Safer Use – es gibt keine risikofreie Nüchternheit

Der Titel ist zweifellos äußerst provokant gewählt. Doch ist es ein faktisch richtiger und überlegenswerter Einwand gegen die Propaganda der Gegner des Substanzkonsums. Tatsächlich hat jede Droge ihr Risiko, die einen mehr, die anderen weniger. Allerdings hat auch Nicht-Konsum seine Risiken. In der Welt beschreibt beispielsweise ein Artikel, dass regelmäßiger Koffeinkonsum das Alzheimer-Risiko senkt. Cannabis, besonders der Inhaltsstoff CBD (siehe http://amzn.to/2nh0l2w) oder auch als Gesamtes (siehe http://amzn.to/2mBewCl) wirkt krebsvorbeugend, blutdrucksenkend, antibiotisch usw. von den extremen Vorteilen des reinen CBD’s wollen wir dabei gar nicht erst anfangen (wen es doch interessiert, der sei noch einmal auf den vorigen Link zum CBD verwiesen oder auf das Video von Open Mind zu diesem Thema.) MDMA und LSD werden von vielen Psychiatern und Neurologen schon als mögliche Allheilmittel der Psychiatrie in Erwägung gezogen (Allheilmittel ist natürlich etwas übertrieben, zur Anwendung von MDMA in der Psychiatrie empfehle ich allerdings folgenden Vortrag zur medizinischen Anwendung von MDMA).

Diese Liste lässt sich noch ewig weiterführen, mit der Bekämpfung von Sucht mit Ibogain (http://amzn.to/2nh5kQG) das mögliche Potential (noch nicht ausreichen belegt, aber sehr wahrscheinlich) von Psilocybin-Pilzen bei Menstruationsbeschwerden, Clusterkopfschmerzen und psychischen Erkrankungen, sowie die traditionelle medizinsche Anwendung nahezu jeder psychoaktiven Substanz (definitiv die Lektüre wert! http://amzn.to/2nSWEmW).

Nun ist aber den meisten bekannt, dass Drogen und Medikamente eigentlich identisch sind von ihren Möglichkeiten her und allein die Tatsache dass Erstere verboten und Zweitere erlaubt sind unterscheidet diese Gruppen. Dennoch ist die Floskel auch unter drogenmündigen Menschen allgegenwärtig, es gäbe keinen risikofreien Konsum. Falsch ist das auch nicht, aber falsch ist die Annahme, dass das Nüchtern-Sein automatisch gesünder und risikofreier sei. Wäre dem so, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben, denn der Konsum unserer Vorfahren kann mit Fug und Recht als ausufernd und exzessiv beschrieben werden.

Ich selbst bin es Leid, Menschen, die nichts konsumieren und das nach außen tragen mit einem Selbstverständnis, dadurch irgendwie disziplinierter zu sein, als vernünftiger und stärker zu verklären. Solche Menschen sind nicht stark. Sie sind meist uninformiert, weil sie 1. die Definition von Drogen meist nicht kennen und nicht wissen, dass auch der abendliche Fencheltee, das Baldriandragee und der Kaffee am Morgen dazu gehören, 2. nicht wissen, dass Drogen und Medikamente weitestgehend das Gleiche sind und 3. nicht wissen, dass viele Substanzen bei der Prävention von Krankheiten extrem hilfreich sind. Wir konsumieren täglich Drogen. Und nebenbei, gerade diejenigen, die so vehement gegen diese effektiven Hilfsmittel wettern schwören oft auf grünen Tee, zumindest meiner Erfahrung nach.

Die Menschheit hat von Beginn an begonnen, Pflanzen, Pilze und auch Tiere zu Rauschzwecken zu konsumieren. Substanzen ermöglichen Grenzerfahrungen und Perspektivwechsel, visionäres Verstehen der Gegenwart und sind damit die effektivste Triebfeder des Fortschritts. LSD und andere Psychedelika werden so auch oft verwendet, um intellektuelle Fragen unkonventionell zu lösen, wie in diesem Artikel berichtet wird. Leichte Upper wie Kaffee, die Kolanuss, der Teestrauch oder Mate erhöhen die Konzentration, Leistungsfähigkeit und beugen vielen demenzähnlichen Erkrankungen vor, da die später betroffenen Gehirnareale so mehr gefordert werden und dadurch vom Körper auch gestärkt. CBD wirkt neuroprotektiv, hat also sogar einen schützenden Effekt auf unser Gehirn. Die Menschen leben seit ihrer Entstehung in einer symbiontischen Beziehung zu psychoaktiven und anders wirksamen Substanzen, eine Beziehung, die auch nicht einfach aufgehoben werden kann. Wären diese Stoffe so körperfremd und unnatürlich (dies gilt AUCH für synthetische Drogen, natürlich heißt NICHT besser), dann würden sie gar keine Wirkung auslösen.

Wer komplett nüchtern sein will und auf jegliches Hilfsmittel verzichtet, der verzichtet auf Dinge, an die sich unser Körper im Laufe der Evolution anpasste. Ein Gehirn, dass z.B. über Jahrtausende dem Einfluß von Koffein ausgesetzt war (in nahezu jedem Kulturkreis) wird sich dessen Wirkung angepasst haben, vor allem auch, da die meisten Substanzen (im Gegensatz zum legalen Gift Alkohol) nicht von vorneherein aggressive Nervengifte sind. Es ist wie eine Symbiose … der Mensch braucht die Drogen. Die Drogen aber den Menschen nicht. Wir sollten nicht das bekämpfen, was den Menschen überhaupt zivilisiert machte.

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