KenFM und rassistischer Zionismus

KenFM ist ein Antisemit. Auch wenn das von seinen Fans regelmäßig bestritten wird, sowie permanent das Argument wiederkehrt, man könne diese Aussage nicht belegen. Hier folgt nun eine ausführliche Analyse seines Videos „zionistischer Rassismus,“ dass er löschte, als er die Antilopen Gang vor der deutschen (in seinen Augen zionistischen) Gerichtsbarkeit verklagte. Andere Kanäle haben es allerdings wieder hochgeladen. *1

„Es vergeht kein Tag, an dem nicht in einer führenden Gazette, einer führenden Radiostation oder irgendeiner meinungsbildenden TV-Nachrichtensendung irgendwo im Westen nicht ausführlich über die Interessen Israels gesprochen wird, zu uns. Diese Gespräche sind keine Form einer offenen Diskussion, nein, es werden gebetsmühlenartig Beschlüsse wiederholt und wiederholt und wiederholt, Beschlüsse, denen wir uns gefälligst anzuschließen haben.“

Insgesamt vergeht ohnehin fast kein Tag, ohne dass über den Nahostkonflikt berichtet wird, was an sich schon eine extreme Fixierung der westlichen Medien als moralischer Zeigefinger gegen Israel darstellt. Das in diesem Kampf auch die Interessen Israels von Bedeutung sind, ist dabei wohl kaum verwunderlich. Selbst der humanistischste Staat, der denkbar wäre, würde nicht einfach so auf seine eigenen Interessen verzichten, um dem Gegner die Erfüllung der Seinigen zu ermöglichen. Und dass keine kritische Diskussion stattfände ist eine derartig glatte Lüge, dass schon das widerlegen schwer fällt, weil es schlicht keinen Grund gäbe, das anzunehmen *2*3*4 (Bei Link 3 handelt es sich um eine Doku des WDR, Augstein ist einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands, schreibt für den Spiegel eine Kolumne, ist Chefredakteur des „Freitag“ und hat Gastbeiträge in großen Zeitungen wie z.B. der Süddeutschen Zeitung). Ken Jebsen möchte hier behaupten, uns würde der Nahostkonflikt einseitig erklärt (da hat er auch Recht. Omnipräsentes Mitleid mit palästinensischen Kreischweibern ist hier politischer Alltag), weil „Zionisten“ die medialen Schaltstellen unter ihrer Kontrolle hätten. Da er es auf den gesamten Westen bezieht und eine „amerikanische Weltverschwörung“ postuliert, folgt daraus: Amerika kontrolliert die Welt und wird von den Zionisten beherrscht => zionistische Weltverschwörung.

„Der Mensch ist per se auf Befehle konditioniert, er kann nur in der Gruppe überleben und in dieser Gruppe hat immer einer den Hut auf, um es einmal salopp zu formulieren. In unserem Falle ist der Hut aber ein Gefechtshelm. Wir alle befinden uns im Gefecht mit unserem Gewissen, im Schlachtfeld des medialen Dauerfeuers, das uns rund um die Uhr unter Beschuss nimmt.“

Woher Ken sein Wissen darüber bezieht, dass der Mensch auf Befehle konditioniert ist, ist unklar. Logisch durchdacht ergibt dieses Postulat nicht einmal Sinn, denn unter dieser Bedingung dürfte es nur Befehlsempfänger und damit keine Befehle geben. Aber das nur am Rande. Ken sieht einen Willen hinter dem „medialen Dauerfeuer,“ welches nur dazu dient, uns zu betäuben und unseren Blick auf die Wahrheit zu trüben. Das es dabei vielmehr um Quoten und Leserzahlen geht und die Meldungen darum immer schneller kommen, um sich Marktanteile zu sichern, darauf kommt er nicht. Ein mediales Dauerfeuer hat auch weitaus weniger den Effekt stumpfen Gehorsams, sondern produziert durch immer größere Komplexität eben jene Verschwörungstheorien, die es laut Ken doch eigentlich verhindern sollte.

„Wir wissen, dass das, was man uns ganz speziell in Sachen Israel als legitime Politik aufdrängt, bei jedem anderen Land zu massiven Konsequenzen führen würde. Jeder, der sich das, was sich Israel gegenüber seinen Nachbarn, umgangssprachlich Feinden, herausnimmt, für andere Nationen in Anspruch nehmen würde, bekäme von der humanistisch geprägten Gemeinschaft sofort die vollständige Ächtung zu spüren. Man würde ihm Rassismus und Hass vorwerfen.“

Seltsam, wo Ken doch Russlands provozierten Einmarsch auf der Krim so energisch verteidigt. Sein Humanismus scheint sich wohl ausschließlich auf Israel zu beziehen, was auch wieder eine Form des doppelten Standards darstellt, welchen er den Medien vorwirft. Aber betrachten wir doch einmal die Fakten. Israel wird mit Raketen beschossen, wurde seit seiner Gründung in mehrere Kriege verwickelt, in die meisten davon ohne eigenes Zutun und hat sich dementsprechend gewehrt. Israel warnt die Zivilbevölkerung durch „Anklopfen“ und Anrufe, was die Hamas zynisch ausnutzt *5

„Nur war es nie besonders couragiert, gegen ein Regime zu demonstrieren, was schon lange abgedankt hatte. Was also haben wir, die Deutschen von heute aus den Fehlern der Deutschen von damals wirklich gelernt?“

Besonders perfide, findet hier doch die Gleichsetzung des dritten Reiches mit dem zionistischen Judenstaates statt. Das diese antisemitisch ist, ist jedem Menschen bekannt, der sich auch nur ein wenig mit Antisemitismusforschung beschäftigt hat *6 Damit wird das Leid der Juden relativiert und die Singularität von Auschwitz aufgehoben, ein industrialisierter und rationalisierter Völkermord wird plötzlich zu einer Form der Selbstverteidigung, die bei Israel vorliegt.

„Profit bringt Profis zum Schweigen. Nur wer profitiert? Die, die an den entscheidenden Stellen Meinungen manipulieren können, da sie zumindest die Massenmedien der Supermacht weitestgehend beherrschen und die, die vorallem die US-Außenpolitik in den letzten Jahren derart unterwandert haben, dass es ihnen gelungen ist, Amerika dazu zu bringen, Kriege zu führen, die nicht nur dem amerikanischen Geist von Freiheit und Selbstbestimmung diametral entgegenstehen, sondern ganz offensichtlich antiamerikanisch sind, da sie den meisten Amerikanern und damit Amerika als ganzes massiv schaden. Man muss die Drahtzieher dieser imperialen Politik nicht mit der Lupe suchen, im Gegenteil, sie treten immer dreister in der Öffentlichkeit auf und präsentieren sich als Verkünder einer neuen Weltordnung, die sie bereit sind, für uns durchzuziehen. Selbstlos. Es sind allen voran radikale Zionisten mit US-Pass, deren Hobby Israel ist und deren Lieblingssport im Schlachten von Arabern besteht.“

Ken Jebsen muss zugestanden werden, dass es eine relativ große Israel-Lobby in den USA gibt. Doch der Rest ist schlicht und ergreifend widersprüchlich und falsch. Sonst beschwert er sich über amerikanische Wirtschaftskriege und unterstellt, dass die USA nicht selbstlos Kriege führen, jetzt wirft er Israel vor, die USA in Kriege zu zwängen, die diese nicht kämpfen wollen und GEGEN eigene Interessen ausfechten. Man sollte sich schon entscheiden, sonst wissen die eigenen Anhänger bald nicht mehr, wer jetzt das Feindbild ist. Aber kommen wir zum analytischeren Teil. Da eine eigene Definition von Zionismus ausbleibt, greife ich auf die allgemeine zurück, welche eine politische Nationalbewegung darstellt, die einen jüdischen Staat zum Schutz vor Verfolgung erschaffen und erhalten möchte. Entgegen des Wikipedia-Artikels *7 war aber nicht nur Palästina im Gespräch, sondern auch ein Judenstaat in Argentinien, Uganda oder anderen *8. Ein radikaler Zionist ist also ein Mensch, der das Recht Israels auf eine Existenz und Selbstverteidigung für unverhandelbar hält. Wenn man sich also an das Völkerrecht hält, das Israel eben dies zugesteht, dann ist man Ken Jebsens Meinung nach ein radikaler Zionist und findet Freude am „Schlachten von Arabern.“ Diese Aussage spielt übrigens auf das alte Vorurteil an, dass reiche Menschen (seiner Meinung nach Juden, wie er später im selben Video zitiert) gelangweilt wären und so nur Freude dadurch empfänden, grausame Taten zu begehen und die Welt als ihre Spielwiese zu betrachten. Das Israel Wert darauf legt, möglichst wenige Zivilisten zu töten ist dabei in den Augen der KenFM-Aktivisten zu vernachlässigen. Man könnte also zusammenfassen:

  • KenFM behauptet eine Weltverschwörung der Zionisten (Parallelen zum Mythos der „jüdischen Weltverschwörung“)
  • Er glaubt an eine mediale Verschwörung Israels gegen den Rest der Welt (Lenkung der Medien durch radikale Zionisten ist dabei eine sehr ideologische Wahrnehmung. Kein Land wird derart kritisch betrachtet, wie der jüdische Staat und keines derart oft von der UN gerügt. Parallelen zur erstgenannten Verschwörungstheorie)
  • Zionisten würden Menschen zum Spaß abschlachten. Eine klare Anlehnung an Ritualmordlegenden findet hier statt
  • Er setzt Israel mit dem 3.Reich gleich und relativiert damit den Holocaust
  • Das Recht auf Israels Existenz und Selbstverteidigung stellt für ihn schon eine Form des Rassismus dar

Wenn man hier nicht den doppelten Maßstab erkennt und ein offenkundig antisemitisches Denkschema, dann gibt es keine Hoffnung, dass man im Holocaust mehr erkennt als offensive „Judenkritik.“ Hier noch einige Verlinkungen zum Thema Antisemitismus und Antizionismus *9 *10 und zur Lächerlichkeit der Aussage „man darf Israel doch wohl noch kritisieren.“ *11 und wenn sogar „der Freitag“ KenFM’s „Kritik“ als Hasbara bezeichnet und für antisemitisch hält, dann muss wirklich etwas dran sein *12 „Der Freitag“ ist wohl alles andere als pro-israelisch.

*1) https://www.youtube.com/watch?v=FpCS6KwZ63E

*2) https://www.youtube.com/watch?v=KjWLTo-HBcE

*3) https://www.youtube.com/watch?v=MmdSFJIiKG0

*4) http://www.sueddeutsche.de/politik/westjordanland-ein-bild-mit-zwei-geschichten-1.2627270

*5) http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/gaza-israel-bombardierung

*6) http://www.jalb.de/1780-0-105-23.html

*7) https://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus

*8) http://www.judentum-projekt.de/persoenlichkeiten/geschichte/herzl/

*9) http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wann-wird-israelkritik-eigentlich-antisemitisch-9608

*10) http://bak-shalom.de/index.php/faq/

*11) http://www.taz.de/!5036516/

*12) https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/kenfm-rassistischer-zionismus

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