Legal Highs 5 (Methylphenidat-Präparate)

Ich erhalte das Medikament Medikinet als Mittel gegen mein ADS, bin also vollkommen legal im Besitz eines Wirkstoffes, der eigentlich unter das BtmG fällt. Auch wenn es mir widerstrebt und oft als schlechte Recherchearbeit abgetan wird, möchte ich den Wikipedia-Artikel zu dieser Substanz verlinken. Methylphenidat ist ein Amphetamin-Analogon und hat neben einer ähnlichen chemischen Struktur auch eine ähnliche Wirkung. Es ist folglich ein Upper, wie bereits erwähnt wirkt es wie „Speed“ und führt zu erhöhter Wachheit, Euphorie, einem erhöhten Selbstbewusstsein und verbesserter Konzentrationsfähigkeit (natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, viele dürften auch das Gefühl kennen, zu viel Speed konsumiert zu haben und in Folge keinen geraden Satz mehr raus zu bekommen). Eines Tages entschied ich mich dazu, das Medikament Medikinet überzudosieren und habe mittlerweile einiges an Erfahrung sammeln können. Da Präparate mit Methylphenidat einen schlechten Ruf genießen und seltsamerweise von der breiten Masse als Sedativum klassifiziert werden, will ich diesen Ruf etwas gerade rücken.

Zum einen, ganz abseits von den überdosierten Einnahmen des Präparates, hat mir Methylphenidat entscheidend geholfen. In der Schule, in der Organisation des Privaten und auch meiner Motivation zur Aneignung von Wissen. Nebenwirkungen kamen lediglich auf, als ich begann, mit dem Rauchen aufzuhören, es war praktisch unmöglich eine Zigarette abzulehnen wenn das Medikinet eingenommen wurde. Nun ist der akute Nikotinentzug vorbei und es ist sogar so, dass mich die morgendliche Kapsel freut. Die Effekte sind selbst in dieser niedrigen Dosis von 30 mg nicht zu leugnen, zwar nicht direkt spürbar, aber sichtbar an den Ergebnissen meiner Arbeit, egal in welchem Bereich. Auch eine Steigerung des Selbstwertgefühls, des Optimismuses, der Empathie und der Fähigkeit zum Empfinden von Freude ist für mich schon wahrnehmbar.

Daraus könnte man schließen, dass höhere Dosen Methylphenidat lediglich eine Verstärkung der bisherigen Wirkungen bewirken. Ganz trifft es das aber nicht, darum habe ich einen „Tripbericht“ aus meinen verschiedenen Notizen zu verschiedenen Dosen zusammengestellt, der zur jeweiligen Dosis die Auswirkungen beschreibt.

Begonnen haben die Experimente mit Überdosen mit einer, in meinen Augen, krassen Überdosis. 200 mg waren es, ich hatte gelesen, dass dies die Mindestdosis für eine spürbare Wirkung sei, auch wenn es mir schon davor viel zu viel vorkam (einige Menschen reagieren scheinbar sehr empfindlich auf MPh, 60 mg sind bei mir das, was andere bei 200 mg verspüren). Die Kapseln waren geöffnet und der Inhalt weiter zerkleinert und daraufhin nasal eingenommen worden. Die Wirkung setzte auch schon nach wenigen Minuten ein. Eine extreme Euphorie ergriff mich, die Musik in meinem Zimmer schien vor Energie zu pulsieren. Der konzentrationsfördernde Aspekt war nicht mehr vorhanden und mein eigentliches Vorhaben, nämlich genauestens aufzuschreiben wie die Wirkung verlief, war auch nicht so umsetzbar, wie ich es mir vorgestellt hatte. Stattdessen lief in meinem Gehirn ein Feuerwerk ab, in meinem Kopf war ein angenehmes Druckgefühl, das sich auch leicht elektrisiert anfühlte. Die Augen waren (typisch für Amphetamine/o. Ä. bei mir) geweitet, der Mund trocken und vor allem schwitzte ich auch sehr stark. Die aufputschende Wirkung hielt gut eine Stunde an. Trotz der etwas unangenehmeren Nebeneffekte war ich von einer extremen Euphorie und Bewegungslust ergriffen und fühlte mich wohl. Der Körper wirkte elektrisiert und auch mehr zu mir gehörig als sonst. Danach folgte leider ein Down für den Rest des Tages. Ich fühlte mich deprimiert, körperlich erledigt, müde und unkonzentriert, ein Zustand, der leider sehr viel länger anhielt als der des „Trips.“

Mittlerweile habe ich die bei mir am zufriedenstellendste Dosis gefunden. Zwischen 60 mg und 90 mg lässt sich ein Down verhindern, vor allem wenn man noch während der akuten Wirkung beginnt, Mate-Tee oder grünen/schwarzen Tee zu trinken. Im Gegensatz zu Kaffee und Energy-Drinks ist das dortige Koffein gebunden und wird langsamer freigesetzt. Während das MPh aufhört zu wirken beginnt der Tee mild zu wirken und fängt das Down gewissermaßen ab. Allerdings putscht er nicht wieder so stark auf, dass man danach nicht schlafen könnte, sondern lediglich so weit, dass der Körper noch zufriedenstellend arbeitet und die Regeneration auf die Schlafzeit „verschleppt“ werden kann.

Die genannte Dosis erzielt (in meinem Fall) einen Fokus, eine Euphorie, die nicht ganz weltentfremdet wirkt (wie z. B. bei Cannabis), sondern als normal und zu sich gehörig. Der Bewegungsdrang ist auch hier wieder gesteigert und das Empfinden von Musik ebenso. Bei diesen eher niedrigen Dosen kann man die Nebenwirkungen, nicht nur das Down, sondern auch den trockenen Mund (durch viel Trinken, am besten eben von den genannten Tee-Sorten), die geweiteten Augen und das Schwitzen minimieren und kontrollieren. Sie ist hervorragend zum Lernen oder zum Ausüben kognitiv oder physisch anstrengender Aufgaben und auch als das kleine fröhliche Licht an Tagen, die eher suboptimal verlaufen sind. Die Suchtgefahr ist eher gering, allerdings besteht ein solches Potential durchaus und sollte immer berücksichtigt werden.

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