Der Unsinn der Drogenprohibition

Da ich vor etwas über einer Woche auf kalten Entzug gesetzt wurde konnte ich nichts veröffentlichen, möchte mich aber gerade deswegen mit der Drogenprohibition und ihren Lügen auseinandersetzen. Meine schlechte Laune könnte sich etwas auf meine Objektivität auswirken, darum ist Kritik auch erwünscht und meine Aussagen sind nicht so versöhnlich gehalten wie sonst.

Unsere Gesellschaft agiert in wenigen Themen derart paradox wie dem Thema des Drogenkonsums. Schon in den Köpfen wird eine Trennung vorgenommen zwischen gefährlichen und ungefährlichen Drogen, die meist dadurch bestimmt wird, ob die Substanz legal ist, oder nicht. Im Bezug auf Cannabis gibt es zwar derzeit eine Welle der Akzeptanz, aber auch nur, weil Cannabis als ungefährliche Droge verschrien ist. (An Cannabis ist noch nie einer gestorben, kann also nicht gefährlich sein. Jeder, der hier den offenkundigen Fehler nicht sieht, hat vermutlich den einen oder anderen Kopf zuviel geraucht)

Aber zuerst einmal soll die Frage geklärt werden, ob die Gefährlichkeit einer Substanz überhaupt ein Argument für ein Verbot sein kann. Der erste Punkt wäre, zu überprüfen, ob der Staat eine solche Erziehungslegitimation überhaupt hat. Den hat er nicht, § 7 des GG legt nämlich nur einen Erziehungsauftrag für die Schulen fest. [1] Ob der Staat überhaupt eine Legitimation besäße, irgendjemandem irgendetwas  vorzuschreiben ist natürlich eine andere Frage, zumindest ich habe nie einen Gesellschaftsvertrag unterschrieben.

Der zweite Punkt wäre, ob die Prohibition überhaupt den Effekt eines Rückgangs des Konsums hat. In einem Bericht der europäischen Union wird aber aufgezeigt, dass auch 2015 eine große Anzahl von Menschen Drogen konsumierten. [2] Fast ein Viertel aller Befragten gab an, Cannabis schon mindestens einmal konsumiert zu haben. Im Gegenteil, Portugal entkriminalisierte alle Drogen im Jahre 2001 und gilt heute als das Land mit den niedrigsten Missbrauchszahlen weltweit, als Folge des Endes der Prohibition. [3] Und eine andere Hardliner-Nation, die USA, ist heute führend im Bereich der Cannabis-Legalisierung. [4]

Wer für die Cannabis-Legalisierung argumentiert und zugibt, dass durch eine Legalisierung ein offener Wettbewerb stattfinden kann, bei dem dem Kunden die Möglichkeit gegeben ist, nach eigenen Wünschen zu entscheiden, der muss auch zugeben, dass es sich mit anderen Substanzen wohl kaum anders verhält.

Eine Frage, die sich jeder stellen sollte, hat nichts mit Schädlichkeit zu tun. Wieso darf der Staat mündigen Bürgern vorschreiben, welche Substanzen sie nehmen dürfen und welche nicht? Mit Gesundheit hat es eben nichts zu tun, da Alkohol und Tabak zu den gefährlichsten Drogen gehören und ein Verbot nicht für weniger Konsum sorgt. Auch nimmt der Konsum nicht ab. Vielmehr wird eine Substanz scheinbar dann als gefährlich wahrgenommen, wenn sie nicht als traditionell verankert gilt. Bei Cannabis ändert sich die derzeitige Einschätzung der Öffentlichkeit dadurch, dass es mittlerweile als normal gilt, Alkohol und Tabak waren „schon immer“  Teil der nationalen Identität.

Demokratie und Staatlichkeit führen damit wohl zur Durchsetzung von moralischen Normen, die die Mehrheit für richtig hält. Damit ist aber auch schon die Definition eines Rechtsstaates nicht mehr erfüllt, sondern die eines faschistischen. Was eine Gesellschaftsgruppe wünscht ist allgemeines Gesetz.

 

[1] http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_7.html

[2] http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/20150616STO66706/Europäischer-Drogenbericht-2015

[3] https://www.zamnesia.com/de/blog-entkriminalisierung-portugal-14-jahre-spater-n631

[4] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/marihuana-in-usa-immer-mehr-bundesstaaten-legalisieren-cannabis-a-942124.html

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