Legal Highs (1) (Physalis)

Ich war wieder einmal lange Zeit inaktiv und dachte mir, es wäre Zeit, einen neuen Beitrag zu schreiben. Nur fiel mir seit Wochen kein Thema ein, vor allem, weil Politik mittlerweile nur noch dazu da ist, um zu zeigen, was man doch für einen Durchblick hat. Das Ärgern von Konservativen und Untergraben der staatlichen Autorität sollte aber natürlich weiterhin Hauptaufgabe des Blogs sein. Zur Steigerung meiner Kreativität musste also ein Hilfsmittel her. Die Blütenkelche der Physalis sind schon seit einiger Zeit regelmäßig in meinen Kräutermischungen herzlich willkommen und erzeugen ein sehr angenehm-narkotisches, kreatives High. Während ich also ausschließlich zu Zwecken der Arbeitsamkeit, wie es sich für einen guten Deutschen gehört, konsumierte, fiel mir prompt ein Thema ein. Warum schreibe ich nicht einfach mal darüber, mit welchen Mitteln man den Staat ärgern und provozieren kann und selbst dabei noch Spaß haben.

Da die Physalis mir diesen wunderschönen Einfall schenkte, wird der erste Text auch ihr gewidmet, dieser orangenen Schönheit und Alkaloid-gewordenen Muse. Da sie zudem auch früher als Judenkirsche bezeichnet wurde, passt sie hervorragend in diesen Blog. Die Pflanze selbst enthält Tropan-Alkaloide, gehört also zur Familie der Nachtschattengewächse, besitzt aber im Gegensatz zu Stechapfel/ Tollkirsche/ Bilsenkraut/ Engelstrompete usw. wenig riskante Nebenwirkungen. Während bei den Genannten der Grat zwischen letaler Überdosis und berauschender (perfekter) Dosis ein schmaler ist, ist er bei der „Judenkirsche“ kaum zu verfehlen. Auch ist sie praktisch in jedem Supermarkt als Kapstachelbeere erhältlich. [1][2][3]

Da das hier aber einen Mehrwert haben soll und nicht nur Infos, die sich jeder interessierte Mensch mit Affinität zu Psychedelika selbst zusammen recherchieren kann, folgt ein Tripbericht und eine Beschreibung der Wirkung bei mir. Ich rauchte zwei Kelche zerkleinert in einer Mischung mit Tabak in einem Joint (ist alles legal, falls jemand mit einem Prohibitionsfetisch das liest) und legte mich danach hin. Die Wirkung trat schon ab dem dritten Zug ein. Es war eine subtile Elektrisierung des Körpers, man konnte klar denken, merkte aber, wie der Körper selbst unklar darauf reagierte. Auch wenn die Beschreibung negativ klingt, das Gefühl ist positiv, es fühlt sich an, als wäre der Geist vollkommen befreit von physischen Grenzen und könne sich bewegen. Weniger wie ein DMT-Rausch, bei dem man außerkörperliche Erfahrungen machen kann, sondern eher, als wäre der Geist Gast des Fleisches und könnte es zu seinem Belieben verwenden. So in etwa sah auch meine Gedankenwelt aus. Sehr buddhistisch im Allgemeinen, Liebe, Freundschaft, Hass, Wut, all das galt nicht mehr als etwas von Dauer und in dem Moment hätte ich mit stoischem Lächeln und ohne Schmerz zu empfinden alles hergeben können. Daraufhin legte ich mich ins Bett und schrieb dabei mit einem sehr wichtigen Menschen in meinem Leben. Allerdings flimmerte das Handy extrem stark, die Buchstaben verschoben sich stellenweise und meine Gedanken waren für meine Chatpartnerin scheinbar nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch mir erschien jeder Gedanke zuerst tiefsinnig, bis er sich nach zwei Minuten entweder als vollkommen logisch, aber banal oder ganz und gar unsinnig herausstellte. Nebenbei lief Goa-Musik, die es mir erlaubte, den Rausch zu vertiefen und die Welt anders wahrzunehmen. Sie hatte etwas elektrisch Blitzendes an sich, schwer in Worte zu fassen, schien aber fast als Materie anwesend zu sein.

Insgesamt kann ich am nächsten Tag sagen, dass es praktisch keine Nebenwirkungen hat, Physalis zu rauchen. Manche empfinden den Rausch als unangenehm, bei mir war das allerdings weniger so. Nur meine Augen waren heute Morgen leicht gerötet und mein Frühstück ausgiebiger als sonst. Wie aber schon in dem unten verlinkten Video [1] der DEA gesagt wurde, nehmt auf keinen Fall die Physalis aus dem Supermarkt. Holt sie lieber aus dem eigenen Garten oder fragt einen Nachbarn, der sie besitzt. Pflanzt sie auch selbst an (man kann meiner Meinung nach nie genug davon besitzen), um sicher zu gehen, dass keine Spritzmittel verwendet werden.

Es ist das erste Mal, dass ich einen Tripbericht schreibe, der daür gedacht ist, veröffentlicht zu werden. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen, da mir klar ist, dass dieser hier alles andere als perfekt ist.

 

[1] https://www.youtube.com/watch?v=iHlfqXMgtCM (Springen zu 7:52)

[2] http://www.biothemen.de/Qualitaet/tropen/physalis.html

[3] https://drugscouts.de/de/lexikon/tropanalkaloide

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