Legal Highs 5 (Methylphenidat-Präparate)

Ich erhalte das Medikament Medikinet als Mittel gegen mein ADS, bin also vollkommen legal im Besitz eines Wirkstoffes, der eigentlich unter das BtmG fällt. Auch wenn es mir widerstrebt und oft als schlechte Recherchearbeit abgetan wird, möchte ich den Wikipedia-Artikel zu dieser Substanz verlinken. Methylphenidat ist ein Amphetamin-Analogon und hat neben einer ähnlichen chemischen Struktur auch eine ähnliche Wirkung. Es ist folglich ein Upper, wie bereits erwähnt wirkt es wie „Speed“ und führt zu erhöhter Wachheit, Euphorie, einem erhöhten Selbstbewusstsein und verbesserter Konzentrationsfähigkeit (natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, viele dürften auch das Gefühl kennen, zu viel Speed konsumiert zu haben und in Folge keinen geraden Satz mehr raus zu bekommen). Eines Tages entschied ich mich dazu, das Medikament Medikinet überzudosieren und habe mittlerweile einiges an Erfahrung sammeln können. Da Präparate mit Methylphenidat einen schlechten Ruf genießen und seltsamerweise von der breiten Masse als Sedativum klassifiziert werden, will ich diesen Ruf etwas gerade rücken.

Zum einen, ganz abseits von den überdosierten Einnahmen des Präparates, hat mir Methylphenidat entscheidend geholfen. In der Schule, in der Organisation des Privaten und auch meiner Motivation zur Aneignung von Wissen. Nebenwirkungen kamen lediglich auf, als ich begann, mit dem Rauchen aufzuhören, es war praktisch unmöglich eine Zigarette abzulehnen wenn das Medikinet eingenommen wurde. Nun ist der akute Nikotinentzug vorbei und es ist sogar so, dass mich die morgendliche Kapsel freut. Die Effekte sind selbst in dieser niedrigen Dosis von 30 mg nicht zu leugnen, zwar nicht direkt spürbar, aber sichtbar an den Ergebnissen meiner Arbeit, egal in welchem Bereich. Auch eine Steigerung des Selbstwertgefühls, des Optimismuses, der Empathie und der Fähigkeit zum Empfinden von Freude ist für mich schon wahrnehmbar.

Daraus könnte man schließen, dass höhere Dosen Methylphenidat lediglich eine Verstärkung der bisherigen Wirkungen bewirken. Ganz trifft es das aber nicht, darum habe ich einen „Tripbericht“ aus meinen verschiedenen Notizen zu verschiedenen Dosen zusammengestellt, der zur jeweiligen Dosis die Auswirkungen beschreibt.

Begonnen haben die Experimente mit Überdosen mit einer, in meinen Augen, krassen Überdosis. 200 mg waren es, ich hatte gelesen, dass dies die Mindestdosis für eine spürbare Wirkung sei, auch wenn es mir schon davor viel zu viel vorkam (einige Menschen reagieren scheinbar sehr empfindlich auf MPh, 60 mg sind bei mir das, was andere bei 200 mg verspüren). Die Kapseln waren geöffnet und der Inhalt weiter zerkleinert und daraufhin nasal eingenommen worden. Die Wirkung setzte auch schon nach wenigen Minuten ein. Eine extreme Euphorie ergriff mich, die Musik in meinem Zimmer schien vor Energie zu pulsieren. Der konzentrationsfördernde Aspekt war nicht mehr vorhanden und mein eigentliches Vorhaben, nämlich genauestens aufzuschreiben wie die Wirkung verlief, war auch nicht so umsetzbar, wie ich es mir vorgestellt hatte. Stattdessen lief in meinem Gehirn ein Feuerwerk ab, in meinem Kopf war ein angenehmes Druckgefühl, das sich auch leicht elektrisiert anfühlte. Die Augen waren (typisch für Amphetamine/o. Ä. bei mir) geweitet, der Mund trocken und vor allem schwitzte ich auch sehr stark. Die aufputschende Wirkung hielt gut eine Stunde an. Trotz der etwas unangenehmeren Nebeneffekte war ich von einer extremen Euphorie und Bewegungslust ergriffen und fühlte mich wohl. Der Körper wirkte elektrisiert und auch mehr zu mir gehörig als sonst. Danach folgte leider ein Down für den Rest des Tages. Ich fühlte mich deprimiert, körperlich erledigt, müde und unkonzentriert, ein Zustand, der leider sehr viel länger anhielt als der des „Trips.“

Mittlerweile habe ich die bei mir am zufriedenstellendste Dosis gefunden. Zwischen 60 mg und 90 mg lässt sich ein Down verhindern, vor allem wenn man noch während der akuten Wirkung beginnt, Mate-Tee oder grünen/schwarzen Tee zu trinken. Im Gegensatz zu Kaffee und Energy-Drinks ist das dortige Koffein gebunden und wird langsamer freigesetzt. Während das MPh aufhört zu wirken beginnt der Tee mild zu wirken und fängt das Down gewissermaßen ab. Allerdings putscht er nicht wieder so stark auf, dass man danach nicht schlafen könnte, sondern lediglich so weit, dass der Körper noch zufriedenstellend arbeitet und die Regeneration auf die Schlafzeit „verschleppt“ werden kann.

Die genannte Dosis erzielt (in meinem Fall) einen Fokus, eine Euphorie, die nicht ganz weltentfremdet wirkt (wie z. B. bei Cannabis), sondern als normal und zu sich gehörig. Der Bewegungsdrang ist auch hier wieder gesteigert und das Empfinden von Musik ebenso. Bei diesen eher niedrigen Dosen kann man die Nebenwirkungen, nicht nur das Down, sondern auch den trockenen Mund (durch viel Trinken, am besten eben von den genannten Tee-Sorten), die geweiteten Augen und das Schwitzen minimieren und kontrollieren. Sie ist hervorragend zum Lernen oder zum Ausüben kognitiv oder physisch anstrengender Aufgaben und auch als das kleine fröhliche Licht an Tagen, die eher suboptimal verlaufen sind. Die Suchtgefahr ist eher gering, allerdings besteht ein solches Potential durchaus und sollte immer berücksichtigt werden.

Safer Use – es gibt keine risikofreie Nüchternheit

Der Titel ist zweifellos äußerst provokant gewählt. Doch ist es ein faktisch richtiger und überlegenswerter Einwand gegen die Propaganda der Gegner des Substanzkonsums. Tatsächlich hat jede Droge ihr Risiko, die einen mehr, die anderen weniger. Allerdings hat auch Nicht-Konsum seine Risiken. In der Welt beschreibt beispielsweise ein Artikel, dass regelmäßiger Koffeinkonsum das Alzheimer-Risiko senkt. Cannabis, besonders der Inhaltsstoff CBD (siehe http://amzn.to/2nh0l2w) oder auch als Gesamtes (siehe http://amzn.to/2mBewCl) wirkt krebsvorbeugend, blutdrucksenkend, antibiotisch usw. von den extremen Vorteilen des reinen CBD’s wollen wir dabei gar nicht erst anfangen (wen es doch interessiert, der sei noch einmal auf den vorigen Link zum CBD verwiesen oder auf das Video von Open Mind zu diesem Thema.) MDMA und LSD werden von vielen Psychiatern und Neurologen schon als mögliche Allheilmittel der Psychiatrie in Erwägung gezogen (Allheilmittel ist natürlich etwas übertrieben, zur Anwendung von MDMA in der Psychiatrie empfehle ich allerdings folgenden Vortrag zur medizinischen Anwendung von MDMA).

Diese Liste lässt sich noch ewig weiterführen, mit der Bekämpfung von Sucht mit Ibogain (http://amzn.to/2nh5kQG) das mögliche Potential (noch nicht ausreichen belegt, aber sehr wahrscheinlich) von Psilocybin-Pilzen bei Menstruationsbeschwerden, Clusterkopfschmerzen und psychischen Erkrankungen, sowie die traditionelle medizinsche Anwendung nahezu jeder psychoaktiven Substanz (definitiv die Lektüre wert! http://amzn.to/2nSWEmW).

Nun ist aber den meisten bekannt, dass Drogen und Medikamente eigentlich identisch sind von ihren Möglichkeiten her und allein die Tatsache dass Erstere verboten und Zweitere erlaubt sind unterscheidet diese Gruppen. Dennoch ist die Floskel auch unter drogenmündigen Menschen allgegenwärtig, es gäbe keinen risikofreien Konsum. Falsch ist das auch nicht, aber falsch ist die Annahme, dass das Nüchtern-Sein automatisch gesünder und risikofreier sei. Wäre dem so, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben, denn der Konsum unserer Vorfahren kann mit Fug und Recht als ausufernd und exzessiv beschrieben werden.

Ich selbst bin es Leid, Menschen, die nichts konsumieren und das nach außen tragen mit einem Selbstverständnis, dadurch irgendwie disziplinierter zu sein, als vernünftiger und stärker zu verklären. Solche Menschen sind nicht stark. Sie sind meist uninformiert, weil sie 1. die Definition von Drogen meist nicht kennen und nicht wissen, dass auch der abendliche Fencheltee, das Baldriandragee und der Kaffee am Morgen dazu gehören, 2. nicht wissen, dass Drogen und Medikamente weitestgehend das Gleiche sind und 3. nicht wissen, dass viele Substanzen bei der Prävention von Krankheiten extrem hilfreich sind. Wir konsumieren täglich Drogen. Und nebenbei, gerade diejenigen, die so vehement gegen diese effektiven Hilfsmittel wettern schwören oft auf grünen Tee, zumindest meiner Erfahrung nach.

Die Menschheit hat von Beginn an begonnen, Pflanzen, Pilze und auch Tiere zu Rauschzwecken zu konsumieren. Substanzen ermöglichen Grenzerfahrungen und Perspektivwechsel, visionäres Verstehen der Gegenwart und sind damit die effektivste Triebfeder des Fortschritts. LSD und andere Psychedelika werden so auch oft verwendet, um intellektuelle Fragen unkonventionell zu lösen, wie in diesem Artikel berichtet wird. Leichte Upper wie Kaffee, die Kolanuss, der Teestrauch oder Mate erhöhen die Konzentration, Leistungsfähigkeit und beugen vielen demenzähnlichen Erkrankungen vor, da die später betroffenen Gehirnareale so mehr gefordert werden und dadurch vom Körper auch gestärkt. CBD wirkt neuroprotektiv, hat also sogar einen schützenden Effekt auf unser Gehirn. Die Menschen leben seit ihrer Entstehung in einer symbiontischen Beziehung zu psychoaktiven und anders wirksamen Substanzen, eine Beziehung, die auch nicht einfach aufgehoben werden kann. Wären diese Stoffe so körperfremd und unnatürlich (dies gilt AUCH für synthetische Drogen, natürlich heißt NICHT besser), dann würden sie gar keine Wirkung auslösen.

Wer komplett nüchtern sein will und auf jegliches Hilfsmittel verzichtet, der verzichtet auf Dinge, an die sich unser Körper im Laufe der Evolution anpasste. Ein Gehirn, dass z.B. über Jahrtausende dem Einfluß von Koffein ausgesetzt war (in nahezu jedem Kulturkreis) wird sich dessen Wirkung angepasst haben, vor allem auch, da die meisten Substanzen (im Gegensatz zum legalen Gift Alkohol) nicht von vorneherein aggressive Nervengifte sind. Es ist wie eine Symbiose … der Mensch braucht die Drogen. Die Drogen aber den Menschen nicht. Wir sollten nicht das bekämpfen, was den Menschen überhaupt zivilisiert machte.

Die neue Unmündigkeit

In den letzten Tagen erhielt ich einen Denkanstoß, der mich auf den Gedanken brachte, dass wir heutzutage auf eine andere Art entmündigt werden als früher. Die Begründung jedoch bleibt die gleiche.

Früher, womit ältere Glaubenssysteme wie auch das Religiöse gemeint sind, die auch heutzutage noch Anwendung finden, war die Unmündigkeit klarer, sie war ehrlich, direkt und sprach den Menschen nicht das Recht zu, selbst zu entscheiden. In der Religion war es klar, der Mensch ist von Grund auf schlecht, weswegen er auch keine Entscheidungen in Bezug auf Moral o. Ä. treffen kann. Richtig und falsch sind in allen absoluten System vorgegeben und gestehen (die einen mehr, die anderen weniger) kaum eigene Möglichkeiten zur Abwägung zu.

Wie diese Form der Unmündigkeit funktioniert dürfte jedem bekannt sein. Eine andere Form findet sich vor allem in scheinbar demokratischen Herrschaftssystemen, zum Beispiel in der Drogenpolitik oder insgesamt in vielem, dass auf den alltäglichen Lebensstil bezogen ist. Sie basiert darauf, dass man die Informationen zur Verfügung stellt, die zur Meinungsbildung notwendig sind, dem Individuum also zuerst eine scheinbare Wahlmöglichkeit gibt und damit auch die Mündigkeit zugesteht, den Entscheidungsprozess dann aber verhindert mit einem Hinweis auf die Interessen der Allgemeinheit.

Genau genommen widerspricht sich diese Form der Entmündigung schon in sich selbst. Eine Regierung, die „Drogenaufklärung“ (Die Anführungszeichen sollen auf den doch recht zweifelhaften Informationsgehalt dieser peinlichen Veranstaltungen hinweisen) an Schulen betreibt, gesteht damit schon ihr Versagen im Rahmen der Prohibition ein. Sie sagt damit aus, dass ein Verbot nicht dazu führt, dass keine Drogen mehr konsumiert werden oder auch nur irgendwie der Konsum eingedämmt werden kann, sie sagt damit aus, dass sie auf die mündige Entscheidung des Bürgers setzt. Allerdings auch nur, solange die Entscheidung den Wünschen der Regierung entspricht.

Diese Form der Bevormundung ist schon fast typisch für Demokratien. Ein angeblich ungesunder Lebensstil wird jedem Individuum theoretisch ermöglicht, indem man zumindest vordergründig Aufklärung betreibt (nicht nur auf die Drogenpolitik bezogen, in dem Gebiet kenne ich mich lediglich am besten aus), aber die Entscheidung dann mit Verweis auf das Allgemeinwohl nicht ermöglicht. So kosten Tabak und Alkohol beispielsweise den Steuerzahler jedes Jahr Milliarden. In Konsequenz nötigt der Staat vor allem die Tabakindustrie (da die Union der parteigewordene Alkoholismus ist, ist die Alkohollobby auch vorerst von großer Repression verschont worden) zu Abschreckungsmaßnahmen, die das Risiko des Rauchens verdeutlichen sollen (und auch in meinen Augen als Ex-Raucher definitiv übertreiben, unter anderem wegen der extrem manipulativen und lächerlichen Bildwahl). Aber anstatt dass man dann daraus schließt, dass die Bevölkerung nun aufgeklärt sei und jeder selbst entscheiden solle, ob er rauchen möchte oder nicht, fährt man gegen jene, die die „falsche“ (nicht regierungskonforme) Entscheidung getroffen haben unter dem Deckmantel der Volksgesundheit schwere Repressionen auf.

Nun ist Tabak allerdings eine Droge, deren Gefahren- und Suchtpotential ohne Zweifel hoch ist. Die Repressionen gegen Drogen wie Cannabis, LSD oder MDMA mit einem absolut lächerlichen Gefahrenpotential im Vergleich sind noch um ein Vielfaches stärker. Jeglicher Besitz von ihnen ist verboten, schon eine relativ geringe Menge kann durch einen Eintrag ins Strafregister Leben zerstören (Im Gegensatz zu der Substanz selbst. Diese zerstören in den genannten Fällen praktisch keine Leben und wenn, dann tun sie es auch nicht so irreversibel wie das gesellschaftliche Todesurteil eines Richters). Das sogar bei diesen Substanzen Aufklärung betrieben wird ist noch weitaus lächerlicher als bei Tabak und Alkohol. Der Staat muss sich entscheiden. Gesteht er das Recht auf Mündigkeit zu und möchte Prävention betreiben, so kann er eine Entscheidung, die nur das Individuum an sich betrifft auch nicht verbieten. Verbietet er diese Entscheidungsmöglichkeit, negiert er damit auch die Mündigkeit und Fähigkeit des Menschen, richtig zu entscheiden.

Die Frage, die abschließend bleibt wäre: Wie kann eine Regierung, die aus Menschen besteht nach dieser Logik überhaupt wissen, was Richtig und Falsch ist? Schließlich wäre kein Mensch in der Lage, so etwas zu entscheiden.

Der Tumor des Verschwörungsglaubens

Wer sich von der Überschrift getriggert gefühlt hat, hat damit auch durchaus recht. Er bedient abstrahiert gesehen eine antisemitische Vorstellung, die gewisse Teile der Gesellschaft als krankhaft und ausselektierenswert betrachtet. Versteht man es dagegen eher bezogen auf das Wachstum, so wird auch klar, weswegen der moderne Verschwörungsglaube tatsächlich einem Tumor gleichkommt, er verbreitet sich aggressiv und schnell und lässt vom ursprünglichen „Gewebe“ nichts übrig. Denn bei Verschwörungstheorien handelt es sich genauso wie beim religiösen Fanatismus nicht um eine Meinung, sondern ein abgeschlossenes und pathologisches Weltbild (hiermit ist natürlich nicht jeder Esoteriker usw. gemeint, sondern wirkliche verbohrte Härtefälle). Einem Menschen mit Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen würde keiner eine wirkliche Meinung unterstellen, denn dieser ist de facto nicht in der Lage, seine Weltsicht zu überdenken, er hat sie auch nie angezweifelt.

Man tut diesen Menschen keinen Gefallen, wenn man sie unter dem Deckmäntelchen der Demokratie einfach Spinner sein lässt die man hin und wieder argumentativ abfertigen kann um der Welt zu demonstrieren wie gebildet und intellektuell man ist. Religiöser Wahn z. B. ist eine anerkannte Erkrankung und Richard Dawkins nannte eines seiner lehrreichen und interessanten Bücher nicht umsonst „The god delusion“ ( http://amzn.to/2mt4q6F ). In diesem Buch legt er das in sich selbst abgeschlossene und unwiderlegbare Weltbild religiöser Fundamentalisten dar und damit nicht nur die Grundlagen des Glaubens, sondern auch das Weltbild der Verschwörungstheoretiker. Ob es nun Freimaurer, Satanisten, Juden, Reptiloiden usw. sind, im Zentrum steht immer diese eine Macht, die alles kontrolliert. Also den ersten wichtigen Punkt des monotheistischen Glaubens, eine Konzentration aller Macht und allen Einflußes auf eine einzelne Kausalität.

Während Dawkins aus der fundamentalistisch-religiösen Sicht auf die Welt ihre Form der Immunisierung herausarbeitet, „die Wege des Herrn sind unergründlich“ und „Gott gehorcht keiner irdischen Logik“, so findet man diese in anderer Form auch wieder in Verschwörungstheorien. Hier verschleiern die Verantwortlichen durch grenzenlose Macht über die Medien und teilweise sogar Manipulation und Gedankenkontrolle (Das Gefühl nicht Herr der eigenen Gedanken zu sein ist oftmals Symptom einer paranoiden Schizophrenie) ihre Untaten und belügen die dumme Masse. Wieder sind die Ähnlichkeiten zwischen den Gedankensystemen bestechend und oftmals überschneiden sie sich auch. Vor allem im amerikanischen Raum besteht zwischen Evangelikalen und Verschwörungsgläubigen eine große Schnittmenge, beispielhaft könnte man Ron Paul und Alex Jones nennen, die einen großen Einfluß auf die dortige „Truther“-Bewegung haben.

Weswegen zog ich nun aber die Analogie zu einem Tumor? Die „Truther“-Bewegung und fanatische religiöse (monotheistische) Bewegungen haben eines gemeinsam: Ihren Anspruch, die alleinige Wahrheit zu vertreten und andere Ansichten zu verdrängen. Die verschwörungsgläubigen Weltbilder beruhen meist auf einer angenommenen Verschwörung gegen die breite Masse, die dem Untergang geweiht ist, falls sie nicht umkehrt, die Wahrheit erkennt und gegen „das Böse“ rebelliert. Jede entgegengesetzte Meinung wird darum nicht akzeptiert und KANN auch nicht akzeptiert werden, denn sie führt nach dieser Logik dazu, dass Millionen ins Verderben gestürzt werden. So gilt es auch im religiösen Weltbild. Der Tumor verdrängt gesundes Gewebe und setzt auf Ausbreitung ohne Rücksicht auf Verluste (die Analogie unterstellt einem reelen Tumor natürlich keinen bösen Willen), so auch der Verschwörungsglauben. Breitet er sich nicht aus, sondern trifft stattdessen auf Skeptiker, merkt der „Gläubige,“ dass er nicht als Retter gefeiert sondern als Spinner verlacht wird, so wird das Ganze gefährlich. Denn der Wahn, wirklich etwas Gutes zu tun und gegen reeles Unrecht vorzugehen macht sämtliche gesellschaftlichen Vorstellungen von moralischem und ethischem Miteinander zunichte. Die Vereinsamung radikalisiert, das Unverständnis verbittert … verschwörungstheoretische Überzeugungen können tatsächlich eine bloße Meinung sein, doch sie kippt leicht ins Pathologische. Eine Haltung, die sich jeder Diskussion enthält und allen „einfach ihre Meinung lässt“ kann in solchen Fällen dazu führen, dass ganze Leben zerstört werden.

Legal Highs 4 (Muskatnuss)

Dieser Trip liegt nun schon länger zurück, allerdings waren es mehrere Versuche und da die Ergebnisse teilweise äußerst interessant waren möchte ich sie nun nicht länger vorenthalten. Die Muskatnuss enthält Myristicin, Safrol und Elemicin, (Muskatnuss-Drogeninfo) ersteres ist allerdings der Hauptwirkstoff und fungiert als ein schwacher MAO-Hemmer. Der bekannte Drogen-Youtuber Open Mind riet in einem seiner Videos vom Konsum der Muskatnuss ab, unter anderem, da nach Konsums eines MAO-Hemmers gewisse Lebensmittel „einen töten könnten,“ das ist hier aber nicht richtig. Myristicin ist ein reversibler MAO-Hemmer, das heißt, gewisse Lebensmittel können zwar Bauchschmerzen o. Ä. auslösen, aber sie führen nicht zum Tod. Welche genau das sind kann man hier nachlesen.

Da diese Informationen für den geneigten Leser auf anderen Seiten detaillierter und mit größerem Fachwissen zu finden sind komme ich zu meinen eigenen Tripberichten. Viele Mensche, auch Psychonauten, lehnen den Konsum der Muskatnuss ab, da sie, wenn sie zu oft konsumiert wird, leberschädigend wirkt und auch oft zu Übelkeit, dadurch bedingte Bad Trips und unangenehme Nebenwirkungen führt. Das will ich gar nicht bestreiten, nur gab es bei mir selbst außer einem trockenen Mund kaum welche. Wie genau die Muskatnuss bei mir wirkte soll nun nachfolgend berichtet werden.

Die Wirkung setzte in jedem Fall sehr spät ein, meist zwischen einer Dreiviertelstunde und einer Stunde. Sie bestand meist in einer extremen körperlichen Trägheit, Unbeteiligtkeit und leichten Halluzinationen. Auch trat  bei jeder Dosierung ein Schwebegefühl ein, vor allem bei geschlossenen Augen. Höhere Dosierungen führten auch zu seltsamen Sinneseindrücken und Mind Trips, die schwer zu beschreiben sind. Ich werde zwei getrennte Berichte in diesem Artikel unterbringen, da high dose und low dose bei Muskatnuss zu komplett verschiedenen Eindrücken führ(t)en.

Zuerst möchte ich von den Erfahrungen mit niedrigeren Dosierungen berichten. Mit niedriger sind hier Dosen von etwa einer Muskatnuss gemeint. Hier traten eher subtile Effekte auf, die allerdings schon nach ungefähr einer halben Stunde bemerkbar wurden. Eine allgemeine aber angenehme Trägheit erfasste mich, die Interaktion mit anderen Personen wurde weniger oder brach ganz ab. Allerdings steigerte sich das Empathiegefühl mit anderen. Musik nahm ich vielschichtiger wahr als sonst. Für gewöhnlich ist es sehr selten, dass ich ein Album komplett durchhörte, doch lief dieses mal (m)eine Playlist mit mehreren Alben von Tool und anderen Bands aus dem Genre des Stoner Doom/Progressive Metal komplett durch, wobei jedes Lied und jede Minute als facettenreich, interessant und kurzweilig erschien. Das Zeitgefühl selbst ähnelte aber dem Cannabisrausch. Es war verschoben und verlangsamt, entsprach auf dem Höhepunkt auch dem High des Weeds. Übelkeit und Ähnliches trat in keinem einzigen Fall bei mir auf. Allerdings eine Unlust, sich zu bewegen. Die 6 Stunden des stärksten „Trips“ (auch wenn man es bei einer so geringen Dosis nicht als wirklichen Trip bezeichnen kann) lag ich meist nur herum, bei fast jeder einzelnen Einnahme. Dabei lief Musik und meine Betätigungen beschränkten sich fast ausschließlich darauf, auf die Wand zu starren oder ein neues Album herauszusuchen, wenn die Playlist vorbei war. All das war aber äußerst angenehm und es gibt wenig Negatives darüber zu berichten, außer dem bereits erwähnten trockenen Mund und auch der nicht allzu angenehme Geschmack einer ganzen (geriebenen) Muskatnuss.

Die hohe Dosis (in etwa zwei Muskatnüsse, darüber sollte man meiner Erfahrung nach nicht gehen! Davon wurde mir vor allem extrem übel) wirkte dagegen extrem visionär. Halluzinationen traten schon nach in etwa einer Stunde nach Einnahme auf, diese waren aber sehr subtil, eine stärkere Erkennung von Mustern und leichtes „Morphen,“ dabei blieb es jedoch. Der Trip äußerte sich in einer Intensivierung der Wahrnehmung, wie bei der geringeren Dosis auch vor allem der akustischen. Ähnlich wie beim Blauen Lotus (Tripbericht dazu Legal Highs (2) (Blauer Lotus)) trat ein Gefühl der Schwerelosigkeit/des Schwebens auf, das allerdings viel stärker war. Der Mind Trip zeigte sich in einer Art Gedankenflucht, der Kopf schien leer zu sein und keinen Gedanken selbst fassen zu können. Die Gedanken wirkten viel eher induziert als selbst erdacht. Nach 5 – 6 Stunden neigte sich bislang jeder Trip dem Ende, dies ist aber sehr unterschiedlich und hängt von dem Individuum ab. die Muskatnuss hat einen sehr unberechenbaren Rausch, der von Person zu Person verschieden ist!

Mein Fazit ist, dass Muskatnuss einen Versuch wert ist, wenn man nichts anderes zur Verfügung hat. Da der Rausch oft schwer berechenbar ist, sollten die ersten Versuche nicht alleine unternommen werden und gut vorbereitet werden!

Sehr empfehlenswert für alle Psychonautik-interessierten ist das anbei verlinkte Standardwerk von Dr. Christian Rätsch.
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zur praktischen ersten psychonautischen Erfahrung mit heimischen Gewächsen empfehle ich das Buch „psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere“
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Wieso sind Menschen gegen Drogen?

Die häufigsten Einwände gegen die Legalisierung aller Drogen beziehen sich auf das dualistische Schwarz-Weiß-Bild, dass von Medien und Politik propagiert wurde (wobei viele, auch größere Medien mittlerweile objektiver Stellung beziehen). So hört man häufig Formulierungen wie: „Alkohol und Drogen.“ Diese Aussage erfindet einen Dualismus, als gäbe es einen Unterschied zwischen Ethanol und „Drogen.“

Dies ist die Grundlage vieler Legalisierungsgegner. Dadurch dass sie annehmen, Alkohol sei keine Droge entsteht der Gedanke, der Konsum von Alkohol sei kontrollierbar, was für andere psychotrope Substanzen nicht gelten würde. Würde man verstehen, dass Alkohol genau zu dieser (unfassbar vagen und wenig nützlichen) Gruppe der „Drogen“ gehört und nicht einmal eine der ungefährlicheren ist, so würde man auch verstehen, dass jede Substanz sowohl das Potential zum vernünftigen Gebrauch als auch zum Missbrauch birgt. Man könnte es jeden Tag beobachten. Keiner von diesen Menschen käme jemals auf die Idee, jemanden, der sich sein Feierabendbier gönnt, als Junkie zu betiteln.

Weitere Argumente dagegen basieren auf einem logisch folgenden Mechanismus, der entsteht, wenn man eine sehr vielfältige Klasse in eine Schublade presst. Man nennt es Drogen, also verfügen wohl alle „Drogen“ über ähnliches Sucht- und Gefahrenpotential. Hier geht der Unterschied unter zwischen den verschiedenen Untergruppen, während Opiate beispielsweise ein hohes Suchtpotential besitzen, hat Cannabis nur ein Mittleres, wohingegen LSD und Psilocybinpilze praktisch keines besitzen (auch nach ausführlicher Recherche habe ich keinen Fall einer Suchterkrankung gefunden). Ebenso unterscheidet sich die Gefahr körperlicher Schäden extrem. Opioide (außer bei Überdosierung oder langjähriger Sucht) und Psychedelika verursachen wenig Schaden, wohingegen Alkohol schon bei einer einmaligen Intoxikation große Schäden verursachen kann.

Große Unterschiede finden sich natürlich auch bei der Wirkung selbst. Amphetamine machen wach und wirken stimulierend, Barbiturate wirken schlaferzwingend, LSD erzeugt Trips und ein (subjektiv) erweitertes Bewusstsein, wohingegen Ketamin und DXM bis zur gefühlten Ich-Auflösung führen können. Dieser Breite an Wirkspektren wird ein einziger Überbegriff nicht gerecht. Überträgt man es auf die bereits legalen Drogen so würde man aussagen, dass ein Kaffee im Prinzip eine ähnliche Wirkung und ein ähnliches Suchtpotential wie Wodka aufweist. Interessant ist wiederum, dass jeder derjenigen, die illegale Drogen aufgrund dieser Fehlannahme ablehnen, diesen Vergleich als lächerlich empfinden würde. Warum er lächerlich ist wird seltener begründet und vernünftig begründet wird es nie.

Eine weitere Gruppe von grundsätzlichen Drogengegnern hat zumindest verstanden, dass Alkohol/Tabak (Kaffee bleibt seltsamerweise im Bewusstsein der meisten eine Nicht-Droge) auch dieser Substanzklasse zugeordnet werden müssen. Sie richten sich gegen alle Substanzen mit psychotroper Wirkung, da sie der Meinung sind, dass es eine Verfälschung der Realität sei. Betrachtet man diese Argumentation logisch muss man aber auch beachten, dass es keineswegs gesagt ist, dass die „normale“ Wahrnehmung realistisch ist. Wir wissen nicht einmal, ob das, was andere wahrnehmen auch das Gleiche ist. Da auch viele Stimmen sagen, sie hätten die Wirklichkeit durch Psychostimulanzien erkannt und würden viel klarer sehen ist es keineswegs gesagt, welche Wahrnehmung realistisch ist. Ob es überhaupt eine gibt, die unverfälscht ist, ist höchst unwahrscheinlich, denn „Drogen“ sorgen lediglich für eine Hemmung oder Mehrproduktion bestimmter Neurotransmitter (bzw. Hemmung des Abbaus o. Ä.), bedienen sich also nur der Mechanismen des Körpers, die auch so schon bedient werden. Überspitzt gesagt leben wir im dauerhaften Microdosing (an all die Gegner, „das glaubst du doch selbst nicht“ ist kein Argument und wird objektiv als intellektuelle Kapitulation interpretiert)

Die letzte mir bekannte Gruppe der Gegner besteht aus jenen, die einerseits denken, auch vernünftiger Konsum würde das Leben NUR schlechter machen und andererseits auch, dass der Staat etwas dagegen tun müsse.

Der Staat hat in der Vergangenheit (Alkoholprohibition in den USA z. B. als ein historisches Beispiel) bewiesen, dass seine aggressive Bevormundungspolitik nicht zu weniger oder gar zu sicherem Konsum führt. Auch muss man sich fragen, wie weit die Erziehungspolitik des Staates überhaupt gehen darf. Da es hierzu schon genügend publiziertes Material gibt, werde ich das nicht weiter ausführen, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Ich selbst kann dazu nur aus eigener Erfahrung berichten. Es ist auch schwer, den reelen Nutzen, vor allem wenn es sich um eine so vielfältige Klasse handelt, zu bemessen. Meinem Leben schenkte es viel. Ich habe Erfahrungen gemacht, die meine Einstellung zu mir selbst und zu anderen grundlegend änderten. Die Droge Methylphenidat, die mir wegen meines ADS verschrieben wurde, hat mir ein vollkommen neues Leistungslevel ermöglicht, Codein schenkte mir entspannte Abende, DXM surreales Verständnis und eine neue Dimension der Phantasie. Allerdings würde mir z. B. ohne Alkohol im Gegenzug nichts fehlen. Große Bereiche der Kunst und auch der Wissenschaften gehen auf die Inspiration durch Psychedelika zurück. Man sollte den Nutzen von Bewusstseinserweiterung auch niemals leugnen. Der Rausch ist eine der ersten Erfindungen der Menschheit und hat sie nicht wenig beeinflusst. Die neue Abstinenzbewegung bekämpft etwas, dass essentiell ist für ein Zusammenleben.