Legal Highs 4 (Muskatnuss)

Dieser Trip liegt nun schon länger zurück, allerdings waren es mehrere Versuche und da die Ergebnisse teilweise äußerst interessant waren möchte ich sie nun nicht länger vorenthalten. Die Muskatnuss enthält Myristicin, Safrol und Elemicin, (Muskatnuss-Drogeninfo) ersteres ist allerdings der Hauptwirkstoff und fungiert als ein schwacher MAO-Hemmer. Der bekannte Drogen-Youtuber Open Mind riet in einem seiner Videos vom Konsum der Muskatnuss ab, unter anderem, da nach Konsums eines MAO-Hemmers gewisse Lebensmittel „einen töten könnten,“ das ist hier aber nicht richtig. Myristicin ist ein reversibler MAO-Hemmer, das heißt, gewisse Lebensmittel können zwar Bauchschmerzen o. Ä. auslösen, aber sie führen nicht zum Tod. Welche genau das sind kann man hier nachlesen.

Da diese Informationen für den geneigten Leser auf anderen Seiten detaillierter und mit größerem Fachwissen zu finden sind komme ich zu meinen eigenen Tripberichten. Viele Mensche, auch Psychonauten, lehnen den Konsum der Muskatnuss ab, da sie, wenn sie zu oft konsumiert wird, leberschädigend wirkt und auch oft zu Übelkeit, dadurch bedingte Bad Trips und unangenehme Nebenwirkungen führt. Das will ich gar nicht bestreiten, nur gab es bei mir selbst außer einem trockenen Mund kaum welche. Wie genau die Muskatnuss bei mir wirkte soll nun nachfolgend berichtet werden.

Die Wirkung setzte in jedem Fall sehr spät ein, meist zwischen einer Dreiviertelstunde und einer Stunde. Sie bestand meist in einer extremen körperlichen Trägheit, Unbeteiligtkeit und leichten Halluzinationen. Auch trat  bei jeder Dosierung ein Schwebegefühl ein, vor allem bei geschlossenen Augen. Höhere Dosierungen führten auch zu seltsamen Sinneseindrücken und Mind Trips, die schwer zu beschreiben sind. Ich werde zwei getrennte Berichte in diesem Artikel unterbringen, da high dose und low dose bei Muskatnuss zu komplett verschiedenen Eindrücken führ(t)en.

Zuerst möchte ich von den Erfahrungen mit niedrigeren Dosierungen berichten. Mit niedriger sind hier Dosen von etwa einer Muskatnuss gemeint. Hier traten eher subtile Effekte auf, die allerdings schon nach ungefähr einer halben Stunde bemerkbar wurden. Eine allgemeine aber angenehme Trägheit erfasste mich, die Interaktion mit anderen Personen wurde weniger oder brach ganz ab. Allerdings steigerte sich das Empathiegefühl mit anderen. Musik nahm ich vielschichtiger wahr als sonst. Für gewöhnlich ist es sehr selten, dass ich ein Album komplett durchhörte, doch lief dieses mal (m)eine Playlist mit mehreren Alben von Tool und anderen Bands aus dem Genre des Stoner Doom/Progressive Metal komplett durch, wobei jedes Lied und jede Minute als facettenreich, interessant und kurzweilig erschien. Das Zeitgefühl selbst ähnelte aber dem Cannabisrausch. Es war verschoben und verlangsamt, entsprach auf dem Höhepunkt auch dem High des Weeds. Übelkeit und Ähnliches trat in keinem einzigen Fall bei mir auf. Allerdings eine Unlust, sich zu bewegen. Die 6 Stunden des stärksten „Trips“ (auch wenn man es bei einer so geringen Dosis nicht als wirklichen Trip bezeichnen kann) lag ich meist nur herum, bei fast jeder einzelnen Einnahme. Dabei lief Musik und meine Betätigungen beschränkten sich fast ausschließlich darauf, auf die Wand zu starren oder ein neues Album herauszusuchen, wenn die Playlist vorbei war. All das war aber äußerst angenehm und es gibt wenig Negatives darüber zu berichten, außer dem bereits erwähnten trockenen Mund und auch der nicht allzu angenehme Geschmack einer ganzen (geriebenen) Muskatnuss.

Die hohe Dosis (in etwa zwei Muskatnüsse, darüber sollte man meiner Erfahrung nach nicht gehen! Davon wurde mir vor allem extrem übel) wirkte dagegen extrem visionär. Halluzinationen traten schon nach in etwa einer Stunde nach Einnahme auf, diese waren aber sehr subtil, eine stärkere Erkennung von Mustern und leichtes „Morphen,“ dabei blieb es jedoch. Der Trip äußerte sich in einer Intensivierung der Wahrnehmung, wie bei der geringeren Dosis auch vor allem der akustischen. Ähnlich wie beim Blauen Lotus (Tripbericht dazu Legal Highs (2) (Blauer Lotus)) trat ein Gefühl der Schwerelosigkeit/des Schwebens auf, das allerdings viel stärker war. Der Mind Trip zeigte sich in einer Art Gedankenflucht, der Kopf schien leer zu sein und keinen Gedanken selbst fassen zu können. Die Gedanken wirkten viel eher induziert als selbst erdacht. Nach 5 – 6 Stunden neigte sich bislang jeder Trip dem Ende, dies ist aber sehr unterschiedlich und hängt von dem Individuum ab. die Muskatnuss hat einen sehr unberechenbaren Rausch, der von Person zu Person verschieden ist!

Mein Fazit ist, dass Muskatnuss einen Versuch wert ist, wenn man nichts anderes zur Verfügung hat. Da der Rausch oft schwer berechenbar ist, sollten die ersten Versuche nicht alleine unternommen werden und gut vorbereitet werden!

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zur praktischen ersten psychonautischen Erfahrung mit heimischen Gewächsen empfehle ich das Buch „psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere“
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