Antiamerikanismus und Freiheit

Es scheint, als könne Amerika in den Augen der engstirnigen bürgerlich-linken Deutschnationalen und ihrem rechten, teilweise noch dumpferen Pendant nichts richtig machen. Als die USA den IS bombardierten schrien die eher pro-putinistisch Eingestellten, es sei eine aggressive Imperialismushaltung, nachdem Putin das Gleiche tat hieß es plötzlich, dass endlich einmal jemand handele. Wenn das antiamerikanische Weltbild nicht so präsent und gefährlich wäre, dann könnte man darüber lachen.

Leider ist es aber so, dass der Antiamerikanismus einerseits eliminatorisch ist (aufgrund seiner geistigen Nähe zum Antisemitismus) und andererseits den Antisemitismus wieder hoffähig machte. Da es aber genug Arbeiten dazu gibt, was Antiamerikanismus darstellt, soll das hier nicht das Thema sein. Vielmehr ist die Frage, was das Jüdische mit dem Amerikanischen gemeinsam hat, dass die antisemitische Psychose genauso auf sie überspringen kann.

Die Geschichte des modernen Amerikas kann mit der  Unabhängigkeit im Jahre 1776 beziffert werden. Die Anerkennung Großbritanniens folgte 1783, womit die Vereinigten Staaten wohl endgültig als eigene Nation betrachtet werden konnten. Das wichtigste Dokument der Vereinigten Staaten ist die Verfassung, die am 17.September 1787 verabschiedet wurde und die gesetzlichen Grundlagen bestimmte, sowie auch das Menschenbild der amerikanischen Lebensweise gut auf den Punkt bringt.

ZUSATZARTIKEL XIII

Abschnitt 1: Weder Sklaverei noch Zwangsdienstbarkeit darf, außer als Strafe für ein Verbrechen, dessen die betreffende Person in einem ordentlichen Verfahren für schuldig

ZUSATZARTIKEL XV

Abschnitt l: Das Wahlrecht der Bürger der Vereinigten Staaten darf von den Vereinigten Staaten oder einem Einzelstaat nicht auf Grund der Rassenzugehörigkeit, der Hautfarbe oder des vormaligen Dienstbarkeitsverhältnisses versagt oder beschränkt werden.

ZUSATZARTIKEL XIX

Das Wahlrecht der Bürger der Vereinigten Staaten darf von den Vereinigten Staaten oder einem Einzelstaat nicht auf Grund des Geschlechts versagt oder beschränkt werden. Der Kongreß ist befugt, diesern Zusatzartikel durch entsprechende Gesetze zur Durchführung zu bringen. [1]

Die Betonung der Freiheit und der Selbstverantwortung ist das, was man als amerikanisches Wesen bezeichnen kann. Und sie ist das, was den Amerika-Hassern der Dorn im Auge ist. Wie zuvor erläutert ist auch die jüdische Religion eine Weltsicht, die auf die Freiheit des Individuums setzt und Selbstverantwortung, was die reglementarische Aufmachung des Alten Testaments erklärt, bzw. dort ihren Ursprung hat. Der Hass transzendiert sich also in der Welt, die das Individuum zu eigenem Handeln und zu eigenen Enttäuschungen zwingt.

Der VTr ist daraus folgend eine Person, die an Entscheidungsschwäche und Unschlüssigkeit leidet. Die Ordnung der Welt wird durch die Theorien wieder hergestellt, die klare Differenzen und Abtrennbarkeiten erschaffen. So erklärt sich auch, warum VT’s als Ziel immer eine Macht, eine Gruppe oder ein Symbol haben, die genau das Gegenteil der verordneten Moral darstellt. Schwule („Homo-Lobby“), Freimaurer (die Freimaurer hatten als einigende Ideologie ein liberal-humanistisches Weltbild), Die Vereinigten Staaten oder die Juden („Weltjudentum“).

Der antiamerikanische Konsens kann wohl als die absolute Gegensätzlichkeit des deutschen Wesens zum amerikanischen Freiheitsdenken betrachtet werden. Die Geschichte Deutschlands zeigt zwar auch demokratische und liberale Bewegungen wie die Revolution im Jahre 1848, doch wurden diese niedergeschlagen und die Monarchie, das streng Vorgegebene und Vorgebende, erwies sich regelmäßig als militärisch stärker. So ist der Gegensatz einerseits die Zusammensetzung der Bevölkerung. Deutschland (oder der Landstrich, der dem heutigen Deutschland entspricht), war von der großen Völkerwanderung vor allem dadurch nicht betroffen, weil die Wanderbewegung von germanischen Stämmen stammte, die vor den Hunnen flohen. [2] Die Bevölkerung durchlebte keine so extreme Durchmischung wie andere europäische Nationen und schon gar nicht so sehr wie die der USA. So kommt es zu der deutschen Psyche, die eben auf das manichäische Denken von Gut und Böse setzt. (geprägt durch die Monarchie, die diese Form des Denkens (Gegensatz: zähmende Macht des Autokraten <=> Der von Grund auf schlechte Mensch, der der Zähmung bedarf. Diese Annahme der grundlegenden Verdorbenheit des Menschen, der die Freiheit zur Entscheidung hat, ist ja auch auch ein wichtiger Punkt des verschwörungstheoretischen Denkens.)

Die US-Bevölkerung hat hingegen die Erfahrung gemacht, dass die Freiheit des Einzelnen nicht zu moralischer Verwahrlosung führt, in ihr manifestiert sich das Denken entgegen klischeehafter Vorurteile nicht in Gut und Böse. Die Denker des Liberalismus und des Libertarismus kommen zu größten Teilen aus den Vereinigten Staaten und auch nur dort hat der Anarcho-Kapitalismus eine nennenswerte Anzahl an Mitgliedern. Der „American way of life“ ist die Huldigung an die Freiheit, die Selbstverantwortung und der Gegensatz zu dem deutschen Verharren in einer gesicherten Umgebung, in der man nur die Leistungen zu erbringen hat, die von dem gesellschaftlichen Kollektiv gefordert werden.

 

[1] http://usa.usembassy.de/etexts/gov/gov-constitutiond.pdf

[2] https://www.planet-schule.de/wissenspool/germanen/inhalt/hintergrund.html

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