Der kabarettistische Aluhut 2

Claus von Wagner

Claus von Wagner ist ein weiterer Kabarettist, dessen Argumentation äußerst einseitig ist und der der Querfront zugerechnet werden kann. Im Gegensatz zu Volker Pispers kritisiert er zwar Pegida, entschuldigt diese aber im selben Atemzug durch die wahren Schuldigen, die Politik, die angeblich ausschließlich zugunsten des freien Marktes handelt. So erklärt er die extreme Wut der Pegida für berechtigt und sagt damit indirekt aus, dass ein Lynchmob legitim sei, solange er nicht Flüchtlinge, sondern „Eliten“ träfe. [1] Die Ähnlichkeiten zu den Aussagen Wojna’s von der Truther-Band „die Bandbreite“ sticht dabei ins Auge. [2] Die klassischen Aussagen der Querfront sind dabei bei beiden vorhanden, zuerst wird die rassistische Position des rechten Blocks kritisiert, im Nachhinein aber wieder entschuldigt. Man möchte die „wahren Schuldigen“ präsentieren und so die Wut und den Hass nicht ausbremsen, sondern umlenken.

Die typischen Merkmale des Antiamerikanismus treten bei einem Auftritt in der Sendung „die Anstalt“ zutage, die von Claus von Wagner und Max Uthoff geleitet wird. Uthoff stellt dabei den Amerikaner dar, mit äußerst stereotypen Eigenschaften wie Kriegsgeilheit, Naivität, Dummheit, Gier, Hinterhältigkeit und Arroganz. [3] Mit einer Tafel versuchen sie, die Konflikte des Nahen Ostens zu erklären und beginnen mit dem Sturz Mossadeghs, wohl in der irrigen Ansicht, davor wäre die Region friedlich gewesen. Die Darstellung wirkt dabei so, als hätten die USA (und Großbritannien) nicht mit Diplomatie versucht, die Krise der Verstaatlichung eines britischen (!!) Konzerns durch den Iran zu lösen, sondern als wäre Mossadegh von einem Tag auf den anderen aus dem Amt geputscht worden. De facto hatte Mossadegh aber ohne international rechtliche Legitimation einen britischen Konzern verstaatlicht, die britischen Arbeiter des Landes verwiesen und begonnen, dass britische Öl zu verkaufen und darüber hinaus mehrere Einigungsangebote seitens der USA und Großbritanniens ohne Gespräche abzulehnen. [4]

Weiter behaupten sie, Mossadegh sei wegen des Öls weggeputscht worden. Da allerdings der Schah von Persien, der laut der Anstalt zum Zwecke des Erhaltens des Öls eingesetzt wurde, die Politik Mossadeghs fortführte und die AIOC letztlich auch verstaatlichte, allerdings in diplomatischer Absprache mit den Besitzern, ist diese VT nicht schlüssig, was weder Claus von Wagner, noch Max Uthoff zu stören scheint. [5]

Nun folgt die Behauptung, die USA hätten Saddam aufgerüstet, um die iranischen Islamisten zu bekämpfen. Eine Behauptung, die immer wieder geäußert wird, auch wenn sie sich angesichts der Fakten kaum halten lässt. Die USA haben an den Irak zwar Technologie geliefert, allerdings handelte es sich dabei um zivile Hubschrauber. Die meisten Exporte gingen definitiv von der Sowjetunion und Frankreich aus. [6] [7]

Auch im weiteren Verlauf werden häufig halbwahre Verschwörungstheorien geäußert, die es letztlich schaffen, dass Chaos im Nahen Osten auf den Einfluss der USA zu reduzieren. Das Denkmuster ist klar, die Vereinigten Staaten sind eine verdorbene Macht, die nach Geld und Profit strebt, dabei aber Methoden verwendet, die skrupellos und hinterhältig sind. Das ein kapitalistischer Staat des Öfteren so agieren muss ist zwar nichts Besonderes, dennoch tun die beiden Anstaltsleiter so, als wäre dieses Verhalten auf die USA beschränkt.

Claus von Wagner ist darüber hinaus ein Kritiker der verdorbenen Eliten. Seine Kapitalismuskritik ist eine ausschließliche Kritik am Finanzkapital. [8] Nicht zuletzt deswegen genießt die Anstalt hohe Resonanz in ausgewiesenen und auch expliziten Querfront-Projekten wie der Rönsch-Seite „Anonymous.“ [9] In seinem Bühnenprogramm „Theorie der feinen Menschen“ stellt er reiche Menschen als verdorbende, abgehobene, skrupellose und selbstverliebte Egoisten dar, die Rentner und Arme berauben. In seiner Funktion als Dekadenzkritiker macht er sich dabei gemein mit den antiindividualistischen Vorstellungen der neuen Rechten und ist mit seiner Verachtung des Intellektuellen und Elitären ebenso Pegida-kompatibel. Seine Vorstellungen des guten Armen und des bösen Reichen ist manichäisches Denken und strukturell antisemitisch, da jeder Vorgang der Ausbeutung auf das Internationale projeziert wird und so klare Kategorien geschaffen werden können.

 

[1] https://www.youtube.com/watch?v=IFAtCecCZcY

[2] https://www.youtube.com/watch?v=6IP8-l6gPZc

[3] https://www.youtube.com/watch?v=Uex0TJRB9Hg

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Zeittafel_zur_Verstaatlichung_der_iranischen_Ölindustrie#Premierminister_Mohammad_Mossadegh

[5] http://www.zeit.de/1972/33/teures-vergnuegen-mit-dem-schah

[6] http://armstrade.sipri.org/armstrade/page/values.php#

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg#Liste_der_Waffenverk.C3.A4ufe_an_den_Irak

[8] https://www.youtube.com/watch?v=1fF8kX0UT_I

[9] https://www.facebook.com/Anonymous.Kollektiv/videos/915776648468796/

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