nicht widerspricht ist das Folgende, allerdings erklärt es, warum die Moral der Gläubigen ebensowenig eine wirklich feste moralische Basis hat. Denn ein Gott, der die Grundregeln der Moral determiniert, ist allmächtig, nach der Definition der meisten Gläubigen zumindest. Allmacht impliziert auch die Möglichkeit zu Reflexion seines eigenen Wortes und auch die Möglichkeit, eigene Entscheidungen rückgängig zu machen, es sich also praktisch „anders zu überlegen.“ Spricht man ihm diese ab indem man sich auf sein Versprechen stützt, die eigene Meinung nicht zu ändern, dann beraubt man ihn auch seiner Allmacht. Was allgegenwärtig ist muss nicht allmächtig sein, aber was allmächtig ist muss auch allgegenwärtig sein, womit Gott mit dem Verlust seiner Allmacht auch nicht mehr das große Ganze darstellen würde, dass zum Aufstellen einer Moral ohne Lücken unerlässlich ist.
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