Liberales Waffenrecht

Je stärker das Vertrauen in den Staat, desto stärker ist auch der Wunsch nach Entwaffnung der Bevölkerung. Diese Regel kann man vielleicht nicht unbedingt verallgemeinern, doch macht sie historisch und auch logisch sind. Im dritten Reich [1] und in der UDSSR [2] war das Waffenrecht streng und das Volk weitestgehend entwaffnet. Nur für Parteiangehörige war der Waffenbesitz liberaler geregelt.

Wer in den guten Willen des Staates vertraut und ihn als notwendig erachtet, muss dafür voraussetzen, dass der Mensch selbst „sein eigener Wolf sei.“ Also müssen Institutionen (aus Menschen) diesen Zustand der gegenseitigen Übervorteilung und Unterdrückung verhindern und durch Zwang beenden. Dabei geht man davon aus, dass der Staat durch Gewaltenteilung nicht zum eigenen Wohl handelt, sondern jede Behörde durch das Misstrauen gegen die anderen verhindert, dass diese profitieren. Dieser Gedanke schließt aber vollkommen aus, dass so vielleicht der Profit einer Behörde auf Kosten einer anderen weitestgehend ausgeschlossen wird, nicht aber der Machtgewinn des Staates auf das beherrschte Individuum. Was stünde dem im Wege? Ein bürgerliches Individuum, dass sich vor staatlichem Eingriff verteidigen kann. Es ist dabei weniger staatliche Verschwörung als das typische Denken der dominierenden politischen Richtungen Deutschlands. Diese sind erstarrt in einem unreflektierten Staatsbegriff. Wirklich überzeugte Etatisten gibt es kaum, die meisten dachten noch nie darüber nach, ob man ihn in Frage stellen könnte. So ist Deutschland in einem Zustand des unreflektierten Hinnehmens. Die Wut auf Steuerhinterzieher und reiche Menschen, die weniger Steuern zahlen hat auch wenig mit Gerechtigkeitssinn zu tun, es wird nicht einmal beklagt, dass das Handeln falsch wäre, weil der Solidargemeinschaft etwas fehle, was aus sozialistischer Perspektive durchaus noch Sinn machen würde, sondern, dass der Staat beraubt würde. Der Staat hat also Anspruch auf mein Geld.

Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ohne Staat nicht existieren kann, so muss man auch davon ausgehen, dass die Begründung ist, dass ohne diesen absolutes Chaos die Folge wäre. Die Macht muss in den Händen des Staates konzentriert sein, damit er Freiheit und Sicherheit garantieren kann. Wer diesem Denkmuster folgt, der wird nur durch Überlegung zum Schluss kommen, dass ein strenges Waffenrecht weniger Tote, Morde und eine insgesamt friedlichere Gesellschaft zur Folge hat. Die Tatsache, dass dem nicht so ist, widerlegt den etatistischen Gedanken aber von Grund auf. [3]

Die Studien, die das angebliche Gegenteil behaupten, betrachten häufig Nebensächlichkeiten nicht. So werden auch Selbstmorde als Straftaten mit Schusswaffengebrauch gelistet. In einem Land wie Deutschland greifen Selbstmörder dann aber eben auf Züge oder Medikamentenüberdosen zurück. In einem Text, der sich sogar gegen liberales Waffenrecht wettert, wird diese Tatsache sogar zugegeben. [4]

„An dem Beispiel 9 der Städte Washington D.C. und der auf der anderen Seite des Potomac River angesiedelten Stadt Arlington wird dies besonders deutlich. In Washington D.C. ist die Mordrate etwa zehnmal so hoch wie im waffenrechtlich liberalen Arlington.“ [3]

Die USA gelten als rabenschwarzes Beispiel (wie immer) gegen einen freieren Zugang zu Waffen. Liest man die deutschen antiamerikanischen Hetzblätter, dann wird dort erzählt, dass man in den USA keine Straße überqueren könne, ohne sofort von waffengeilen Amis über den Haufen geschossen zu werden. Amüsanterweise fast nur in Staaten mit rigidem Waffenrecht. (Ausnahmen gibt es allerdings, so z. B. Texas, das recht hoch gelistet ist.)

Der logische Fehler der Antiliberalen ist auch hier, dass sie denken, Verbote und Prohibition würden den Handel einschränken. So blüht eben der Schwarzmarkt. Schon die  Drogenprohibition hat gezeigt, dass Verbote nur dafür sorgen, dass der Markt intransparenter wird und nicht kleiner.

 

[1] http://www.stephenhalbrook.com/law_review_articles/entwaffnung.pdf

[2] http://www.gunboard.de/topic/15875-waffenrecht-in-der-sowjetunion/

[3] http://www.dsb.de/media/PDF/Recht/Waffenrecht/Aktuelles/Positionspapier.pdf

[4] http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/morde-unfaelle-selbsttoetung-schon-147-tote-durch-schusswaffen-in-amerika-allein-in-diesem-jahr-14000042.html

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