Unterschätzte Treibhausgase

Im Rahmen der globalen Erwärmung hört man fast ausschließlich nur von CO2. Diese Fixierung macht die gut belegte Theorie des menschengemachten Klimawandels für Verschwörungstheorien angreifbar, die den Menschen aus seiner Verantwortung gegenüber der Natur und der Umwelt befreien, wie ich in meinem Artikel Die Klimalüge der Klimaleugner auch erwähnt habe.

Zuerst beginnen will ich mit Methan. Das Methan (CH4) als Treibhausgas wirkt und bis zu 35mal „effektiver“ als CO2 ist, wird schon in diesem Spiegelartikel aus dem Jahre 2009 erwähnt unter Bezugnahme auf eine Studie der Columbia University erwähnt. Methanaußstoß wird in großem Maße durch die Landwirtschaft verursacht, das Umweltbundesamt brachte vor wenigen Tagen einen Bericht heraus über die „vergessenen Treibhausgase,“ nämlich Methan und auch Lachgas (N2O), die allein von der deutschen Landwirtschaft ein Äquivalent von 67 Millionen TONNEN CO2 ausstießen.

Da der größte (menschengemachte) Anteil am Methanausstoß auf die Landwirtschaft zurück zu führen ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass Methan (und auch Lachgas, das häufig in Dünger zu finden ist, bzw. durch Reaktionen zwischen Stickstoff und Sauerstoff entsteht) kaum im Weltbild der meisten Aktivisten auftauchen. CO2 ist das Treibhausgas, welches vor allem auf moderne Technologie und die „Großindustrie“ zurückgeht und passt besser in das Feindbild, Moderne gegen Natur. An diesem Punkt wird wieder einmal gut belegt, dass der gewöhnliche Landwirt nicht der naturverbundene Landschaftspfleger und Naturfreund ist, sondern massiv in Ökosysteme eingreift und mit schädlichen Stoffen den eigenen Gewinn maximiert.

Dass CO2 so schädlich ist und unter seinen Konkurrenten heraussticht, 2015 und 2016 in einer Rekordkonzentration in der Atmosphäre vorlag, liegt daran, dass die früheren CO2-Neutralisierer immer weiter zerstört werden (große Wälder, Vergiftung der Meere …). Die Zerstörung großer Waldflächen für Landwirtschaft, vor allem die Viehhaltung minimiert damit einerseits die Fähigkeit des Planeten, CO2-Emissionen ausgleichen zu können und erhöht den Anteil an anthropogenem Methan, das schon jetzt zu 20% zum Klimawandel beiträgt!

Einen noch effektiveren Treibhauseffekt weißt neben dem Methan das Lachgas auf. Beliebt ist es nicht nur als Narkosemittel oder kurz wirksames Dissoziativum bei Konsumenten, sondern eben auch in der Landwirtschaft, als Dünger oder in der Viehhaltung. N20 hat eine Wirksamkeit, die der 298-fachen Wirkung von CO2 entspricht und verbleibt in der Atmosphäre für 114 Jahre, bis es effektiv abgebaut wurde. Lachgas greift daneben auch die Ozonschicht an, wie schon 2009 berichtet wurde.

Der Anteil von Lachgas am anthropogenen Klimawandel beträgt in etwa 5 – 6%, zusammen mit Methan machen nur diese beiden Stoffe schon einen Viertel des menschlichen Anteils am Klimawandel aus. Einzelne Kampagnen klären zwar über deren Gefährlichkeit aus, doch die öffentliche Fixierung auf CO2 bleibt dennoch erhalten.

Neben Lachgas und Methan gibt es allerdings noch Flourkohlenwasserstoffe, Flourchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die neben ihrem Treibhauseffekt äußerst aggressiv auf die Ozonschicht einwirken, welche zwar seit 1995 nur noch eingeschränkt verwendet werden dürfen, aber wegen ihres Potentials von bis zum 14.800fachen des CO2 und hoher Haltbarkeit noch ca. 10% zum gegenwärtigen Klimawandel beitragen (!!!). Deren Konzentration in der Atmosphäre ist allerdings seit 1999 leicht rückläufig, vor allem wegen der großen Einschränkung ihrer Verwendungsmöglichkeiten (da hier bereits gehandelt wurde, kann es aber schlecht zu den „vernachlässigten“ Klimafaktoren gezählt werden).

Die Fixierung auf CO2 birgt viele Gefahren. Zum einen macht sie die (richtige) Theorie des menschengemachten Klimawandels leicht angreifbar, da der CO2-Ausstoß eben nicht die einzige Ursache ist und dieses monokausale Weltbild von den meisten widerlegt werden kann, die mit dieser Zielsetzung beginnen, etwas zu recherchieren. Zum anderen schadet es der Umwelt, wenn man nur die politisch genehmen Faktoren bekämpft, alle anderen aber ignoriert, weil man es sich dann mit der Landwirtschaft versauen könnte.

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Die Klimalüge der Klimaleugner

Ich bewege mich selbst in eher libertär orientierten Kreisen und habe darum auch oft Erfahrungen gemacht mit sogenannten Skeptikern, die den derzeitigen Klimawandel als nicht menschengemacht ablehnen. Der Markt und der Mensch sollte frei von Regulierungen bleiben, weswegen viele den Klimawandel für eine staatliche Lüge halten, der als weiterer Grund für sinnlose Vorschriften dienen soll. Das wäre zwar durchaus ein möglicher Grund für eine Erfindung des Klimawandels, beweist aber gar nicht, dass er überhaupt erfunden wurde. Um dem auf den Grund zu gehen möchte ich mich mit den Hauptargumenten der Klimaskeptiker auseinandersetzen.

Zuerst muss man aber unterscheiden. Wie auch beim Kreationismus gibt es nicht nur eine Gruppe, sondern viele verschiedene Motivationen und Ansätze. Die einen sehen lediglich die Faktenlage zu einem menschengemachten Klimawandel skeptisch, die anderen aber leugnen die menschliche Beteiligung und Verantwortung komplett und sind auch meist in einem verschwörungstheoretischen Netz verfangen, dass aus Weltbildimmunisierung und narzisstischem Selbstverständnis besteht, wie es für Verschwörungsglauben typisch ist. Vor allem mit den Argumenten Letzterer möchte ich mich hier auseinandersetzen.

Hierzu habe ich einen sehr ausführlichen klimaskeptischen Artikel aus dem Internet verwendet, der die meisten Argumente dieser Szene gut zusammenfasst und mir damit auch eine gute Grundlage zur Widerlegung bietet. (Mit dieser Einstellung sollte man natürlich nie an die Sache rangehen. Es gilt auch hier wie immer, objektiv zu bleiben. Die Formulierung habe ich nachträglich eingebaut, das soll hier nur Erwähnung finden um dem Vorwurf meiner eigenen Ideologisiertheit zuvor zu kommen.)

Der Artikel beginnt erst einmal damit, zu sagen, dass es bei der Klimalüge nur um Selbstbereicherung der Eliten geht und zudem wird ein Strohmannargument exekutiert. Meines Wissens hat kein Mensch, wie im Artikel behauptet, dass Schmelzen der Polkappen als Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung angegeben. Vielmehr ist es eine Folge des Klimawandels und damit wirklich ein Beleg für eine faktische Erwärmung, aber an sich natürlich nicht dafür, dass sie durch Menschen verursacht wurde. Allerdings konnte ich auch keinen Artikel finden, der das behauptet.

Zum ersten, der angebliche „Beweis,“ dass Menschen mit dem Klimawandel Geschäfte machen, ist kein Beweis. Viele Unternehmen müssen schließlich auch Vorkehrungen treffen und damit mehr Geld aufwenden, z. B. ist die gesamte Automobilindustrie betroffen, die bekanntermaßen eine sehr starke Lobby besitzt. Man kann also kaum davon ausgehen, dass die Interessen/die Lobby der wenigen Unternehmen, die von einer „Klimalüge“ profitieren würden, mehr ins Gewicht fallen als diejenigen, die mehr Ausgaben haben.

Weiter gehts, zum einen behauptet der Autor, die CO2-Messungen am Mauna Loa, einem aktiven Vulkan, seien wohl kaum aussagekräftig, was die Konzentration von Kohlenstoffdioxid angehe. Gehen wir spaßeshalber davon aus, dass die Wahl der genauen Platzierung der Messstation das nicht berücksichtigt hat und einen Bereich wählte, der von den Emissionen direkt betroffen ist … selbst dann zeigt die ansteigende CO2-Kurve, bei einem seit Jahren gleichmäßig aktiven Vulkan dennoch, dass das CO2 auch in der umgebenden Atmosphäre eine höhere Konzentration erreicht und dies passiert seit Jahren. Außerdem besteht MLO nicht nur aus einer Messstation, sondern aus fünf verschiedenen, die mehrere Kilometer auseinanderliegen und deren Ergebnisse in einem Durchschnittswert berücksichtigt werden. Insofern kann man diesen Einwand getrost vergessen.

Amüsanterweise widerspricht der Einwand, dass die Messungen sowieso nichts aussagen in Gänze der restlichen Argumentation des Autors, die aussagt, dass es zu einer Temperatursenkung käme, trotz des hohen CO2-Gehalts der Luft. Wenn die Messungen sowieso erlogen sind, dann ist seine Theorie damit selbst hinfällig. Denn zuerst sagt er, das CO2 würde nicht zur Klimaerwärmung führen und dann, dass das CO2 der Vulkane dafür verantwortlich sei. (de facto entsprechen die vulkanischen Emissionen weniger als einem Prozent der menschlichen)

Das Missverständnis vieler ist, dass der menschliche Anteil am Klimawandel gering sei, weil der Mensch lediglich 3% der CO2-Emissionen zu verantworten hat … doch ein Baum, der bei seinem Verfaulungsprozess dieses freisetzt hat es zum Wachsen benötigt, produziert also nichts „zusätzlich,“ wohingegen menschliche Emissionen nicht ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung der Meere usw. Ein Brunnen, der eigenes Wasser hochpumpt und dieses ablaufen lässt, läuft nicht über, gießt man aber regelmäßig nur ein kleines Glas Wasser hinein, so läuft er doch über, auch wenn der eigene Anteil verschwindend gering ist.

Nun könnte man argumentieren, der Mensch würde auch kein zusätzliches CO2 produzieren, er bedient sich ja der Naturstoffe. Allerdings greift er ganz massiv in die Teile des Ökosystems ein, die das CO2 binden. Abholzungen des Regenwaldes und Vergiftung der Meere sind Fakten, die auch Klimaleugner nicht bestreiten werden. es kommt also nicht nur darauf an, wie viel CO2 der Mensch produziert, sondern auch darauf, wie er die Ressourcen zur Neutralisierung vernichtet.

Ich hätte gerne etwas zur beschriebenen Graphik verfasst, aber hab eine vergleichbare auch mit deren Quellen nicht finden können. Falls jemand diese kennt oder eine spezifische Quelle nennen kann/eine bestimmte Frage hat, kann ich gerne nochmal nachrecherchieren und den Artikel erweitern.

Allerdings konnte ich hier eine gute Zusammenfassung finden, die den Zusammenhang zwischen CO2 und Klima nahelegt. Die Konzentration in der Atmosphäre ist auch nicht, wie oft behauptet, der einzige Faktor einer Klimaerwärmung. Denn auch die Intensität der Sonneneinstrahlung ändert sich, die geologischen Gegebenheiten sowieso, denn der Mensch ist mittlerweile als geologischer Faktor anzusehen. Wenn zu Zeiten der Dinosaurier die Region der heutigen Niederlande überflutet wurde, dann interessierte das keinen, eine Klimaveränderung heutzutage hätte allerdings katastrophalere Folgen.

Der Autor widerspricht sich wieder, als er weiter behauptet, dass Polareis würde stabil sein oder sogar „wachsen.“ Wieso dann zuvor die Rechtfertigung, der Mensch habe kaum Einfluß auf die CO2-Konzentration, wenn steigende Werte keinen Einfluß auf das Klima haben? Aber dies nur am Rande. Ich selbst habe bei meiner Recherche, auch zu der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nur Quellen gefunden, die einen steigenden Meeresspiegel belegen (woher, wenn nicht durch Abschmelzung der Pole, soll eine solche Menge Wasser kommen?), wie zum Beispiel hier, wobei auch hingewießen wird auf Schwankungen im Meeresspiegel. Das heißt, dass in einem Jahr das Eis tatsächlich stabiler wird oder sogar zunimmt, auf Dauer, über einen langen Zeitraum hinweg aber in der Tendenz abnimmt. Damit ist der Vergleich von lediglich zwei Jahren, wie er im hier besprochenen Artikel vorgenommen wird, wenig aussagekräftig. Zusätzlich als geeignet erschienen mir noch zwei Artikel der „Lügenpresse“ zur Widerlegung, einerseits von der deutschen Welle und andererseits vom bayrischen Rundfunk.

Die beiden Bilder der Radarstation DYE3 sagen wieder relativ wenig aus. Zum einen ist lediglich bei einem angegeben, wann genau es aufgenommen wurde, zum anderen sind es Momentaufnahmen, die momentane Wetterlage und ähnliches komplett außer Acht lassen. Der Klimawandel ist kein linear verlaufendes Ereignis, extreme Schwankungen sind sogar eher ein Beleg für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Verhältnis. Die Tendenz zu einer Erwärmung ist gegeben, das heißt nicht, dass es keine Kaltwetterperioden gibt.

Das nächste Argument ist in meinen Augen mehr als fadenscheinig:

Früher waren die Gletscher hellweiss und haben die Strahlung besser reflektiert. Guckt euch an wie schwarz die heute sind.
Das Resulat der Studie passte aber den Auftraggebern überhaupt nicht und wurde nicht veröffentlicht, weil sie als Antwort das CO2 als Schuldigen hören wollten. Sie verschwand in der Schublade. Man hätte ja was tun müssen und sich mit einer starken Lobby angelegt. Ausserdem wird die Verschmutzung grossteils aus den Nachbarländern rein geweht.

Dass die Gletscher wegen abgelagerten Rußpartikeln die Einstrahlung der Sonne weniger stark reflektieren und diese dadurch schneller Abschmelzen ist durchaus vorstellbar, klingt auch ziemlich logisch. Allerdings ist der Fakt, dass auch andere Faktoren für die massive Zerstörung der Gletscher verantwortlich sind kein Gegenbeleg für eine Klimaerwärmung durch CO2. Es ist, als würde man behaupten, in Spanien sei es wärmer als in Deutschland wegen der häufigeren Waldbrände.

Einer der wichtigsten Argumente der Klimahysteriker ist, durch die Klimaerwärmung befindet sich mehr Energie in der Atmosphäre und im Meer, deshalb wird es weltweit mehr Stürme und zerstörerische Hurrikane geben, welche Milliarden an Schäden verursachen werden.

Mit dieser Behauptung greift der Autor nicht nur die Vertreter der (von den meisten Wissenschaftlern vertretenen) Theorie des menschengemachten Klimawandels an, sondern auch jene, die nur sagen, dass es eine Klimaerwärmung an sich gibt. Nun sind aber nicht nur die Stürme, sondern an und für sich Wetterextreme angenommene Belege für die Klimaerwärmung und Schäden durch Extremwetterlagen haben seit 1980 zugenommen. Auch hier gilt wieder, eine nicht-lineare Zunahme ist nicht bewertbar anhand so kurzer Intervalle. Auch Modellrechnungen legen nahe, dass nicht die Anzahl der Stürme steigt (sie sinkt möglicherweise sogar leicht), sondern vor allem die Heftigkeit der Stürme zunimmt. Man sollte die „Klimahysteriker“ richtig zitieren, bevor man sich über sie lustig macht, allerdings soll die aufgesetzte Arroganz des Autors hier nicht erwidert werden.

Im nächsten Argument geht es wieder darum, dass eine einzelne Statistik aus einem Teilgebiet mit einem Vergleich eines Intervalls von etwa dreißig Jahren natürlich sämtliche anderen Statistiken widerlegt. Zugegebenermaßen ist mir hier schon fast die Lust vergangen, diese Studie noch anzuschauen, aber Objektivität ist wichtig und darum soll dieser Aussage wieder eine Chance gegeben werden. Es ist eine Statistik der Temperaturen im Great Barrier Reef Marine Park, die sogar eine leichte Abkühlung der Wassertemperaturen zeigen soll. Nun könnte man im Gegenzug fragen, wieso die australische Regierung zugunsten des Tourismus Passagen aus einem UN-Bericht streichen lies, der von massiver Korallenbleiche dort berichtete, wegen der Klimaerwärmung. Scheinbar wird die „Propaganda zur Klimaerwärmung“ doch nicht so exzessiv betrieben, wenn Staaten aktiv die Aufklärung darüber verhindern. Die verwendete Statistik ist also faktisch gefälscht und von der australischen Regierung schöngeredet, um Einbußen im Bereich der Touristik zu verhindern.

Weiter geht es damit, dass behauptet wird, zwischen CO2 und Temperatur gäbe es keinen Zusammenhang. Der „Beweis“ ist, dass der CO2-Gehalt stark schwankte, die Temperatur aber relativ konstant blieb. Die Statistik berücksichtigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde, aber nicht den Aufbau der Atmossphäre, zudem gab es Zeiten auf der Erde mit um die 50 °C, die hier aber seltsamerweise nicht dargestellt werden (auch wenn sie nichts mit dem CO2-Gehalt zu tun hatten), was die Graphik fragwürdig erscheinen lässt. Auch tauchen die Eiszeiten nicht wirklich auf.

Natürlich muss man klar sagen, CO2 ist nicht der einzige Schadstoff, schon gar nicht der zerstörerischste, der von den modernen Industrienationen in die Atmossphäre geschickt wird. Moleküle wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe u. A. greifen das Ozon an und entfalten destruktive Wirkung. Wenn man den Fehler macht, wie auch viele, die den menschenbeförderten Klimawandel als richtig akzeptieren, und alles nur auf den CO2-Ausstoß reduziert, dann wird man den ganzen menschlichen Einfluß nur schwer nachvollziehen können. Die Behauptung des Autors, für eine Verbindung zwischen CO2 und dem Klima gäbe es keinen Beleg, ist grundsätzlich falsch, doch er weißt auch auf etwas hin, das vielen leider nicht so klar ist, wie es sein sollte. CO2 ist NICHT der einzige Faktor in der Entstehung des Klimas, es ist ein unglaublich komplexes System.

Uns sollte dabei allen klar sein, in hochkomplexen Systemen können kleine Änderungen große Konsequenzen mit sich bringen. Die Gegner der Anschauung eines menschengemachten oder zumindest beförderten Klimawandels brauchen sich also nicht zu früh freuen. Das wir lediglich 3% des CO2’s „verursachen“ heißt keineswegs, dass unser Anteil am Klimawandel auch nur 3% beträgt.

Auch wenn in diesem Artikel einiges stand, dem ich auch zustimmen konnte, so ruiniert der  Autor alles mit diesem „Fazit.“

Fazit: Wir sehen, unseren Planeten geht es gut, alles ist normal, das Klima und alle damit verbundenen Parameter verlaufen stabil, keine alarmierender Trend in Sicht. Das heisst nicht, wir können die Sau raus lassen, sondern es heisst was uns die Alarmisten erzählen ist falsch und gelogen.

Die Argumente der Vertreter der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung sind somit widerlegt. Erstens findet schon seit 10 Jahren keine Erwärmung statt, das CO2 hat deshalb gar nichts mit dem Klima zu tun, und die gerne immer wieder als Beispiel gebrachten Behauptungen über das Abschmelzen der Polkappen und der Gletscher in Grönland stimmen nicht mit dem was wirklich passiert überein.
Es wird uns durch Horrorbilder in den Filmen und TV-Berichten ein Katastrophenszenario vorgespielt, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Alles eine Manipulation zur Meinungssteuerung um uns Angst zu machen, damit wir ein schlechtes Gewissen haben, uns schuldig fühlen, deshalb bereit sind für die Sünde zu büßen und zu zahlen.

Bei dem derzeitigen Artensterben, der sehr wohl vorhandenen Klimaerwärmung, dem Absterben von Korallenriffen, das in der vom Autor verwendeten Studie herausgestrichen wurde und Vergiftung der Natur durch Stoffe, die weitaus toxischer sind als das CO2 und die von den Menschen produziert werden ist dieses Fazit ein absoluter Witz. Der angeblich kritische Geist hat sich noch viel mehr auf das CO2 fixiert als die „Klimahysteriker,“ denen er ja ach so überlegen ist. Man könnte nun in gleicher unterstellender Art fragen, ob er nicht vielleicht von Konzernen bezahlt wird, um implizit andere toxische Stoffe auszuklammern und zu verschweigen, aber hier sollten zumindest alle wissen, dass das albern ist. Ja, glaubt nicht alles automatisch eins zu eins, wie es euch vorgegeben wird, vollkommen richtig. Doch wieso erwartet der Autor das von seinen Lesern?

Auch erklärt hier nichts, wieso der Mensch für seinen angeblich so geringen Anteil nicht dennoch Verantwortung übernehmen soll? Wenn wir die einzigen „Tiere“ sind, die ihr Handeln so reflektieren können, weswegen sollten wir diese Gabe ignorieren? Mit dem kindischen Hinweis, der Vulkan explodiert auch einfach so, also warum nicht mit 200 km/h über die Autobahn brettern?

Klimaskeptiker werden sich sicher angegriffen fühlen, doch das hier ist kein Angriff. Es ist ein Appell an ihre eigenen Werte, nämlich die des Hinterfragens von Daten und angeblichen Tatsachen. Das Hinterfragen ist ein Wert des Bewusstseins, Bewusstsein ist Verantwortung und Verantwortung bedeutet auch, dass man für das eigene Handeln gerade steht und es positiver gestaltet. Selbst wenn der menschliche Anteil gering sein soll, so ist das kein Grund, ihn noch auszubauen.

Open Mind – Der Staat bekämpft den Safer Use!

Der Youtuber Open Mind lud heute (am 19.04.2017) ein Video hoch, in dem er erklärte, dass er vom Zollamt eine Vorladung vor Gericht bekam. Auch wenn bislang noch nichts weiteres bekannt ist, zeigt das wieder, dass der deutsche Staat extrem repressiv vorgeht und auch psychische Traumata verursachen kann. Durch das Video wird vielen, die eine solche Situation wohl noch nie erlebt haben, aufgezeigt, wie krass die psychische Belastung ist, die durch Strafverfolgung verursacht wird. Man muss es sich vor Augen halten, dass Menschen verfolgt, kriminalisiert, zerstört, traumatisiert und ausgegrenzt werden, weil sie Substanzen zu sich nehmen, die um ein Vielfaches gesellschaftsverträglicher sind als zum Beispiel Alkohol. Nicht nur das, selbst wenn sie viel schädlicher als Alkohol wären, so schadet man sich als Konsument ausschließlich SELBST (wenn man Safer Use berücksichtigt schadet man sich eigentlich gar nicht/nur in Ausnahmefällen)!

Dass es den Youtuber Open Mind trifft straft aber auch die Unionspolitiker Lügen, die behaupten, ihr oberstes Ziel wäre Aufklärung und Sensibilisierung, dass Jugendliche nicht zu Drogen greifen und die Hilfe und Vorbeugung bei Sucht und Ähnlichem, denn genau dafür steht sein Kanal. Er betreibt Aufklärung im Umgang mit gebräuchlichen Substanzen, rät von gefährlichen Stoffen wie den RC’s ab und hat bei einem jüngeren Publikum einen viel besseren Zugang als zum Beispiel die Politiker der Union (oder insgesamt alle Politiker).

Der Youtube-Kanal von Open Mind ist mit seiner Reichweite einer der größten Aufklärungskanäle im deutschsprachigen Raum. Er schafft es mit seinen Videos mehr der Menschen zu erreichen, die eigentlich erreicht werden sollen. Wenn die Polizei mal wieder ihre Antidrogenlitanei an Schulen herunterspult, die von jedem Freizeitkiffer auseinander genommen werden kann, dann erreicht sie eben nicht diejenigen, die dem Thema zugeneigt sind (diese sind meist ohnehin schon (zu Recht) polizeikritisch eingestellt) oder die Konsumenten selbst (diese wissen ja, dass die Fixierung auf negative Seiten nichts anderes ist als modernes Märchenerzählen, schließlich haben sie selbst erlebt, dass sie sich nach dem ersten Zug am Joint nicht gleich auf dem Strich verkaufen mussten um an neue Drogen zu kommen).

Wenn mit dem Kanal ein wichtiges Aufklärungsmedium wegfallen sollte oder die Politik vor lauter Angst vor der Aufklärung nun beginnt, Exempel zu statuieren und härter durchzugreifen, um die Legalisierung aller Drogen noch aufzuhalten, dann wird das ein großer Rückschlag für den bewussten und verantwortungsvollen Konsum mit Substanzen. Die Regierung, der Gesetzgeber, muss sich der Frage stellen: Will er eine unaufgeklärte, verdummte Bevölkerung, die blind Traditionen nachrennt, oder will er mündige, selbstverantwortliche Bürger, wie er immer behauptet?

Wie mich LSA verändert hat

Ich habe vor Kurzem einen LSA-Artikel hochgeladen, seitdem aber einen weiteren „Trip“ durchgeführt, bei dem ich acht Samen verwendete und diese in Alkohol eingelegt verwendete. Schon der erste wirklich bewusst wahrgenommene Trip schärfte dauerhaft meine Wahrnehmung, mein Empathiegefühl und veränderte meine Prioritäten. Ich fühlte mich glücklicher und erfüllter, so ausgeglichen wie noch nie zuvor. Es war mir nicht mehr wichtig, von anderen anerkannt zu sein und mich mit Erfolgen zu profilieren, vielmehr erkannte ich die Schönheit in den Dingen, die schon existierten, in der Natur und in den Wolken. Das Gefühl, viel mehr verstanden zu haben als zuvor mischt sich seltsamerweise aber mit einer neuen Bescheidenheit, der Erkenntnis, dass ich das neue Verständnis und das neue Glück, sowohl in der Liebe als auch der Selbstliebe, nicht einer herausragenden Intelligenz oder einer Überlegenheit verdanke, sondern dem Einfluß einer Substanz.

Dies wertet die Erkenntnis und das neue Lebensgefühl aber nicht ab, im Gegenteil. Es war, als hätte ich mich in einem dunklen Raum gefunden und selbst Jahre nach diesem Gefühl gesucht, den Lichtschalter und damit den weiteren Weg aber immer verfehlt. Das LSA schien wie eine Kerze gewesen zu sein und ermöglichte es mir, diesen Lichtschalter selbst zu finden. Substanzen haben meiner Erfahrung an sich nicht die Kraft, dieses Glückgefühl ohne eigenes Zutun zu implementieren, man muss sich ihrer Auswirkungen, ihres „Werkzeugs“ bedienen, um das zu finden, was das eigene Leben blockiert und stört.

Dieser letzte Trip aber (und es wird auch auf längere Zeit hinweg vermutlich der letzte bleiben, ein mächtiges Werkzeug inflationär zu gebrauchen raubt auf Dauer vermutlich sowohl das Interesse daran als auch die Wirksamkeit) war noch weitaus intensiver als alles jemals zuvor erlebte. Nach dem Einsetzen der Wirkung kam wieder dieses wolkige Gefühl auf und ich begann zu malen. Mein Farbenverständnis schien intuitiver zu sein, die Formen schienen sich selbst zu ziehen und meine Hand kam mir wie ein Werkzeug vor, um dem LSA zu ermöglichen, seine Visionen zu verbildlichen. Es war unmöglich, die Arbeit zu beenden. Nebenher lief das Tool-Video „Vicarious“ und ich hatte plötzlich das Gefühl, es komplett verstanden zu haben. Die Interpretation musste natürlich sofort aufgeschrieben werden, nachdem mein zweites Bild für meine Freundin fertiggestellt war. Es dauerte eine weitere Dreiviertelstunde und danach sank ich zurück auf die Couch. Mein Gehirn schien fast zu platzen, mir wurde schlecht, ein Gewitter aus Lichtblitzen feuerte hinter meinen Augenlidern und es blieb keine andere Option als das Licht und die Musik auszumachen und mich auf der Couch hinzulegen. Der unangenehme Zustand verflog aber sehr schnell wieder. Ich machte wieder Musik an und hörte Tool, Lucid Planet, Puscifer, Meshuggah und praktisch alles mögliche, das eine psychedelische Note aufwieß. Jedes Lied schien unglaublich viel Sinn zu ergeben und eine pulsierende Energie zu beinhalten.

Da es sich um eine extrem hohe Dosis gehandelt hat, waren meine Überlegungen weniger geleitet von der gesellschaftlichen Logik als von einem tiefen Bedürfnis. Entgegen aller Safer-Use-Regeln verließ ich nachts um drei alleine das Haus und begann, kaum dem Dorf entkommen, zu der Musik zu tanzen, die über Kopfhörer lief. Jeder Schritt und jede Bewegung kam mir wie geplant vor, geschmeidig, weich, irgendwie überirdisch und kraftvoll. Meine Eltern besitzen einen größeren Garten voll von Kirschbäumen außerhalb des Dorfes und zu diesem tanzte ich ekstatisch. Die Wolken und Äste, alles verband sich zu geometrischen Formen, nichts wirkte noch zufällig, sondern geplant (soll nicht bedeuten, dass ich jetzt an intelligent design oder so glaube). Diese Wahrnehmung spiegelte sich auch in meinem Inneren, nichts an meinem Denken oder Handeln kam mir noch unterbewusst vor und ich erkannte, dass es damit zu tun hatte, dass meine inneren Verletzungen nach Erfüllung von Außen verlangt hatten.

Ich legte mich ins Gras. Wolken, Äste, Gräser, Musik, die Kälte an meiner Haut, das Gefühl von Erkenntnis und Einheit mit allem war zu einer Symphonie verschmolzen, die mit allen Sinnen wahrgenommen wurde. Gewalt und Hass kam mir so fremd und unnatürlich, eigentlich richtiggehend widerlich und krank vor.

Die Visionen vertieften sich und die geometrische Wahrnehmung wurde unglaublich eindrucksvoll. Es war ein vertieftes 3D-Sehen. Die Bäume standen hintereinander und es wurde mir so klar wie noch nie zuvor, dass meine Sicht räumlich konstruiert ist. Das Universum ist grenzenlos und je nach Definition kann man seinen Mittelpunkt überall setzen. Mir kam es so vor, als würde es sich um mich drehen (nicht im narzisstischen Sinne) und die Ferne wurde erst wirklich zur Ferne. Gegenstände hoben sich so scharf wie noch nie zuvor voneinander ab, doch diese Trennung war nur so scharf um dabei deren Verbindung zu verdeutlichen. Alles kam mir getrennt vor und gleichzeitig eins.

Als mir kalt wurde ging ich wieder nach Hause, konnte aber nicht einschlafen. Die Gedanken rasten, der mentale Zustand schien so komplett und gesund zu sein wie nie zuvor. Mir wurde auch klar, dass dieses Erlebnis mich auf immer verändern würde. Seit diesem Trip, dessen direkte Einwirkung natürlich schon verschwunden ist, kommt mir die Welt viel interessanter vor, mein Interesse an allem möglichen ist einfach aus dem Nichts wieder aufgeflammt. Hat mich eine Blume zuvor nicht interessiert, so bestaune ich nun ihre Schönheit und ihre geometrische Struktur. Der schon zuvor extrem reduzierte Narzissmus ist verschwunden und Selbstkritik geht mir leicht von der Zunge, als wäre es ein Eigenlob.

Um einem Missverständnis vorzubeugen, LSA ist nicht ungefählich, sondern sollte mit Vorsicht probiert werden, wie alle Substanzen. Sie ist legal und kann auch legal konsumiert werden. Aber beachtet auf jeden Fall Set und Setting. Wenn es jemand bereits probiert hat, würde ich mich freuen, ob er/sie Ähliches zu berichten hat.

Legal Highs 6 (LSA)

Heute soll es um die natürliche Substanz Lysergsäureamid, eine Vorstufe des LSD’s, gehen. Der Trip soll dem LSD sehr ähnlich sein, nur weniger optisch, wohingegen der Mind Trip sogar stärker ausfallen kann (ich berichte hier natürlich nur von den Erfahrungen anderer, schließlich ist LSD eine illegale Droge und sollte aus Respekt vor unserer wohltätigen Regierung und der Polizei, dem Freund und Helfer, nicht konsumiert werden).

LSA selbst ist in Deutschland legal erhältlich als Bestandteil von frei verkäuflichen Pflanzen (Morning Glory, Hawaiianische Babyholzrose o. Ä. Weiterführende Literatur) und induziert eine sehr intensive „spirituelle“ Erfahrung. Wie auch bei anderen Tryptaminen wie Psilocin, DMT oder LSD können die Erfahrungen zu Erkenntnissen führen, die den Konsumenten langfristig und oft positiv verändern. Zu einem solchen Fall kam es bei meinem letzten LSA-Konsum in Form der hawaiianischen Holzrosen und vor allem von diesem Trip will ich berichten. Näheres zu LSA (auch Ergin genannt) erfahrt ihr hier.

Meine eigene Konsumerfahrung ist vielfältig, während mein erster Trip ausschließlich aus Übelkeit und seltsamen Sinnesempfindungen bestand, die schwer zu beschreiben sind, war der Letzte eine Erfahrung, die für mich seelisch und psychisch extrem heilsam war. Der Unterschied lag vor allem darin, dass ich beim Letzteren statt einer Dosis von 8 Samen der hawaiianischen Holzrose nur 6 nahm (bei potenten Samen immer noch eine hohe Dosis, fangt am besten mit 2 an!!!) und 5 Stunden lang davor nichts aß. Auch ist es wichtig, die flaumige Hülle um die Samen zu entfernen, diese selbst zu zerkleinern und 24 Stunden in Wasser/Alkohol einzulegen. Ergin ist wasserlöslich, die Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Samen den Magen schneller passieren und minimieren dadurch die Übelkeit.

Da diese Tricks bei meinem ersten Konsum nicht bedacht wurden, werde ich ihn zur Beschreibung der Wirkung der hawaiianischen Holzrose auch nicht zu Rate ziehen. Er ist vielmehr ein Beispiel für die Unfähigkeit, die bekannten Safer Use-Regeln auch umzusetzen, da man es selbst ja „eh immer besser weiß.“

Ich konsumiert die sechs Samen abends und legte mich dann hin, über Kopfhörer lief das Album „Lucid Planet“ von der gleichnamigen Band. Erste Effekte traten nach etwas über einer halben Stunde auf, der Körper fühlte sich irgendwie „wolkig“ an und alles wirkte leichter. Die Musik erschien mir tiefsinniger, an der Decke waren Muster erkennbar, die schnell hin und her jagten. Was aber besonders beeindruckend war, war der Mind Trip, der sehr spirituelle und schöne Gedanken einbrachte, mich allerdings auch sehr schonungslos, gleichzeitig aber freundlich mit mir selbst konfrontierte. Mir wurde klar, wie ungesund mein ausufernder Konsum von Coffein, Downern und Tabak war, wie all das mich angriff und mir selbst im Weg stand. Ich fühlte mich sehr glücklich und erfüllt und hatte auf einmal auch die Gabe, den Menschen die ich hasste und die mich verletzt hatten, zu vergeben. Diese Gedanken traten in etwa eine Stunde nach dem Wirkungseintritt auf und dauerten an, bis ich nach einer weiteren einschlief.

Der interessanteste Teil begann aber erst mit dem Aufwachen am nächsten Tag. Ich lief draußen herum und sah in jeder Blume ein Kunstwerk der Natur, fühlte mich innerlich so ausgeglichen wie noch nie zuvor. Die Farben waren intensiv, doch nicht stechend scharf, sondern eher mild überzeichnet. Geräusche von überall schienen sich zu einem großen Musikstück zu ergänzen und das Gefühl einer All-Einheit dominierte meinen Verstand. Jede Pflanze und jedes Geräusch schien mir dabei aber Einsichten in mich selbst zu ermöglichen und erlaubte mir zu verstehen, was ich in meinem täglichen Leben falsch mache. Seit diesem Trip sind nun schon mehrere Tage vergangen und diese Einsichten halten auch nach dessen Abklingen an. Mein nicht unerheblicher Narzissmus und die selbstzerstörerischen Tendenzen treten nicht mehr auf seitdem und meine Fähigkeit zu Empathie und dem Eingestehen eigener Fehler ist wie potenziert.

Hier sehe ich auch das wertvolle therapeutische Potential psychoaktiver Tryptamine. Man bekommt einen gänzlich anderen Zugang zu sich selbst, wenn dieser genutzt wird, was in meinem Fall schon im Voraus geplant war, kann dieser verwendet werden um das an sich zu verstehen, was zuvor verborgen blieb.

Sozialdarwinismus und Evolution

Viele religiöse Kritiker der Evolutionstheorie erheben den Anspruch darauf, selbst moralisch überlegen zu sein und sagen, aus der natürlichen Selektion als Kern der Evolution müsse man folgern, dass der Mensch ausschließlich egoistisch handeln dürfe, da er sonst inkonsequent handeln würde. Dass diese These falsch ist, soll hier anhand mehrerer Punkte logisch dargelegt werden.

  1. Wenn wir die Resultate einer Gesellschaft betrachten würden, die auf ausschließlichem Egoismus basiert (nicht zu verwechseln mit dem libertären Modell von Vertragsfreiheiten), dann würde man sehen, dass es ausschließlich zu kontraproduktivem Verhalten führen kann. Die menschlichen Gehirnleistung hat vieles ermöglicht, als einen Seiteneffekt auch, dass sich alle Menschen gegenseitig derartig effektiv blockieren könnten, dass sie sich ausrotten würden. In freier Wildbahn mit wenigen Exemplaren ist das Verhalten des Egoismus absolut sinnvoll, unser Verstand hat aber begriffen, dass in einer hochkomplexen Gesellschaft, wie sie z. B. auch bei Ameisen vorhanden ist, die Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissen auch für die Einzelnen führt.
  2. Altruismus könnte man auch als eine Form der Partnerwerbung betrachten. Durch eine solche Form der Eigenwerbung zeigt man auch seinen Besitz, wer zum Beispiel Geld spendet kann ja nicht komplett mittellos sein.
  3. Das zweite Argument lässt sich auch verallgemeinernd auf die gesamte Gesellschaft ausweiten. Wer spendet oder eigene Stiftungen eröffnet zeigt damit seinen Besitz, sichert sich Loyalitäten, Bewunderung und einen sicheren Status. Bei größeren Unternehmen dient es auch der Absatzwerbung und einem verbesserten Image, was potentielle Kunden auch überzeugt, mit ihrem Kauf etwas Gutes zu tun.
  4. Kein wirkliches Argument, weswegen Altruismus der Evolution nicht widerspricht ist das Folgende, allerdings erklärt es, warum die Moral der Gläubigen ebensowenig eine wirklich feste moralische Basis hat. Denn ein Gott, der die Grundregeln der Moral determiniert, ist allmächtig, nach der Definition der meisten Gläubigen zumindest. Allmacht impliziert auch die Möglichkeit zu Reflexion seines eigenen Wortes und auch die Möglichkeit, eigene Entscheidungen rückgängig zu machen, es sich also praktisch „anders zu überlegen.“ Spricht man ihm diese ab indem man sich auf sein Versprechen stützt, die eigene Meinung nicht zu ändern, dann beraubt man ihn auch seiner Allmacht. Was allgegenwärtig ist muss nicht allmächtig sein, aber was allmächtig ist muss auch allgegenwärtig sein, womit Gott mit dem Verlust seiner Allmacht auch nicht mehr das große Ganze darstellen würde, dass zum Aufstellen einer Moral ohne Lücken unerlässlich ist.

Drogendebatte bei Maischberger – die hypokritische Huml

Nachdem ich die Talkshow „Menschen bei Maischberger“ (Sendung vom 22.03.2017) gesehen hatte und vor allem die Beiträge von Frau Huml konnte ich es mir nicht verkneifen, dazu einen Text zu schreiben

Die Debatte startet schon mal mit einem absolut unnötigen Einstiegsspruch von Maischberger: „gibt es dann das Kokain aus der Apotheke?“ Was hier so unglaublich polemisch klingt und Otto Normalverbraucher in Angst versetzt ist schon lange Realität, zwar nicht mit Kokain, aber wenn man bedenkt, dass Codein, Tilidin, DXM, MPh usw. schon lange erhältlich sind, so würde Kokain weit weniger auffallen als man erwarten würde. Der Blödsinn in der Ansage legt ein rasantes Thema hin, schon bei 00:35 bei der Vorstellung der Gäste gibt uns der Sprecher eine lehrreiche Rhetorikstunde, wie man vor 10 Jahren aus der Bild-Zeitung aufgeschnappten Unfug mit der Stimme eines Experten an den Fernsehkonsumenten (der neurotoxisch wohl am schwersten gefährdete Abhängige) bringt: „Der Fernsehmoderator hat vor der Kamera wochenlang harte Drogen wie LSD getestet.“ Falls mit harten Drogen Substanzen gemeint sein sollen, die besonders gefährlich sind, dann könnte er nicht weiter daneben liegen. Was er sonst gemeint haben könnte erschließt sich mir leider nicht ganz. Bei Minute 01:33 zeigt Maischberger ihre Inkompetenz, als sie Speed und Ritalin implizit als Dinge bezeichnet, „die man gar nicht kennt.“

Ab der Minute 05:05 darf nun Frau Huml demonstrieren, wie wenig sie von der Thematik versteht. Sie äußert, dass der LSD-Trip von Herrn Jenke lediglich darum so erleuchtend und positiv verlaufen sei, weil er ein gewisses Setting befolgt hat und einen Tripsitter bei sich hatte. Der normale Gebrauch von Süchtigen sehe anders aus. Als ich das gehört habe ist mir vor Schreck fast die LSD-Spritze abgerutscht. Diese Aussage beinhaltet gleich zwei Fehler auf einmal. Zum ersten, es gibt keine LSD-Abhängigkeit! Zum zweiten, Tripsitter und gutes Setting sind in der Konsumentenszene absoluter Konsens! Die wenigsten konsumieren alleine und wenn dann nur, wenn sie selbst schon sehr erfahren sind. Der Arzt und Journalist Bartens konnte Ersteres zum Glück souverän als Unsinn entlarven und wieß zudem darauf hin, dass Psychedelika wie LSD vor allem unter Intellektuellen und Akademikern konsumiert werden – die ignorante Mimik der CSU-Politikerin beweist, dass sie zumindest zur Gruppe der Ersteren nicht gehört. Allerdings schien auch er überzeugt zu sein, dass Setting unter Psychonauten keine Bedeutung hätte, da Statistiken hierzu nicht zu finden sind kann ich nur mit meiner Erfahrung dagegenhalten.

Bei 10:40 behauptet Jenke, mit MDMA und Speed das ganze Wochenende durchgemacht zu haben. Ganz bestreiten will ich das nicht, allerdings ist bei der Mischung MDMA + Speed von Ersterem die spezifische Wirkung gar nicht mehr vorhanden. Ein so krasses Down wie mit dem Mischkonsum ist mit dem Einzelkonsum nur schwer zu erreichen und weswegen überhaupt Menschen diese Substanzen mischen wird mir für immer ein Rätsel sein. Da er allerdings auch aussagt, dass Alkohol die so ziemlich gefährlichste Droge ist, ist diese kleine Fragwürdigkeit zu verzeihen.

Ab 15:50 darf man einem wahren Feuerwerk der Floskelhaftigkeit lauschen. Frau Huml erläutert, dass Prävention wichtig sei und man Kontakt zu den Jugendlichen aufbauen müsse, unter anderem damit diese andere denunzieren, die schon einmal etwas konsumiert haben. Auch müsse die hohe Verfügbarkeit „auf der Straße und im Internet“ reduziert werden. Interessanter Punkt, denn schließlich ist die hohe Verfügbarkeit von einer gewissen bayrischen Toxinbrühe schon ab 16 vollkommen legal gegeben. Natürlich kritisiert sie anschließend den übermäßigen Alkoholkonsum. Nach einem Glas Bier am Abend sei dabei SCHON Schluss. Seltsamerweise gilt man als Junkie, wenn einem eine kleine Spritze Heroin am Abend reicht, aber täglicher Alkoholkonsum gilt bei der CSU wohl nicht als übermäßig. Die anschließende Antwort von Herrn Bartens darauf zerlegt diese Überdosis Konservatismus schöner als ich es könnte.

Einen weiteren weghörenswerten Beitrag liefert Frau Huml ab der 29:00 Minute. Prävention sei ihr besonders wichtig, eine der drei notwendigen Säulen neben Repression und Hilfe/Beratung. Sie begründet sie auch nicht weiter, weswegen die Frage bleibt, wie man effektiv beraten/helfen kann, wenn keiner mehr sein Problem aufgrund der Repression noch äußern kann. Natürlich darf da auch der Hinweis nicht fehlen, dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei. Auch müsse man dringend aufklären, dass Drogen nicht nur schön sind, sondern auch Nebenwirkungen haben – Gott sei Dank gibt es die CSU, andernfalls wäre dieses Faktum sicher unbekannt geblieben.

Auf die Frage von Maischberger, ob Kofi Annan mit seiner Aussage, der „war on drugs“ sei gescheitert und müsse engestellt werden, Recht habe, antwortet Huml wiederum überhaupt gar nicht, sondern betont die Wichtigkeit von Therapie und Behandlung für die Menschen, die erstmalig als Konsumenten aufgefallen sind. Nur stellt sich dann hier die Frage, wieso man wegen einmaligem Konsum schon einer Behandlung bedarf. Wie viele haben als Kind schon einmal heimlich Zigaretten geklaut und sind dennoch nicht zu Rauchern geworden? Weiter erläutert sie, dass die bayrische Regierung richtig liege mit ihrem restriktiven Kurs, obwohl sie die größte Anzahl an Drogentiten zu verantworten hat. Das liege natürlich nur daran, dass der Großteil an neuen psychoaktiven Substanzen draufginge, den sogenannten Research Chemicals, weswegen man auch diese Politik weiterführen müsse, die Research Chemicals erst zum Verkaufsschlager gemacht haben. Eine solche Logik ist eigentlich schon fast einer Beauftragten für Drogenpolitik würdig, besser hätte es Frau Mortler nicht ausdrücken können. Schuld sei das Unwissen, dass diese legalen Drogen (nein, nicht die Kulturgüter Alkohol, Tabak und Kaffee) nicht ungefährlich seien (sicher, wer sich im Internet ein Tütchen 5-Meo-PCP bestellt hat keine Ahnung dass das keine Hautcreme ist …). Schleierhaft bleibt auch, warum Konsumenten im Rahmen einer Legalisierung nicht mehr aufgeklärt werden könnten.

Weiter geht’s! Das obskure Signal an die Jugend muss mal wieder herhalten. Beziehungsweise eigentlich an alle. Wenn etwas legal ist, gibt man damit das Signal, es sei harmlos. Das ist definitiv so, vor allem weil es NICHT möglich ist, Warnhinweise auf solchen Produkten anzubringen ( *Hust* Tabak). Genau genommen wird dieses obskure Signal schon dadurch widerlegt, dass in Staaten, die entkriminalisierten keine nennenswert höhere Konsumzahlen zu verzeichnen sind. Würde dadurch das Signal gegeben es sei harmlos, dann gäbe es auch mehr Konsum.

Zusammenfassend kann man sagen, die CSU arbeitet wie immer an ihren Sympathiewerten, kombiniert Faktenlosigkeit mit mütterlicher Überfürsorge und stellt damit die perfekte Heimat für alle jene da, die sich lieber von Brauereien sagen lassen, was sie denken sollen als selbst zu denken.