Keine Solidarität mit „Palästina“

Ich möchte die Idee des vorigen Textes, [1] die dort skizzenhaft formuliert wurde, noch einmal aufgreifen und somit darlegen, weshalb die Solidarität mit den Palästinenser*innen eine antiemanzipatorische Haltung darstellt. Wie dargelegt ist die Identität des Palästinensischen ein Mittel zum Zweck, sie kann nur passiv sein, weil sie ihren Ursprung nicht in der Absicht hat, eine abgeschlossene Gesellschaftsordnung zu errichten, (was für gewöhnlich der Sinn eines Staates ist) sondern in antisemitischen Wahnvorstellungen. Der Mufti von Jerusalem, der unter anderem auch enge Kontakte zum Nazi-Regime hatte, war einer der ersten palästinensischen Nationalisten und förderte den Nationalismus in seiner arabischen Heimat. Zuvor gab es unter den ansässigen arabischen Palästinenser*innen keine Bestrebungen zur Gründung eines eigenen Staates, der Antisemitismus war religiöser Natur aber im Vergleich zu heute nur schwach ausgeprägt. Erst die Idee des palästinensischen Staates brachte die Ideologie des judenfreien Staates in den gedanklichen Mainstream und machte den Gedanken zum Instrument derjenigen, die Juden schon immer als das Übel betrachteten. Heute sind das vor allem Saudi-Arabien, Katar und Kuwait, die antizionistische Terrororganisationen unterstützen. [2]

Wer sich nun mit einem palästinensischen „Befreiungskampf“ solidarisiert, solidarisiert sich mit der Verwertung von Subjekten zu politischen Zwecken, also dem Gegenteil der Individualität. Darum ist auch der Ruf nach Zwei-Staaten-Lösung (sicherheitspolitisch ohnehin illusionär) oder gar der Ein-Staaten-Lösung die Forderung, Menschenverwertung in Institutionen zu gießen, was von den selben Personen zurecht im Bezug auf Arbeitsamt&co. kritisiert wird. Selbst den fanatischsten Israelhassern müsste auffallen, dass die Ideologie des Pali-Nationalismus erst mit dem Aufkommen des Zionismus erwachte und gefördert wurde und damit auch, dass es sich nicht um den wirklichen Wunsch der arabisch-stämmigen Menschen handelt sondern um eine Instrumentalisierung. Nur ist es ihnen egal. Denn die verwaltete Welt unter rigiden Strukturen und die vollkommene Auflösung des Individuums zugunsten eines revolutionär gesinnten Subjekts ohne wirklichen eigenen Willen stellt nach wie vor die Utopie rechtsextremer und leninistischer Demagogen dar.

 

[1] https://kritischesdenkenblog.wordpress.com/2015/12/02/palastinensische-tater/

[2] https://www.tagesschau.de/ausland/hamas-saudi-arabien-101.html

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