Augstein, der linke Antizionist

Jakob Augstein ist bekannt für seine anti-israelische Demagogie und seine aggressive Bigotterie. Sein Antisemitismus, den man wohl getrost als solchen bezeichnen kann, ist dabei der typische „israelkritisch“ gewandte Judenhass, wie er vor allem im Bereich der links-bürgerlichen und alternativen Gruppen üblich ist. Im Gegensatz zum plumpen nationalsozialistischen Antisemitismus verzichtet man hierbei auf offenkundig einseitige Schuldzuschreibungen und Argumentationen über künstliche und natürliche Staaten.

Ich habe mir an dieser Stelle zufällig einen Artikel von Augstein zur Analyse herausgesucht. (es war erstaunlich schwer, einen Artikel zu finden, in dem Israel nicht erwähnt wird) Dabei handelt es sich um einen am 26.Juni 2014 veröffentlichten Text bei Spiegel-Online, in dem es um die Entführung dreier israelischer Jugendlicher geht, die den letzten Gaza-Krieg auslöste. [1]

„Seit dem 12. Juni werden drei israelische Jugendliche im Westjordanland vermisst. Einer konnte noch einen Anruf absetzen: „Ich bin entführt worden.“ Mehr weiß man nicht. Das wäre in jedem Land der Welt der Albtraum aller Eltern. Und überall würden die Menschen von Herzen Anteil nehmen. In Israel wird die persönliche Tragödie zur politischen Katastrophe. Die israelische Armee hat im Westjordanland die größte Militäraktion gegen die Hamas seit 2002 durchgeführt: 3000 Soldaten durchkämmten Städte und Dörfer. Mehr als 350 Palästinenser wurden verhaftet. Fünf wurden erschossen. Auf der Suche nach den jungen Leuten kümmert sich die israelische Regierung nicht um Maß oder Recht. Im Gegenteil: Benjamin Netanjahu nutzt die Gelegenheit für eine Abrechnung mit der Hamas.“

Zuerst schickt man das obligatorisch-joviale „Verständnis“ voraus, das letztlich nur dazu dient, danach umso ungehinderter hetzen zu können. Denn Augstein erweckt mit dem nachfolgenden Teil den Eindruck, es wären Einzeltäter gewesen und die palästinensische Seite würde sich sonst durch Friedlichkeit hervortun. Auch trennt er zwischen dem Kampf gegen die Hamas und dem ums Überleben der Entführten (zu diesem Zeitpunkt lebten sie wohl noch) als hätten sie nichts miteinander zu tun. Die Hamas bekannte sich im Übrigen später zu dieser Tat, [2] (was davor die meisten Realisten ohnehin annahmen) womit diese Doppelung sich als besonders falsch erweist.

Natürlich ist der Böse Benjamin Netanjahu. Dabei übersieht Augstein wieder einmal geflissentlich, dass die regelmäßigen Raketenangriffe auf Israel nur darum kein Aufsehen mehr erregen, weil sie schon alltäglich sind und die Hamas gezielt provozieren. Auch geht er gar nicht darauf ein, wer diese Palästinenser, die getötet wurden, waren. Selbst wenn die Hamas behaupten, es wären Zivilisten gewesen, so muss das nicht der Wahrheit entsprechen, da deren Zahlen meist manipuliert sind. [3]

„Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der israelischen Regierung vorgeworfen die Palästinenser in den besetzten Gebieten kollektiv zu bestrafen und die Maßnahmen aufgelistet: Auf der Suche nach den drei verschwundenen Jugendlichen wurde die Stadt Hebron abgeriegelt, 750.000 Palästinenser in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Der Verkehr von Personen und Gütern über die Grenze zum Gaza-Streifen sei reduziert worden. In den israelischen Gefängnissen sei den Häftlingen der Hamas der Kontakt zu ihren Familien erschwert worden. Und dann sind da noch die fünf Palästinenser, die getötet wurden.“

Typisch für den links-bürgerlichen Antisemitismus ist die subtile Forderung nach der Vernichtung Israels durch eine Verhinderung effektiver Selbstverteidigung. Der Kriegszustand ist immer paranoid, er kommt nicht ohne einen Generalverdacht aus. Das bei den Links-Bürgerlichen aber nicht bloß Naivität vorherrscht zeigt sich daran, dass sie Muslimen plötzlich das Recht zugestehen, alle Juden zu hassen oder zumindest Entschuldigungen zu finden, wo eigentlich keine mehr zu finden sind. Das bei einem Fall von Entführung Straßensperren eingerichtet werden ist übrigens nichts Besonderes, bei einfachen Fahndungen im kleineren Maßstab sogar schon Standard.

Während palästinensische Terrororganisationen Israelis dahinmetzeln dürfen und keine Kritik von der bürgerlichen Linken zu erwarten haben, muss Israel sich absurdeste Vorwürfe gefallen lassen. Im Angesicht der Entführung dreier Jugendlicher fällt Augstein nichts Besseres ein, als zu beklagen, dass inhaftierten Hamas-Kämpfern der Kontakt zu ihren Familien erschwert würde.

„Wird auf diese Weise das Leben von Ejal Jifrah, Gilad Schaaer und Naftali Fraenkel gerettet werden? Die Maßnahmen der israelischen Regierung, die inzwischen zurückgefahren werden sollen, richten sich gegen die Hamas. Israel werde die Mitgliedschaft in der Hamas in eine „Fahrkarte zur Hölle“ verwandeln, sagte Wirtschaftsminister Naftali Bennett. Denn sein Premier ist überzeugt: „Diejenigen, die die Entführung unserer Jungen durchgeführt haben, sind Hamas-Leute. Das wird schlimme Folgen haben.“ Beweise für diese Behauptung hat Netanjahu nicht vorgelegt.“

Ein weiteres typisches Manöver des linken Antizionismus ist die Übertragung der Verantwortung für Antisemitismus auf die israelische Politik. Eine solche kann man aus dem ersten Satz heraus lesen. Die antisemitische Attacke wird zwar verurteilt, allerdings wird die Verantwortung für deren Gelingen sofort auf die Israelis (vertreten durch Netanjahu und Bennett in diesem Fall) umgelenkt. Augstein versucht den Eindruck zu erwecken, als würden israelische Politiker gar nicht wollen, dass diese Taten verhindert werden, sondern diese erhoffen und dann ausnutzen, um einen Feldzug gegen die Hamas starten zu können. Diese Argumentation ist in den Kreisen der links-bürgerlich Geprägten häufig zu finden. Die israelische Regierung würde in einer Spirale der Gewalt Eskalationen absichtlich hervorrufen, um dann härter durchgreifen zu können. Durch den ganzen Text zieht sich das Verständnis der Hamas, sie seien eigentlich eine Bewegung für die Freiheit, denen man versucht, Schlechtes zu unterstellen.

Anhand dieser Textstellen kann man schon umreißen, was den links-bürgerlichen Antizionismus ausmacht. Er ist nicht explizit, sondern setzt sich aus Forderungen zusammen, die angeblich humanistisch sind, aber den Untergang Israels auf jeden Fall zur Folge haben müssen. Jeder Konflikt und jedes Misslingen von Friedensbemühungen wird dabei israelischen Politikern oder deren Verbündeten, den USA, angelastet. Falls das nicht möglich ist, wird die Aggression der Araber auf ökonomisches Elend und Unterdrückung zurückgeführt, die aber wiederum nur von diesem einen Staat ausgehen. Der linke Antizionismus ist weniger plump als der Rechte, der meistens klar nationalistische und antisemitische Vorurteile zum Ausdruck bringt, dadurch aber nicht weniger gefährlich, denn die Ideologie bleibt dieselbe.

 

[1] http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-jakob-augstein-ueber-die-teenager-entfuehrung-a-977571.html

[2] http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/israel-hamas-westjordanland-toetung-israelische-jugendliche

[3] http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Wie-die-Hamas-Opferzahlen-manipuliert/story/26131024

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s