Stichpunkte zum Erkennen pseudowissenschaftlicher Argumentationen

  1. Viele Belege zu irrelevanten Fakten: Wer seine Thesen plausibel oder sogar als faktisch belegte Wahrheit darstellen möchte kann sich leicht dieser Methode bedienen. Dabei belegt man die Kernthese zwar nicht, aber sämtliche Randfakten, die niemals jemand bestritten hat. Wenn jemand zwanzig Weiterverlinkungen zu Grenzwerten aufweisen kann, dann wird leicht übersehen, dass er die These der Chemtrails selbst überhaupt nicht belegt hat (als Beispiel).
  2. Voraussetzen einer medialen/wissenschaftlichen Verschwörung: Wer schon zu Beginn festlegt, eine Wahrheit zu vertreten, die unterdrückt würde und von einer Kollaboration der Medien systematisch verschwiegen und bekämpft wird, der bringt sich von Beginn an in die Lage, nicht beweisen zu müssen. Das bedeutet nicht, dass es zwangsweise falsch ist, nur ist es sinnlos, aus Dingen Schlüsse zu ziehen, die selbst nicht bewiesen sind. Hier handelt es sich um eine sogenannte Weltbildimmunisierung.
  3. Persönliche Erfahrungen: Wer über keine Statistiken verfügt, weißt gerne auf eigene Erfahrungen hin. Diese kann man nicht überprüfen und basieren mehr auf emotionaler Manipulation, als auf wirklicher empirischer Überprüfung. Darum verwundert es auch nicht, dass die Wissenschaften weitaus größere Probleme haben, auf Gehör zu stoßen, als die Pseudowissenschaften, denn Letztere manipulieren und argumentieren nicht.
  4. Informiere dich „alternativ:“ Alternative Informationen klingt erst einmal verlockend und skeptizistisch, doch de facto handelt es sich bei alternativen Medien meist um nichts anderes als um eine Form separater Pseudowissenschaft. Die wissenschaftlichen Bezeichnungen werden zwar angewandt, allerdings meist schon in ihrem Sinn nicht verstanden. Dabei werden Begriffe wie Schwingung, Energie und Licht zu mythologischen Konstrukten abgewandelt, auf die die behaupteten Effekte nicht mehr zutreffen.
  5. Übertriebene Verwendung „wissenschaftlichen“ Jargons: Wer seine Methoden oder seine Meinung verkaufen möchte, ohne das Prinzip wirklich zu erläutern, benutzt am besten überkomplexe und fremdwortüberladene Satzbauten. Derjenige, der die Pseudowissenschaft vertritt spekuliert dabei auf den Effekt, dass man es durch eigenes Unverständnis dem kompliziert und gebildet Klingendem mehr Glauben schenkt. Damit geht es nicht um eine offene Diskussion über Inhalte und einen Prozess der Erkenntnisgewinnung, sondern um das Recht-Haben.
  6. Feste Glaubenssätze: Wissenschaftliches Denken hat keine festen Grundsätze, die nicht zur Debatte gestellt werden. Sobald eine neue Erkenntnis eine Alte widerlegt, wird die damit Überholte nicht weiter verfolgt, bis evtl. neue Entdeckungen sie wieder plausibler machen. Damit ist Wissenschaft ein dynamischer Prozess. Die Pseudowissenschaft dagegen verbietet diese Dynamik de facto und macht damit klar, dass sie nicht an Wahrheit interessiert ist.
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