Der Unsinn der Drogenprohibition 2

Womit nimmt der Staat sich das Recht heraus, mündigen Bürgern vorzuschreiben, ob sie sich berauschen oder nicht? Angesichts der Tatsache, dass die Drogenprohibition es nicht einmal schafft, den Konsum zu senken, sondern ihn nur gefährlicher macht und ganze Karrieren zerstört, ist es wohl fraglich, ob sie auf Faktenbasis basiert. [1] Sie ist vielmehr ein ideologisches Konzept einer staatlich verordneten und nationalistischen Volksgesundheit. Verschwörungstheorien hierzu wollen dem Markt Interessen unterjubeln und sprechen den Staat und seine Hierarchie indirekt von jeder Verantwortung frei.

Wer eine leistungsfähige Gesellschaft wünscht, die sich nach kapitalistischen Prinzipien verwerten muss, gleichzeitig aber nie in egoistische Individuen, sondern in primär kollektive Wesen zerlegbar sein soll, der muss auch den Gedanken der Volksgesundheit verfolgen. Die Ablehnung von Konsum wird selten damit begründet, dass er dem Individuum, sondern der Gesellschaft eine Last werden könnte. Das faschistische Denken ist gegen den Rausch und der Rausch gegen den Faschismus. Das bedeutet nicht, dass faschistisch denkende Personen sich nicht berauschen würden, sie selbst nehmen sich als Individuen war. Nur ist damit schon klar, dass sie selbst Ausnahmeregeln besitzen, da ihr Empfinden nicht Allgemeines, sondern Eigenes ist, eine Tatsache, die sie anderen nicht zugestehen.

Der Widerspruch des faschistischen Denkens, das sich selbst schon eingesteht, auf die eigene Person nicht zuzutreffen, ist der gleiche Widerspruch, den die Drogenprohibition beinhaltet. Alkohol und Tabak fallen aus obskuren Gründen nicht darunter, genauso wenig wie Kaffee oder grüner Tee. Bei Letzteren ist es möglich, mit Gefährlichkeit zu argumentieren, Alkohol und Tabak dagegen sind zwei der tödlichsten Substanzen mit starker Suchtwirkung. Um das Scheitern der Alkohol-Prohibition zu erklären, wird die kulturelle Verankerung angeführt, man kann schon sagen, dass der Alkoholrausch kulturalisiert wird und damit eine privilegierte Stellung einnimmt.

Dennoch macht der Wahn der Volksgesundheit auch vor dem Alkohol nicht halt. Die Befürworter eines Sozialstaats nach kapitalistischen Regeln sind auch die Ersten, die fordern, dass Raucher, Übergewichtige, Konsumenten von illegalen und auch legalen Drogen höhere Beiträge zahlen müssen. Für ihren Individualismus müssen sie die Gesellschaft entschädigen.

Der Unsinn der Drogenprohibition besteht aus weit mehr als nur statistischen Fakten. Diese entlarven die Restriktivität der Gesetzgebung schon aus praktischer Sicht als Dummheit. Er ist aber auch darum falsch, weil er auf individuelle Probleme oder Bedürfnisse eine allgemeine Lösung finden will. „Drogen sind immer falsch.“ „Drogen lösen keine Probleme.“ Diese Aussagen stimmen nicht und sie versuchen, ein Verbot der Freiheit logisch zu begründen. Auch wenn sie stimmen würden, womit hat die Gesellschaft das Recht, jemandem etwas zu verbieten, was nichts weiter tut als die eigenen Probleme nicht zu lösen? Auch die „zerstörerische Kraft“ tritt nicht bei einmaligem Konsum auf. Letztlich ist die Prohibition ein Teufelskreis. Sie kriminalisiert die Individualität, entmündigt das Individuum und wundert sich dann, weswegen die Entmündigten nicht so handeln, als wären sie mündig. Gerade der sorglose und unbedachte Umgang mit Substanzen geht darauf zurück, dass sie aus der Gesellschaft verbannt wurden, was nicht wundert, wenn jede objektive Aufklärung gleich als Werbung diffamiert wird.

 

[1] Der Unsinn der Drogenprohibition

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