Chemtrails und ihre Plausibilität

Chemtrails sind eine der „aufstrebenden“ Verschwörungstheorien, auch ihre tausendfache Widerlegung hat die Anhänger nicht überzeugen können, diese zu verwerfen. Diese wiederum werfen Medien und der Politik eine systematische Vertuschung der Fakten vor. Um diese Theorie zu widerlegen muss man dabei aber gar nicht erst auf die diversen Wolkenbilder eingehen, die einem vorgezeigt werden und meist vollkommen normale geophysische Phänomene darstellen.

Zuerst betrachtet man die verwendeten Chemikalien, die laut den Anhängern der Theorie in Chemtrails enthalten sind. Dabei beziehe ich mich auf einen Text des Blogs NWO-Rebell:

  • Aluminium (Rechtschreibung korrigiert)
  • Eisen
  • Barium
  • Zink
  • Kupfer
  • Mangan
  • Blei
  • Cadmium
  • Chrom
  • Nickel
  • Arsen
  • Antimon

Fangen wir mit Barium an. Es wirkt erst ab 1 mg tödlich (mindestens, die Angabe lautet zwischen 1mg – 15mg) [1] und darum wird eine große Menge davon benötigt, um die Menschheit zu reduzieren, was von den meisten VTr angenommen wird, auch wenn es noch andere Theorien gibt. [2]

In Deutschland liegt der Wert der Maximalen Arbeitskonzentration bei 0,5mg/m³, was also bedeutet, dass auch der durch Chemtrails erzeugte Wert dauerhaft in etwa auf diesem Level liegen sollte, um einen Effekt zu erzielen, zusätzlich muss man dabei davon ausgehen, dass diese Konzentration nicht nur auf die Fläche, sondern auch in die Höhe (nicht nur ein Meter, sondern die Flughöhe eines typischen Passagierflugzeugs), also im 3-dimensionalen verteilt ist, was die benötigte Menge noch einmal potentiert. Allein Baden-Württemberg hat eine Fläche von in etwa 35.750 km², was bedeutet, dass man für den 2-dimensionalen Raum schon für eine einmalige Besprühung 0,5 * 10.000 (Flughöhe von Passagierflugzeugen liegt für gewöhnlich zwischen 10.000 – 15.000 Metern) *35.750
= 17.375.000 mg = 17,375 kg. Allein für Baden-Württemberg wäre also für eine Kontamination eine Menge von fast 17, 5 kg nötig. Selbst wenn man es nur einmal im Monat versprühen würde (was den Effekt wohl sehr stark schmälern würde), dann käme man auf eine Menge von ungefähr 210 kg im Jahr.

Barium ist ein recht häufiges Element, doch die Förderung pro Jahr beläuft sich nur auf wenige Tonnen. [3] Legt man den Standard an ganz Deutschland an, der gerade an B.-W. vorgerechnet wurde, dann ergibt die Rechnung 0,5 * 10.000 * 357.340 = 1.786.700.000 mg = 1786,7 kg pro Monat. Nur für Deutschland, einer der eher kleinen Staaten von der Fläche her. Wie hoch das Ergebnis im Bezug auf die USA wäre, die eine Fläche von fast 9.900.000 km² haben, muss nicht nachgerechnet werden, es überstiege die Fördermenge von Barium weltweit um ein Vielfaches.

Die Fördermenge von Arsen lag im Jahr 2007 bei 1.500 Tonnen weltweit [4], also würden auch hier Engpässe bestehen, da schließlich auch die Industrie den Rohstoff benötigt. Man kann also sagen, die Rohstoffe würden schon alleine nicht ausreichen.

Ich tendiere prinzipiell dazu, schon nach diesen Ausführungen die Plausibilität stark anzuzweifeln, doch es gibt noch weitere Einwände, die Chemtrails flächenmäßig unwahrscheinlich machen.

Die Chemtrails müssten auch irgendwie ausgebracht werden. Dazu gäbe es die Möglichkeit äußerer Sprühvorrichtungen, dann wüssten aber sämtliche Piloten, das Bodenpersonal und viele weitere davon. Wir sprechen in diesem Fall von Hunderttausenden Mitwissern, so eine Masse, die selbst ja auch vergiftet würde, wäre nicht ruhig zu halten. Sie müssten nicht nur eine eigene Kontamination, sondern auch die von Freunden, Familie und Bekannten dulden, ohne moralische Skrupel. Des Weiteren müssten die Chemie-Konzerne davon wissen, die Politiker und Militärs, die alle selbst die Chemtrails einatmen würden. Einflussreiche Personen, die solche Phänomene stoppen könnten würden es nicht zulassen, dass sie weiter durchgeführt werden.

Handelt es sich aber um eine innere Sprühvorrichtung über den Tank, so müssten dennoch Piloten und Bordpersonal davon wissen. Es wäre zwar eine kleinere, aber immer noch gigantische Gruppe. Außerdem reagieren unter großen Temperaturen die Chemikalien weiter und verlieren teilweise ihre Toxizität. Auch häufig angenommene organische Gifte verlören durch Verbrennung ihre Wirkung, schließlich brechen Kohlenstoffketten bei großer Hitze auf.

Abschließend bleibt, auch wenn man Kosten und fehlende Effizienz auslässt, nur der letzte Eindruck, dass Chemtrails nicht plausibel sind. Insgesamt fehlt auch die Erklärung, warum die Regierung überhaupt ihre Steuerzahler dezimieren sollte.

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Barium#Sicherheitshinweise_und_Toxikologie

[2] https://web.archive.org/web/20120902005812/http://www.pm-magazin.de/a/verschwörung-am-himmel?page=0,1

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Barium#Verwendung

[4] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/38528/umfrage/foerderung-von-arsen-in-2007/

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2 Kommentare zu „Chemtrails und ihre Plausibilität“

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